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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Riesenforellen aus dem Swimming-Pool



Steinbeisser
30.01.11, 06:35
Hallo! :color:
Gerade frohr wieder mein Revier zu, eine leichte Eisschicht zog auf, also kann ich euch ja statt zu fischen erzählen, wo die richtig grossen Meerforellen am Strand baden gehen.

Davon träumt jeder - von einer Riesenforelle, die man am Ufer fängt, mit der Wathose in der Ostsee!

Allein, es bleibt ein Traum. Fast immer, wo sind die bloss und wie findet man sie? Mal ein 7-Pfünder, vielleicht beisst mal ein 10-Pfünder am Ufer an, aber darüber kommen nur wenige Angler. Richtige Riesenforellen sind aber mindestens doppelt so schwer...

Die Riesenforellen im Meer streifen meistens herum. Sie sind besonders schnell. Die meisten Riesenforellen schwimmen aber über 10 Meter, wenn 10 Meter Wasser noch darüber sind weshalb sie oft nur vom Boot aus zu bekommen sind und sie sind auch meistens nur unendlich weit weg vom Ufer zu finden.
Gerade eben hier, ist die Riesenforelle schon eine Minute später mehr als hundert Meter weit weg! So schnell wie man es sich nicht denkt sind die! Das macht es besonders schwer sie zu finden. Aber an manchen Stellen verweilen sie. Dann dann gegen sie regelrecht am Strand baden! Wie Leute, die alle ins Schwimmbad gehen versammeln sich die Forellen dann an einer besonderen Stelle: Einem Swimming-Pool.

Einmal hatte ich so eine entdeckt. Sie lauerte. Sie sprang aus dem Wasser, ganz hoch. Einen Meter vielleicht sprang sie aus dem Wasser, ganz weit weg. Dann kam die Sonne etwas höher. Ganz rot war das Meer, und ein seltenes Schauspiel gab es zu sehen. Tausende kleine Dorsche um 35 Zentimeter waren seit Wochen da, und morgens gingen die auf die Jagd an der Oberfläche. Überall waren die Ringe der kleinen Dorsche. Man konnte gar nicht angeln so viele waren es, die den Blinker nahmen.
Die Forelle wie gesagt lauerte, sprang, aber hundert Meter weiter als man wirft. Doch als das Meer von der Sonne rot wurde schwamm sie in kurzer Zeit von draussen herein, an den Strand, wo die kleinen Dorsche stiegen. "Da!" dachte ich, sie kam an die Oberfläche, nur 70 Meter von mir! Sie schoss rasant voran, an der Oberfläche, hinter den kleinen Dorschen her, rasend schnell durchpflügte sie die spiegelglatte Oberfläche, fertig, erster Angriff gelaufen, wie kriegt man die dachte ich mit pochendem Herzen und warf einige Male den großen Blinker hinterher. Da nahm sie wieder Anlauf, wieder sah man sie rauben und die Dorsche schienen keine Chance zu haben, schon war sie wieder in knapper Wurfweite, aber sie bekam einen Fisch und verschwand, so schnell sie schwimmen konnte.

Sie blieb aber da, immer an der selben Stelle draussen sah man sie springen, tagelang, sie raubte aber in den folgenden Tagen nur dort, zu weit weg. Warum die ausgerechnet da immer springt, fragte ich mich. Dort ist es nicht besonders tief, aber so drei bis fünf Meter sind es. Dann lud mich jemand mit dem Boot ein und wir fuhren dorthin. Auf dem Echolot war an der Stelle eine seichtere Umrandung zu finden, innerhalb waren es so 4,00 Meter und aussenherum nur 2,80 Meter.

Ein anderes mal fand ich wieder eine Riesenforelle. Die war über einen Meter, genau weis ich es nicht. Auch se sprang ganz aus dem Wasser, herrlich! Diesesmal in Wurfweite. Sie überraschte mich als ich einen knallorangenen sehr grossen Eigenbau-Blinker zog. Wie ein Hammer steig sie ein, die Rute bog sich und zummm! Da wo ich angelte ist zwar mein Revier, aber diese Stelle hatte ich meistens unbeachtet gelassen. Erst später fiel mir ein Zusammenhang mit dem Unterwassergelände und dem Aufenthalt der Riesenforelle auf der mir in Erinnerung blieb und mich seither lenkt, denn dazu musste ich erst das Unterwassergelände erforschen um zu verstehen warum ich dort so einen Fisch an die Angel bekam.

Die Riesenforellen gehen regelrecht in einen Swimming-Pool. Was ist ein Pool, fragte mich mal einer, das ist wie ein Becken, hundert Meter lang und etwa 50-70 Meter breit sollte er sein. Der Rand sollte so 2,50 Meter haben, in der Mitte aber nur etwa einen Meter mehr! Aussenherum ist - Sand, man kann vielleicht bis zum kurz vor den Rand laufen.

Warum sind die nur da? fragte mich einer, und ich sagte ihm, dass die Forellen darin baden gehen, tagelang wie Leute, die jeden Tag ins Schwimmbad gehen, zieht es die Forellen dorthin. Denn im Pool sind oft etwas differente Temperaturen, in der Mitte ist es kühler als am Rand Strömungen und Kantengibt es dort. Die Forellen lieben das. Sie schwimmen in dem Becken immer im Kreis umher und - beissen sehr gerne darin an. Ist der Pool zu tief geht oft nichts, ist er zu flach ebenso, ist er zu seicht an der Kante abfallend kann man gleich weiter laufen. Ist der Pool irgendwo offen - schwimmt die Forelle allerdings nach einer Runde wieder hinaus und der Pool ist immer leer.

Deshalb muss man ihn suchen, den Pool der Riesenforellen, wo der ist? Tja, man kann so schwer einen ganz umrandeten Bereich mit einem Meter mehr Wasser in der Mitte finden, dass es vielleicht Jahre dauert bis man einen solchen Pool gefunden hat. Wie soll man den auch finden, angelt man nur mit der Wathose kann man nur ahnen wie das Gelände unter Wasser dort in Wirklichkeit ist. Aber hat man einen solchen Pool gefunden wird er euch immer mit Forellen beglücken können wie die Forelle, die ich in die Galerie gestellt habe. Es ist zwar nur ein wenig gutes Porträit erhalten, aber der Fisch war ein echtes Monster, meine größte Meerforelle.


Viel Glück beim Poolangeln wünscht euch der
Steinbeisser :fisch::blob::fisch:

macker
30.01.11, 16:21
Klasse beitrag super geschrieben.

Gruß Jörg

Steinbeisser
30.01.11, 17:35
Danke ich wünsch dir auch so einen Fisch!

Gruß vom
Steinbeisser

BartoszD
30.01.11, 17:55
war echt nett zu lesen super beitrag...:-D

Aalhunter
30.01.11, 17:55
Find ich cool geschrieben, hatte sehr viel Spaß beim Lesen!:Daumen::Daumen:

Alex E.
30.01.11, 18:14
Dem kann ich mich nur anschließen: Danke :Daumen: Gerne mehr davon ;)

dorschgreifer
31.01.11, 06:54
Schöner Bericht, und das gleich in den ersten 2 Beiträgen, meinen Respekt, so darfst Du gerne weiter machen.:Daumen:

HD4ever
31.01.11, 12:14
kann mich den vorpostern nur anschließen ! :Daumen:

hatte schon mal das Glück mit einer Riesenforelle - aber wie du schon sagtest weit vom Ufer entfernt mit dem Boot.
Meiner Meinung nach sind die Großforellen eher die Heringsfresser die halt der passenden Beutegröße nachjagen als am Ufer auf Kleinfische zu gehen ..

Steinbeisser
31.01.11, 20:35
Das stimmt, der Uferangler fängt 7 Pfund, sagt man. Mehr geht nicht weil alle anderen angeblich zu große Wellen schlagen...:blob::blob::blob:


Aber früher, da war das anders. Ich habe vor mehr als 40 Jahren als kleiner Junge schon eine, nein zwei kapitale Fische rausgeholt, nur hatte jemand anderes die Angel ausgeworfen. 1969 war das. Ein Fisch war regelrecht rekordverdächtig und mehr als 1,20 lang, das weis ich noch weil ich nur 1,37 Meter gross war und den Fisch reinkurbelte während die Rute noch im Rutenständer stand und vorn die Forelle nach langer Kurbelei rauszog indem ich reinging und sie rückwärtslaufend auf den Strand zog. Allerdings hatten wir so starke Schnur, mindestens 60er! Damals waren grosse Fische sehr häufig. Ab 7 Pfund haben wir sie erst mitgenommen, und angelten meist in Egernsund. Doch dort sind heute 7 Pfünder ebenso selten wie an allen anderen Stellen. In einem Bach standen mal hunderte grosse Meerforellen, der ganze Grund war nur aus Forellen bestehend, doch ab 1973 ging der gesamte Bestand überall zugrunde. Ab 1975 gab es in dem selben Bach gar keine Forellen mehr.

Schön, dass euch der Bericht gefallen hat. Ich habe noch einen geschrieben, der steht bei der Diskussion mit den Köderfischen auf Meerforellen.

Viel Spass damit wünscht euch der
Steinbeisser :fisch:

HD4ever
02.02.11, 11:36
das hört sich aber eher nach nem Lachs an bei der Größe ! :ka:
von mefos Ü100 hab ich ja selten schon mal gehört - vielleicht auch nen Hybrid oder wie die heißen.
aber es gibt sie - die richtig fetten !
also fleissig suchen !
Meine 2.größte mit 5.6 Kg fing ich zwar auch vom Boot, aber im ziemlich flachen Wasser wo auch einer vom Ufer aus hätte hinschmeißen können ...

Steinbeisser
03.02.11, 21:11
Nein, die werden so gross. Es gibt es unterschiedliche Meerforellenstämme.

Forscher haben einmal herausgefunden, dass es Meerforellen gibt, die nicht so gross werden. Die Durchschnittsgröße ist dann nur zwischen 3 und 5 Kilo. Davon haben wir die meisten derzeit herumschwimmen, die Forellen bleiben klein.

Man nimmt an, dass Meerforellen, die in einer Zucht gross geworden sind zu kleinerem Wuchs neigen und führt das auf die beengten Verhältnisse in der Zucht zurück. Beim zweiten Zuchtansatz schon soll sich die Forelle auf beengte Verhältnisse eingestellt haben, wächst nicht mehr so gut ab.

Ich selber finde, dass es mehrere Meerforellenstämme gibt. Mancher dieser Stämme erzeugt größere Fische. Einer der Stämme mit den größten Fischen stammt aus Flensburg: aus dem Mühlenstrom, doch gerade die gibt es fast nicht mehr weil man den Strom einst verbaute, die Forelle ausrottete.

Dabei stellte ich fest, dass es von den alten, wilden Stämmen weniger gibt. Sie sterben aus, dachte ich mal, denn als Kind waren die Forellen größer. Das wiederum kann eine andere Ursache haben: Nahrungsmangel.
Die Meerforellen werden aber bis zu 1,20 Meter lang. Nur werden die meisten weggefangen wenn sie kleiner sind und nur wenige erreichen ihre tatsächlich erreichbare Größe. Daher fängt kaum jemand so eine Riesenforelle.

Bei anderen Forellen gibt es dieses Größenphänomen auch. Ich kenne eine Bach in Dänemark. Der ist nur 1,5 Meter, oder etwas mehr breit. In den Bach schwimmen immer Regenbogenforellen vom Strand hinein um dort zu laichen, doch alle Forellen, die ich bislang sah waren immer nur um die 40 bis 45 Zentimeter lang. Größere waren dort nie. Ich glaube, das liegt am Bach aus dem sie stammen. Darin entwickeln sich die Forellen. Die Regenbogner wandern erst ins Meer, wenn sie ausgewachsen sind. Da der Bach nur sehr schmal ist, bleibt dieser Stamm kleinwüchsig.

Echte Kapitale... man braucht Erfahrung um zu wissen, wo man die Forellen findet. Du brauchst den richtigen Pool, darin badet die Forelle und wartet auf Angler....Ach, ich geb dir mal einen Tipp, der zur Verzweiflung führen kann, aber auch zu Erfolg.

Es gibt Strände, an denen fast gar keine Forelle ist. Das sind oft reine Sandstrände mit einer Flachzone, die meistens so 50 Meter weit reicht und dann eine Kante bringt. Doch weder Muscheln noch Tang, noch andere Forellen halten sich dort auf. Man kann da angeln wie man will, man fängt nichts. Doch diese Strände beherbergen oft eine einzige Riesenforelle...also, Geduld, jeden Tag los, man muss sie schon rauslocken: "Ein Spöket, der ist wie ein Stichling... der macht nicht satt!" sagt die Forelle und schwimmt gar nicht erst los um ihn zu holen.
Ich baue oft Blinker größerer Art. Die größten Fische gehen auf eine andere Form, die fünf Zentimeter hoch ist und 10 Zentimeter lang ist, also so ungewöhnlich wie die große Forelle selber, und dann orange. Ich nehme aber stabiles, 1,5 bis 2 Millimeter starkes material, wodurch der Blinker sehr schwer wird. Ganz langsam zieht man den Blinker, weiil er sich durch den Druck den er macht schwer schnell ziehen lässt, durch den Druck den er macht sinkt er nicht runter, aber da rummst es manchmal gewaltig. Man braucht dazu eine sehr kräftige Weitwurfrute, gute stabile Schnur, weit kann man den Blinker sonst nicht werfen weil er so viel Luftwiderstand hat.

Ist der große Fisch gehakt zieht er 200 Metger Schnur in wenigen Minuten ab, ohne anzuhalten. Daher muss man unbedingt keine moderne Minirolle mit hundert Meter Spule nehmen, denn darauf spekuliert die Forelle. Auch Geflochtene ist fehl am Platz, denn nach hundert Meter merkt die Forelle, dass mehr Schnur da ist und taucht nach unten, um die Krebse zu fragen wie man wieder abkommt, die verweisen dann die Forelle an die Muscheln an den Felsen und zick! Schneiden die der Forelle den geflochtenen Strick ab.


Viel Glück beim suchen der Riesenforelle wünscht der
Steinbeisser :fisch:

kanalflunder
03.02.11, 21:22
@Steinbeisser,


[Ich nehme aber stabiles, 1,5 bis 2 Millimeter starkes material,

für das Blech aus dem der Blinker ist oder meinst du
die Angelschnur ???

So nenne doch mal "Roß und Reiter".

Größe der Rolle ?? Was für eine Rute (Big Game-Format) ??

Mit Petri Heil
kanalflunder

Watt wär`n wa ohne Wattwurm?

Steinbeisser
04.02.11, 00:20
Das Material vom Blinker meine ich. Meine schnitt ich immer aus einem Rohr, das leider jetzt verbraucht ist.

Das ist mein Goldfischblinker. Hier ist eine Bauanleitung:

Was du brauchst:

Ein Stück Stahlrohr, 1,5-2 Millimter stark, Durchmesser 6-7 Zentimeter, etwa 10-12 Zentimeter lang
eine Eisensäge
einen Schraubstock
eine Bohrmaschine
Körner
4-6 Millimter-Bohrer für Stahl
Schleifmaschine
Schleifpapier
eine Feile
eine Zwinge
eine Schutzbrille
ein Glas Wasser
einen großen, schweren Hammer
ein Brett
Sprengringe
Haken
Spraydose mit Lack für Metall

Das Rohr wird senkrecht eingespannt und von oben ausgehend eingesägt, ganz nach unten durchschneiden. Ich verwende eine gewöhnliche Eisen-Bügelsäge mit Metallsägeblatt, aber keine Puksäge da dieser Bügel zu klein ist, sondern eine mit einem 30-Zentimeter langem Bügel. Damit sägt es sich viel besser als mit einer Puk-Säge. Dann 4-5 Zentimeter weiter rum um das Rohr ebenso durchsägen. Dauert zwar etwas, aber lohnt sich. Das Rohr ist nämlich schon gebogen, und so starkes Material kann man schlecht biegen.

Mit der Feile wird der entstandene Grat entfernt.

Der Blinker ist aber noch etwas zu stark gebogen. Dagegen hilft ein großer, schwerer Hammer, mit einem Durchschnittshammer ist es nicht getan, ein Fäustel ist schon gut oder ein Hammer ab einem Kilo.
Damit wird der Blinker von oben mit einigen Schlägen etwas 'geweitet', die Kante läuft zur Seite weg. Wenige Millimeter tiefer liegt er dann auf. Man kann das auf dem Schraubstock oder einem Amboss tun.

An der Schleifmaschine wird die Form herausgeschliffen. Dazu brauchst du aber eine Schutzbrille, da du sonst Späne in das Auge bekommst. Nie darauf verzichten, sonst kann man schwere Augenverletzungen erleiden oder gar erblinden.
Dabei verjünge ich den Blinker durch die Schleifmaschine an allen vier Ecken, man kann dabei richtig schön rund schleifen. Wird der Blinker dabei zu heiss im Wasserglas abschrecken. Ich schleife an Kantenenden einige Millimeter herunter. Weil der Blinker so stark ist schleife ich dann an den Enden das Material wo die Bohrung hinkommt auf weniger als einen Millimeter herunter, damit ein Sprengring draufgeht, und nicht dabei aufbiegt.

Jetzt wird der Blinker wenn es notwendig ist mit 400er Schleifpapier etwas geschmirgelt bis er schön blank ist. Gerade die Kanten sollte man gut abschmirgeln, da die Schleifmaschine nicht so fein ist - sonst ist die Kante scharf und kann die Schnur durchschneiden.

Nun hat er die Form von einem Fisch mit einem höherem Rücken, wie eine Karausche oder ein Goldfisch.

Der Blinker wird nun mit der Zwinge festgehalten auf der Werkbank, darunter legt man ein Brett damit man nicht in die Werkbank bohrt. Darauf achten, dass die Schraubzwinge den Blinker auch gut festhält sonst dreht er sich beim Bohren weg, was zu Verletzungen führen kann wenn die Zwinge dadurch wegfliegt und der Blinker sich an dem Bohrer plötzlich dreht.

Nun bohrt man die Löcher, dazu kann man erst einen Körner einsetzen damit der Bohrer nicht rutscht. Ich bohre stets etwas größere Löcher, da dadurch die Sprengringe frei beweglich bleiben und verwende sowieso größere Sprengringe. Der Abstand zur Kante muss aber gut bedacht werden, ist er zu klein bohrt man die Kante weg. Im Baumarkt gekaufte Bohrersortimente kaufe ich nicht mehr. Sie taugen nicht mal für ein Loch. Für den gleichen Preis bekommt man zwei Bohrer die in so kleinen Plastikhüllen sind. Darin sind in der Regel sehr gute Bohrer, denn die Schärfe ist dabei sehr wichtig.

Die Löcher werden langsam gebohrt. Metall darf man nur mit langsamer Umdrehung bohren. Nicht zu viel Druck geben, denn der Bohrer sinkt dabei ja nicht in das Material sondern wenig Druck - der Bohrer schneidet, viel Druck, der Bohrer glüht und wird stumpf oder bricht ab. Man kann auch eine Handbohrmaschine verwenden. Ansonsten empfehle ich beim Kauf einer Bohrmaschine immer ein Modell, das stufenlos bei Drücken des Schalters die Drehzahl erhöhen kann und langsam laufen kann.

Sind die Löcher fertig muss man sie etwas entgraten. Dann den Blinker lackieren. Einfach ansprühen, orange lieben die Fische bei diesen hohen Blinkern aus irgendeinem Grund, vielleicht träumen die Forellen immer von Goldfischen und denken dann, "...man, da kommt ja ein echter Goldfisch! Endlich!" Zack, angebissen.

Zum Schluss größere Sprengringe befestigen, Haken dran. Die kleinen Sprengringe sind nämlich zu schwach und die Riesen-Forelle bricht sie durch wenn sie sich dreht oder biegt sie auf, wie ich es mal erlebte.

Dann zum Wasser hin. Wir brauchen einen guten Platz, bei dem man an Poole gut heranlaufen kann, oder einen möglichst mindestens einen Kilomter langen Strandabschnitt mit reiner Sandkante, da gibt es zwar meist nur den einen Fisch, aber den wollen wir haben. Da wir ein großes Luftwiderstand beim Werfen aufbietet kann man nicht unbedingt Weitwurfrekorde damit brechen. In einer guten Poolärea ist der Blinker eine sehr gute Wahl. Er kommt immer über die einzelnen Poolgrenzen weil er immer hochkommt und durch die Slowmotion-Angelei macht er die Forellen verrückt. Bei Gegenwind ist er nichts wert - man kommt nicht weit genug. Damit er nicht wegfliegt empfehle ich aber 35er Schnur, denn wenn man mal hängen bleibt beim Angeln fliegt er sonst weit raus, in den Pool, wo die Forelle sich fragt, was das soll. Die Rolle wähle ich auch nicht zu klein, ich angel lieber Robuster und man benötigt ausreichend Schnur, 240 Meter sollten es schon sein. Der Fisch denkt nämlich nicht daran, irgendwo anzuhalten. Eine Forelle hat mal 240 Meter abgezogen und der Spulenkern war schon zu sehen. Ich musste ihn zurückpumpen weshalb die Schnur eine gewisse Dehnungsfähigkeit braucht um ihn zum Umkehren zu bewegen.

Ganz kleine Fische haben den Blinker bei mir aber nie bekommen, es waren immer etwas größere und große Forellen. Auswerfen, und den Blinker gut führen, weil er schon stark gebogen ist entsteht ein großer Druck, der die Forellen überzeugt. Er kann sich dabei aber auch um sich selber drehen und flattern, man muss manche Blinker noch mal etwas verändern wenn er sich ständig um sich selber dreht. Zieht man den Blinker schneller dreht er sich mehr. Selbst bei langsamer Führung kommt er aber oft hoch, so dass man immer zieht und absinken lässt, da er sonst ganz nach oben kommt. Wie ein Taumelköder muss er geführt werden.

Inzwischen hat die Forelle den Blinker gesehen und weil man so vor sich herträumend langsam dreht kommt der Biss immer so überaschend. Darum aufpassen und gut anschlagen, und vor allen, -mich überaschten bei diesen Blinkern immer große Forellen, die wie ein Hammer einsteigen, denn die wollen endlich mal einen Goldfisch auch kriegen. Daher keinen Schreck bekommen und die Bremse muss schon vorher eingestellt sein weil Meterfische einfach lossausen und gegen jeden Widerstand und Gegenzug gefeit sind, ist das erst mal der Fall ist es oft schwer die Bremse noch einzustellen, sondern die Forelle denkt, dass die Schnur kein Problem ist wenn sie schnell genug losstürmt.

EinigeLeute fragten mich warum dieser Blinker so hochrückig sein muss. Ich sagte, ich hätte einmal einen Hering genommen und gedacht, der ist genau so hoch! Daher ist er nicht zu groß, denn das dachten viele Angler als sie den Blinker ungläubig bestaunten.

Ja, dann viel Glück. So große Fische sind oft zu groß für den Watäscher. Ein Freund hat mal erleben müssen, wie ein grosser Fisch bis zum Watkäscher kam. Da nahm er den Käscher, die Forelle dachte, "hihi, so ein lüttes Ding!" und legte sich oben drauf, sprang vom Käscherrand hoch und in die Freiheit.

Deshalb wundern sich manche über meinen Käscher. Ich habe einen Gummizug, den ich um die Hüfte schnalle, darein stecke ich einen Teleskopkäscher mit dem Stiel rein, der ein größeres Netz hat, normale DAM-Käscher sind untauglich, zu klein. Der Vorteil ist das größere Netz und der längere Stiel im Gegensatz zum Watkäscher. Ist der Fisch nämlich da, hat der Krebs der Forelle schon geraten sich vor dem Angler zu drehen...und wenn so ein Riese sich einmal beginnt sich um die eigene Achse zu drehen hört er einfach nicht mehr damit auf. Er dreht sich an zwei Stellen um sich selber: Am Grund in hundert Meter Entfernung nach der ersten langen Flucht und das zweite mal kurz vor dem Angler. Hier hilft der längere Stiel und ich habe deswegen einmal Glück gehabt, denn der Fisch drehte sich wie wild um die eigene Achse, mein langer Käscher kam... und beim Käschern noch ging sie ab, war aber schon in dem großen Netz. Bei einem Watkäscher wäre sie weg gewesen, und ich würde mich heut noch darüber ärgern. Ist der Käscher aber zu klein muss man ihn weglassen und die Forelle mit einem Kiemengriff landen. Dabei ist es ein Abenteuer, wenn man so einen Fisch an der Hand 100 Meter bis zum Ufer raustragen will, denn die Forelle gebärdet sich dabei wie verrückt und 20 Pfund sich windende Forelle muss man dann an einer Hand beherrschen. Daher gehe ich nie ohne Käscher los, denn sonst lacht die Forelle mich aus, einmal ging eine ab und anschliessend, da sprang sie tagelang in sicherer Entfernung hoch aus dem Wasser, und ich dachte, sie lacht mich aus und ruft immer, "Huhu, hier bin ich! Na, hast du keinen Käscher gehabt? Und jezt kommst du nicht weit genug mit deinem Blinker? Hahahaa!"

Das war gemein.


Viel Spass mit dem Goldfischblinker wünscht der
Steinbeisser :):fisch::)

HD4ever
04.02.11, 08:36
zeig doch mal ne Bild ...

kanalflunder
04.02.11, 14:15
Hallo Steinbeisser,

danke für deine Bauanleitung.Sehr schön.
Da kann man was mit anfangen.

Doch was für eine Rolle und Rute hast du
verwendet ??

Mit Petri Heil
kanalflunder

Watt wär´n wa ohne Wattwurm?

Steinbeisser
23.02.11, 00:57
Sorry ich hab ganz übersehen hier reinzukucken.

Ich verwende eine mindestens 3,40 Meter lange kräftige Rute mit 80-100 Gramm Wurfgewicht, 240 Meter 35er Monofil, seewasserfeste etwas größere Aburolle, Übersetzung 1:5,4, Frontbremse.
Ich fische im Meer nicht besonders fein, dazu sind da zu viele Hänger und manche grossen Fische. Ich angel auch mit recht schwéren Blinkern und schleuder schon mal 40 Gramm und mehr in die Fluten. Mit so kleinen Minirollen habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass sie im Meer schnell überlastet sind, und auch zu wenig Schnurvorrat haben, der Blinker ist bei kleinen Rollen nicht schnell genug, weil der Schnureinzug oft zu gering ist oder die Übersetzung ist zu gering die nicht unter 1:5,1 sein sollte. Bei langsameren Rollen kommen immer die Nachläufer, die schauen dann beim Angler aus dem Wasser um zu sehen, wer da fischt, beissen aber viel lieber auf schnellere Köder. Geflochtene nehme ich gar nicht mehr im Meer, seit mir ein Riesenfisch einmal vor Kollund an die Angel ging. Dort gibt es eine Kante, an der es auf 11 Meter runtergeht. Irgendein großer Fisch nahm meinen Blinker und unaufhaltsam zog er raus und ging an der Kante in die Tiefe, immer weiter und nichts liess ihn stoppen, vielmehr zog der die Schnur den Abhang runter. Dann war der Fisch weg, der Blinker war zwar noch dran aber als ich meine Schnur einholte hatte ich bis 25 Meter vor dem Wirbel eine 10 Meter lange aufgeriebene Stelle, an der die Geflochtene nur noch Nähgarn war und sich so durchreissen liess. "Was'n quatsch so eine Geflochtene ist! 30 Meter Schnur weg! Man kann gleich mit Nähgarn angeln, das reisst genau so schnell ab!" "Und dafür bezahlt man so viel Geld!" sagte mein Kollege.

Seither habe ich die Geflochtene wieder weggelegt und nutze gutes Monofil. Am Liebsten gelbes. Aber nicht so ganz Neongelb. Bei gelben Schnüren habe ich festgestellt, dass die Schnur für die Fische durchaus sichtbar ist. Es kommt aber die ganze Zeit nur der gelbe Faden vorbei, und die Forellen stellten sich mal im Hafen darunter. "Guck mal, die Forelle denkt, das ist ein Algenfaden!" sagte ein Angler zu mir während die Forelle langsam der Schnur entlang schwamm. "Da stehen sie auch am Strand drunter, im Noor! Je länger der Algenfaden ist, desto besser. Die Forelle schmimmt immer dem Faden nach um zu sehen, ob da irgendwo ein Tangläufer drauf sitzt und rechnet nicht mit einem Fisch! Gleich endet dein Algenfaden...dann beisst sie an...!"
Immer dichter kam der Blinker und die Forelle blieb genau unter der Schnur. "Bin ja mal gespannt, was sie macht wenn der Blinker da ist!" sagte er, dann kam der Blinker und weil der gelbe Faden abrupt endete und plötzlich ein Blinker kam sah man richtig den Beissreflex der dadurch ausgelöst wurde, pang! Vehementer Biss! Das lassen sich die Forellen dann nicht entgehen. "Zack angebissen! Das habe ich mir gedacht, weil du gelbe Schnur nimmst, das habe ich auch schon mal erlebt. Ich glaub ich hab drei mal mehr Forellen mit gelber wie mit brauner Schnur gefangen und mit weisser Schnur - fängt man fast gar nichts! Grüne geht auch aber gegen gelbe Schnur kommt die Grüne nicht an, die sehen die Forellen zu spät. Nur mit regenbogenfarbener Schnur fängt man mehr, aber die bekommt man kaum noch" sagte der Angler.

Ich fange jedenfalls mit gelber Schnur am meisten Meerforellen. Die Schnurstärke wähle ich auch deshalb stärker weil das Seewasser einer 25er Schnur schon so zusetzt, dass schon nach wenigen Angeltagen die Schnur merklich gelitten hat.

Ich nehme auch keine kleinen Wirbel. Die biegen zu leicht auf. Lieber kräftige Karabiner, die bleiben auch wenn ein 10-Pfünder sich um sich selber dreht immer zu. Genauso gehe ich nicht mit einer Angel unter 3,40 Meter los.

Wir waren beim Waten Schneider geblieben. "Man steht ja schon 1 Meter im Wasser, und daher verkürzt sich die Distanz zur Wasseroberfläche im Gegensatz dazu, wenn man sonst mit der selben Rute am Ufer blinkert um etwa einen Meter!" sagte ein alter Angelfreund zu mir. "Daher fängt man nichts, wenn man diesen Unterschied nicht ausgleicht um den selben Winkel zum Köder zu haben wie den Winkel, den man hat wenn man vom Ufer aus angelt. Wenn man eine 2,40 lange Rute nimmt angelt man am Ufer genauso weit über dem Wasser, aber im Wasser nur noch etwas mehr als 1,40 meter - wer angelt schon mit 1,40...so lang wie die Rute ist, komisch, ich brauch eine 3,40 lange Angel und fünfzig Zentimeter mehr weil die 2,40 Rute schon am Strand auch schon zu kurz ist..."
Die allerbeste Rutenlänge ist vielleicht eine Ansichtssache. Die meisten Forellen gehen mir an den Haken, wenn ich 3,90 Meter beim Watfischen verwende. Allerdings ist dann das Angeln schwerer weil die Rute mehr wiegt und die Landung erfordert auch einige Übung, bei so einer langen Rute muss man die Forelle schon richtig heranholen um an den Fisch zu kommen. Aber man kann die Forelle weitaus besser dirigieren und auch bei Hängern ist es hilfreich mit einer längeren Rute. Und die Forellen beissen häufiger an.



Viel Spass am Pool der Meerforellen wünscht der
Steinbeisser :blob:

dorschgreifer
23.02.11, 06:26
Auch wieder eine schöne Geschichte, die zumindest zum Nachdenken anregt, Danke.:Daumen:

rapala
23.02.11, 11:04
Moin!
Sehr schöne Geschichte und Anleitung (stell doch mal in der Bastellecke rein (mit Bild vom selbstgebautem Köder ).
Wünsche Dir weiterhin viel Petir mit dem selbstgebauten Angelköder:Daumen:
Und wieder ein bastler hier der auch seine arbeiten anderen mitteilt . Toll:Daumen:
Würde gerne mal zuschauen, wie Du damit fischt :-D
Ich baue ja auch so das ein oder andere und habe jetzt wieder was,um es auch mal so zu versuchen.
Gruß, MArkus
P.S. Und alles sehr ausführlich beschrieben (nur die Bilder fehlen noch dazu;))

Steinbeisser
23.02.11, 21:04
Hab ich gar nicht dran gedacht mit dem Bastelthread, wenn ich mal wieder Blinker baue mach ich Fotos und einen Bastelkurs für euch!

Viel Spass beim Tüfteln wünscht der
Steinbeisser :blob: