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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Konditionierung von Meerforellen / Absteiger



MHahlbeck
25.03.11, 17:41
Ich meine gelesen zu haben, dass eine Meerforelle eine durchschnittliche Kondition hat, wenn sie einen Konditionsfaktor von mindestens 1,1 aufweist.

Formel: (Gewicht in g * 100) / (Länge in cm)³

Bei einigen Meerforellenfangmeldungen kann man den einen oder anderen totgeschlagenen Absteiger erkennen. Ist es aus der Mode gekommen, solche schlanken Fische wieder zurückzusetzen?

rosi
25.03.11, 20:40
So hab ich das gelernt.

Der Korpulenzfaktor K, auch Konditionsfaktor genannt, gibt das Verhältnis von Fischlänge zu Fischgewicht wieder. Jede Fischart hat einen eigenen K-Faktor, die Meerforelle z.B. einen von 0,9 - 1,1. Abweichungen von 15% liegen im Normalbereich. Je größer der Korpulenzfaktor ist, um so besser steht der Fisch im Futter und umgekehrt. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Umwelt des Fisches schließen.

Errechnet wird der K-Faktor mit Hilfe der Fultonschen Formel:

K = 100 mal Gewicht in g

geteilt durch Länge in cm³

Hat man z.B. die Länge des Fisches gemessen, aber keine Möglichkeit ihn zu wiegen, so kann man grob das Gewicht errechnen.

Gewicht in g = K mal Länge in cm³

geteilt durch 100

Eine 53cm lange Meerforelle kann demnach zwischen 1138g und 1883g wiegen. Dabei sind die 15% Toleranz schon eingerechnet. Richtig?

Böse Zungen behaupten, daß auch so mancher Angler Schwierigkeiten mit den 20cm hat.;) Dann werden die Fische schlank.

laulau
25.03.11, 20:43
geht das auch für andere fischarten oder nur für mefo´s ???

Duke Nukem
25.03.11, 23:04
Ein Korpulenzfaktor von 0,9 - 1,1 +/-15% für den "Normalbereich" erscheint mir sehr großzügig, bzw. wofür gilt dieser Bereich? Entnahme??

Zitat aus www.meerforellenkueste.de (http://www.meerforellenkueste.de/basics/die-meerforelle/):
Der Konditionsfaktor von Fischen lässt sich über die Fulton’sche Formel berechnen. Er sollte bei der Meerforelle 1,1 betragen. Meerforellen mit einem Konditionsfaktor < 0,9 sollten zurückgesetzt werden.

Zum Beispiel, anhand der Fangmeldung von salmo10 (http://www.anglerforum-sh.de/showpost.php?p=251087&postcount=36),(Willkommen im Forum) ergibt sich nach meiner Berechnung ein Faktor von 0,96.


Ich meine gelesen zu haben, dass eine Meerforelle eine durchschnittliche Kondition hat, wenn sie einen Konditionsfaktor von mindestens 1,1 aufweist....

Ich denke, es sollte zuerst zwischen einem Angler der sich innerhalb des rechtlichen Rahmens bewegt und einem Meerforellenangler aus Leidenschaft unterschieden werden.
Persönlich versuche ich mich an die freiwilligen Beschränkungen zu halten, aber es ist als Anfänger der MeFo-Angelei nicht immer eindeutig zu erkennen was am Haken hängt.

Das beste Mittel gegen die Entnahme von Absteigern ist m.E. informieren und sensibilisieren. Hier sind hilfreiche Tipps von Erfahrenen gefragt.

http://www.go-fair-fishing.de/images/stories/go-fair-fishing_FLYER_web.pdf

http://www.dsangelsport.de/downloader/pool/kuestenknigge.pdf


Andreas

Duke Nukem
25.03.11, 23:10
@ laulau

gibt's auch für andere Fischarten.

Hier eine Software zur einfachen Berechnung
http://www.shareware.de/korpulenzfaktor-kalkulator/

Ist leider alles wenig hilfreich wenn man am Wasser steht.


Andreas

Plumpsangler
26.03.11, 03:22
Toll was man so alles lernt. Meines Wissens ist der Korpulenzfaktor nur auf die Teichwirtschaft bezogen.
Die Aussagekraft eine Korpulenzfaktors wird sicherlich beim Vergleich in in den örtlichen Bedingungen schwinden.
Beim letzten Segelschein wurde mir beigebracht mit einem Sextaten nach Sternen zu navigieren. Im GPS- Zeitalter benötigt man derartige Dinge nur, um Prüflinge zu quälen.

Angler müssen geprüft werden und wenn uns nichts mehr einfällt, gibt es einen Korpulenzfaktor, welcher von unabdingbarer Wichtigkeit für die Ausübung eines Hobby wird. Es kann doch nicht sein, dass ein Angler in Ruhe am See sitzt und den Korpulenzfaktor seines eben wieder zurückgesetzten untermaßigen Zanders nicht errechnen kann.

MHahlbeck
26.03.11, 07:11
Toll was man so alles lernt. Meines Wissens ist der Korpulenzfaktor nur auf die Teichwirtschaft bezogen.
Die Aussagekraft eine Korpulenzfaktors wird sicherlich beim Vergleich in in den örtlichen Bedingungen schwinden.
Beim letzten Segelschein wurde mir beigebracht mit einem Sextaten nach Sternen zu navigieren. Im GPS- Zeitalter benötigt man derartige Dinge nur, um Prüflinge zu quälen.

Angler müssen geprüft werden und wenn uns nichts mehr einfällt, gibt es einen Korpulenzfaktor, welcher von unabdingbarer Wichtigkeit für die Ausübung eines Hobby wird. Es kann doch nicht sein, dass ein Angler in Ruhe am See sitzt und den Korpulenzfaktor seines eben wieder zurückgesetzten untermaßigen Zanders nicht errechnen kann.

Nicht-Wissen kann so befreiend sein, oder was soll uns Dein Post nun sagen??? :confused:

Wenn Dich das Thema nicht interessiert, dann kannst Du es doch ignorieren. Niemand hat behauptet,


Es kann doch nicht sein, dass ein Angler in Ruhe am See sitzt und den Korpulenzfaktor seines eben wieder zurückgesetzten untermaßigen Zanders nicht errechnen kann.

Warum so pissig??

MHahlbeck
26.03.11, 08:04
Das beste Mittel gegen die Entnahme von Absteigern ist m.E. informieren und sensibilisieren. Hier sind hilfreiche Tipps von Erfahrenen gefragt.

http://www.go-fair-fishing.de/images/stories/go-fair-fishing_FLYER_web.pdf

http://www.dsangelsport.de/downloader/pool/kuestenknigge.pdf

Diese Flyer scheinen wirklich nötig zu sein.

Mich würde mal interessieren, wie diese Fulton-Formel ermittelt wurde.

dat_geit
30.03.11, 13:25
Diese Flyer scheinen wirklich nötig zu sein.

Mich würde mal interessieren, wie diese Fulton-Formel ermittelt wurde.

Bezüglich der Ableitung der Fulton Formel kann ich dir gerne weiter helfen.

www.uib.no/People/nfiag/nfiag/reprints/NashETAL2006Fisheries.pdf

Da kannst du einiges über die wissenschaftliche Arbeit erfahren und auch die Zusammensetzung bzw. Herleitung der Formel nachlesen.

MHahlbeck
30.03.11, 15:20
Da kannst du einiges über die wissenschaftliche Arbeit erfahren und auch die Zusammensetzung bzw. Herleitung der Formel nachlesen.

Super, vielen Dank. Das werde ich mir heute mal reinziehen. :Daumen:

dat_geit
30.03.11, 17:23
Gern geschehen.

Hier das könnte dich auch noch interessieren.

http://www.schriften.uni-kiel.de/Band%2044/Gehlhaar_44_107_126.pdf

Gehlhaar, C. (1974):
Untersuchungen über Alter und Wachstum von Meerforellen der Farver Au und Rantzau.
Schr. Naturwiss. Ver. Schlesw.-Holst. 44, 107-126

Martin Purps
30.03.11, 17:28
Für meinen Verein habe ich mal folgenden leicht lesbaren Beitrag verfasst:


Fitnesscheck bei Fischen?

Bei wildlebenden Tieren, wie bspw. den Fischen in unseren Fleeten, gibt es durchaus die Möglichkeit schnell etwas über ihren Ernährungszustand auszusagen. Bei Menschen gibt es dazu den BMI (Body-Mass-Index), auch Körpermasseindex oder einfach Gewichtsindex genannt. Das Problem bei Menschen ist eher die Überernährung, also Fettleibigkeit, bei Fischen ist es genau umgekehrt. Die müssen in einem natürlichen Lebensraum mit dem natürlicherweise verfügbaren Nahrungsangebot auskommen, ein Gang zum Lebensmittelmarkt ist ihnen nicht möglich, nicht nur aus finanziellen Gründen. Ist das Nahrungsangebot, was sich meist aus Insekten, Würmern, Krebsen, Fischen und Muscheln zusammensetzt, nicht ausreichend, so schiebt der Fisch Hunger, wird entkräftet und weniger robust gegenüber Krankheiten, Parasiten und ungünstigen Lebensbedingungen. Ein Punkt, der besonders bei Besatzfischen im Herbst wichtig ist. Sind die Tiere bereits beim Besatz nicht fit, so werden sie im Winter mit zu wenig Reserven und kleinem Nahrungsangebot eine deutlich geringere Überlebenschance haben, als gut genährte Artgenossen.

Wie berechne ich nun die Fitness oder Kondition eines Fisches? Der rechnerisch zu ermittelnde Wert heißt jedenfalls Konditions- oder Korpulenzfaktor, oder abgekürzt K-Faktor.
http://www.anglerforum-sh.de/gallery/files/2/4/1/k-formel.jpg
Für die Berechnung brauche ich, genau wie beim BMI, das Gewicht (in Gramm [g]) und die Länge (in Zentimeter [cm]). Bei Fischen geht man davon aus, dass sie mit ihrer Figur idealerweise einem Ball ähneln, so dass der Fitnessindex über 1 liegen sollte. Beim Menschen entspricht das ganz sicher nicht dem Gesundheits- oder Schönheitsideal. Die theoretische Annahme der Ähnlichkeit mit einem Ball birgt das Risiko der Verallgemeinerung, die nicht zwischen einem Aal und einem Karpfen unterscheidet, deswegen muss man aufpassen, welche Fischart man betrachtet.

http://www.anglerforum-sh.de/gallery/files/2/4/1/k-faktor.jpg

Als Beispiel betrachte man diese Grafik, in der die Fischarten Barsch, Rotauge und Schleie verglichen werden. Für jede Art ist eine getrennte Beurteilung erforderlich, sonst käme man auf die Idee, die Schleien seien grundsätzlich fitter als die Plötzen und die Barsche. Zu erkennen ist hier allerdings, dass offensichtlich der Ernährungszustand oberhalb 15 cm recht gut ist, darunter könnte er besser sein. Ein anschauliches Beispiel: Ein Dorsch kommt bei einer Länge von 110 cm und einem Gewicht von 12 kg auf einen K-Faktor von 0,9, als mager würde er uns sicher nicht auffallen. Zur Diskussion, was wiegt ein Aal von 100 cm Länge „normalerweise“ und welchen K-Faktor erreicht er damit?

Die Formel lässt sich in jeder Tabellenkalkulation, wie Calc (openoffice.org) oder Excel leicht eingeben, so dass jeder selbst die nötigen Berechnungen mit seinen eigenen Fängen probieren kann.


Vorsicht mit solchen diskreten Werten wie 0,9 das ist allerhöchstens ein Wert zur Orientierung bei einer bestimmten Fischgröße, so wird das auch gemeint sein. Der durchschnittliche Angler wird auch kaum etwas mit einem Toleranzbereich von 15 % (willkürlich) anfangen können. Es handelt sich wieder mal um eine Ansichtssache, die hier bitte nicht zu einer Diskussion über den Fang von Absteigern wird.