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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Färbung



rosi
24.05.11, 23:10
Am Sonntag fing ich eine gut genährte, goldschimmernde Meerforelle in der Ostsee, nicht braun. Ohne Laich. Nun habe ich einige Fragen an die Experten unter euch:

Wie lange sind Meerforellen eigentlich im Laichkleid? Wie schnell/lange geht die Verfärbung vor sich? Über Nacht? Oder wochenlang? Ist das abhängig von der Größe des Laichgewässers? (In dem Fall der Hellbach, also klein)
War es ein Aufsteiger oder ein Absteiger?
Normal wäre Absteiger zwischen Januar und März, Aufsteiger zwischen September und November.

Oder, anderer Gedankengang. Verfärben sich Meerforellen je nach Untergrund, so wie Bachforellen? (Also eine blinde Bachforelle sieht schwarz aus)

Talisker
25.05.11, 08:52
Petri zur Trutte Rosi! Ich habe vorletztes Jahr mal innerhalb einer Stunde 2 Fische mit so einer Färbung gefangen, in einem Binnengewässer. ;) Ich glaube auch so Mai/Juni. Beide fett gefressen aber untermaßig.
Im Buch Küsten-Strategie Meerforellen (http://www.anglerforum-sh.de/showthread.php?t=12838&highlight=k%FCsten-Strategie) gibt es einen Absatz zu solchen Fischen. Die Dänen nennen sie Fjordforellen oder Garnelenfresser. Sie halten sich ganzjährig in der Nähe der Flusssysteme auf und ernähren sich vorwiegend von Garnelen, was wohl ein Grund für die Goldfärbung sein kann. Eure Meck-Pomm-Küste hat vielleicht, die Chemie des Ostseewassers betreffend, auch einen Fjord-Charakter.

dorschgreifer
26.05.11, 10:01
Normal wäre Absteiger zwischen Januar und März, Aufsteiger zwischen September und November.


Zumindest daran kann man das nicht festmachen. Bei uns in der Stör sind jetzt schon die ertsen Aufsteiger angekommen. Die Zeiten des Auf- bzw. Absteigens sind sehr unterschiedlich. Der Link von Sebastian ist da schon ganz gut, wobei eine 100%ig richtige Aussage dazu kann eventuell keiner treffen.

Talisker
26.05.11, 10:24
Meines Wissens nach werden sowohl der saisonale Hormonhaushalt als auch der Salzgehalt als Ursache für die Färbung vermutet. So halten sich wohl viele Grönländer permanent in der Nähe von Flussmündungen auf. Diese können dann eine Färbung annehmen, ohne aufzusteigen.

rosi
26.05.11, 13:45
Moin ihr, ich habe mir soeben das Buch bestellt und bin schon ganz gespannt. Das scheint interessant zu sein. Vielen Dank Sebastian für den Tip:Daumen:

Ich habe gestern in selber Gegend noch so eine Eingefärbte gefangen, jedoch untermaßig. Sonst hätte ich mal im Magen nachgesehen was sie gefressen hat. Nächstes Mal.

rosi
06.06.11, 16:09
Moin ihr, das Buch ist sehr lehrreich, wenn man sich an den Schreibstil der Verfasser gewöhnt hat. Schachtelsätze mag ich nicht so gern. Manche ergeben keinen Sinn. Also darauf müßten die Autoren in der nächsten Auflage mal achten. Den Garnelenfresser habe ich gefunden, die Beschreibung fand ich zutreffend.
Was mir sehr gut gefallen hat, sind die Hinweise zu den Strömungsverhältnissen, zur Angelplatzsuche und die Aufforderung einfach an sich selbst und seinen Köder zu glauben.

Michael Voss
07.06.11, 00:17
Hi Rosi.....
ich denke, dass Du mit dem Buch einen guten Griff getan hast, auch wenn das Lesen etwas schwierig erscheint (war halt das erste Werk ;) )
Zur Färbung : Die ersten Fische sind zum Teil schon Anfang Mai zum Aufstieg bereit und dementsprechend gefärbt.

Ob hier bei uns die typische "Fjordforelle" mit entsprechender Färbung tatsächlich unterwegs ist, möchte ich allerdings einfach mal anzweifeln.
Solche Fische habe ich bisher nur in der Flensburger Förde,
oder in Dänemark in den Vigen fangn können....ganzjährig.....
Hier mal ein Beispiel aus dem August des letzten Jahres.....Süddänemark....gefangen in einer typischen Vig.....
Beide Fische gut über 50, aber absolut unterschiedlich gefärbt.
Beide Fische keinerlei Laichansätze (Laichhaken sowieso nicht).
Und jetzt kommt es....beide Fische randvoll mit Garnelen....hmmmm.....

warum nun einmal Silber und einmal Braun ??
Das ist mit Sicherheit eine Frage, die wir nicht klären können....