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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wissenschaftliches Projekt "MehrForellen"



Robert Vollborn
12.06.13, 09:03
Folgende Nachricht habe ich gerade bekommen. Es wäre schön, über Fangdaten zu noch mehr Informationen über Meerforellen zu kommen. Interessenten melden sich bitte direkt bei der angegebenen e-mail-Anschrift.


Liebe Meerforellenangler,

im Rahmen meiner Doktorarbeit am Thünen-Institut für Ostseefischerei habe ich das Projekt „MehrForellen“ zur Erhebung von biologischen, sozio-ökonomischen und angelfischereilichen Daten aus der Meerforellenangelei in den deutschen Ostseegewässern gestartet.
Bisher wissen wir leider nur sehr wenig über die Bedeutung der Angelfischerei auf Meerforelle sowohl im Hinblick auf die Nutzung des Ostseebestandes durch die Angler als auch mit Blick auf den sozio-ökonomischen Nutzen der Meerforellenangelei für die Küstenregionen. Zusätzlich fehlen auch noch viele grundlegende Informationen über die Ökologie und den Zustand des Bestandes.

Das Ziel des Projektes ist daher, ein besseres Verständnis über den Zustand, die Ökologie und die Nutzung der Meerforellenbestände in der Ostsee zu erlangen. Gleichzeitig soll die sozio-ökonomische Bedeutung der Meerforellenangelei quantifiziert werden, um eine wissenschaftliche Datengrundlage zu gewinnen, auf deren Basis die Interessen und Bedürfnisse der Angler besser in das zukünftige Fischerei- und Küstenzonenmanagement einbezogen werden können. Erst eine solide Datenbasis ermöglicht es, bereits bestehende Regelungen (z.B. Mindestmaße, Entnahmebegrenzungen, Schongebiete) und Maßnahmen (z.B. Besatzmaßnahmen und Gewässerrenaturierungen) objektiv zu bewerten. Zusätzlich können die gewonnenen Erkenntnisse als Hilfe für neue oder veränderte Managementempfehlungen dienen und dazu beitragen, die Entwicklung einer nachhaltigen Angelfischerei auf Meerforelle zu fördern, um diese einzigartige Angelei auch noch nachfolgenden Generationen zu ermöglichen.

Zur Gewinnung der Daten führen wir unter anderem eine Angeltagebuchstudie durch, für die ich auch auf diesem Wege noch Teilnehmer suche. In dem Tagebuch werden einige Informationen über Eure Meerforellenangeltage und Eure Fänge abgefragt (dauert etwa 1-2 Minuten pro Meerforellenangeltag). Außerdem erhält jeder Teilnehmer einmalig einen Fragebogen mit einigen allgemeinen Fragen zur eigenen Person bzw. über das Meerforellenangeln sowie alle drei Monate einen Fragebogen über die persönlichen Ausgaben für das Meerforellenangeln (damit wollen wir die ökonomische Bedeutung der Meerforellenangelei für die Küstenregionen untersuchen). Außerdem erhaltet Ihr einige Papiertütchen inkl. einer Anleitung, um gegebenenfalls Schuppenproben (für eine Altersbestimmung) von gefangenen Fischen zu sammeln.

Die Studie läuft ein Jahr lang, um auch jahreszeitliche Effekte abzudecken und eine ausreichend große Datenmenge zu sammeln. Egal ob Viel- oder Gelegenheitsangler, jeder der gezielt auf Meerforellen angelt, ist eingeladen an der Studie teilzunehmen.

Wenn Ihr uns unterstützen und teilnehmen möchtet, schickt uns einfach Eure Kontaktdaten (Name, Adresse und E-Mail und/oder Telefonnummer) an angeln@ti.bund.de. Ihr bekommt dann alle nötigen Unterlagen und Materialien von uns per Post zugeschickt (Alle Daten werden natürlich vertraulich behandelt, anonym ausgewertet und nur für diese Studie genutzt).

Mehr Informationen zu dem Projekt findet Ihr unter: www.ti.bund.de/dmap

Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr das Projekt unterstützen würdet. Für Rückfragen stehen wir gern jederzeit zur Verfügung.

Tight lines und Petri Heil

Simon Weltersbach

Kontakt:
Thünen-Institut für Ostseefischerei
Simon Weltersbach
E-Mail: angeln@ti.bund.de

PS: Alle Teilnehmer haben am Ende der Studie die Chance, einige schöne Preise (Meerforellenangelgerät und -zubehör) zu gewinnen.

Achim reload
12.06.13, 14:58
Moin,


ein Institut der Fischereiwirtschaft befragt Angler zu ihren Meerforellenfängen...



... da gehen bei mir erstmal sämtliche Alarmglocken los.

Ich werde mal versuchen, mit den Leuten in Kontakt zu treten und ihnen auf den Zahn zu fühlen und empfehle jedem eine gesunde Portion Skepsis, bevor er da Auskünfte gibt.

@Robert: Hast du eventuell Informationen über das Thüneninstitut und seine Verbindungen zur Fischereiwirtschaft und zu diesem Projekt?


Viele Grüße!


Achim

Achim reload
14.06.13, 12:48
Moin,


ich habe gerade mit Herrn Weltersbach ein längeres aufschlussreiches Gespräch geführt. Er hatte viel Verständnis für meine Skepsis und konnte sie weitestgehend vertreiben.

Er konnte mir versichern, dass seine Arbeit und auch das gesamte Thünen Institut nicht von der Fischereiwirtschaft finanziell unterstützt werden. Wenn also das Ergebnis und das Fazit dieser Untersuchung der Fischereiwirtschaft nicht schmecken wird (was sehr sicher der Fall sein wird...), haben sie dennoch keinen direkten Einfluß auf die Veröffentlichung und die daraus entstehenden Konsequenzen.

Es geht mehr darum, festzustellen, welche Rolle die Meerforellenangler an der Küste spielen - wie oft sie fischen gehen, was sie im Schnitt fangen und wieviel Geld sie für ihre Fischerei ausgeben. Das finde ich durchaus begrüßenswert, denn unsere wirtschaftliche Bedeutung wird sicher häufig total unterschätzt. Eine von Anglern gefangene Meerforelle bringt der Region sicher das Vielfache an Geld (Kauf von Angelgerät und Ködern, Treibstoff, Parkgebühren; bei auswärtigen Anglern Zusatzabgabe, Übernachtung, Essen...) als eine von Nebenerwerbsfischern schwarz verhökerte Forelle (fast gar nichts...).

Deshalb: Entwarnung, mitmachen! :absolut:


Viele Grüße!



Achim

Skippy
15.06.13, 17:41
Moin Moin,

in Dänemark kam bei einer solchen Studie aus 2011er Zahlen raus, daß pro Meerforelle 410 EUR investiert wurden. Das entspricht einem Kilopreis von 268 EUR !!!
(Quelle: Fliegenfischen 4/2013)

Wenn diese zahlen richtig eingesetzt werden, dann dürfte das sogar extrem helfen.

Da macht sich bestimmt der eine oder andere Nebenerwerbsfischer Gedanken auf Angler umzuschulen :-)


Gruß
Florian