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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ausfahrt mit Kleinboot endete mit einem Malheur - und ein dicken Dank an Meckerpott !



Kaki_Sven
17.04.14, 09:40
Moin.

Tja, wie die Überschrift schon vorher sagt, endete der gestrige Angelausflug mit HolgerW, seiner Tochter und mir, nicht wie geplant, aber dazu später mehr.

Dienstag früh fragte mich Holger, ob ich Zeit hab, am Mittwoch mit auf die Ostsee zu kommen.... - nicht lang überlegt und sofort ja gesagt. Also holte mich Holger
dann auch zeitig ab und wir waren um 09:15 Uhr ab Marina Wendtorf mit dem Kleinboot auf dem Wasser. Da Holger zuvor per Handy seinen letzten Fangort gekennzeichnet hatte, fuhren wir die entsprechende Kante ab, um dort gezielt auf Dorsch zu fischen. Es sollte sich zeigen, dass Holger einen richtigen Riecher hatte.

Schnell landete er den ersten maßigen Dorsch. Nach einem Standortwechsel kam dann auch Nummer 2 bei Holger ans Band. Kurz darauf gesellte sich ein 48er Dorsch an meiner Rute zu den beiden Dorschen in Holgers Kiste.

Nach einem erneuten Ortswechsel und einigem Fachsimpeln; Holgers Tochter fragte uns mitunter Löcher in die Köderboxen; stellte sich bei mir eine "angesagte" Doublette ein. Leider war nur einer der beiden Dorsche groß genug um in die Kiste zu wandern. Der andere durfte wieder ins nasse Element.

Um wieder zur Kante zu driften erfolgte erneut ein Standortwechsel. Hier stellte sich dann zum ersten Mal ein kleines Problemchen mit dem Motor dar.

Er wollte nicht mehr anspringen. Trotz gefühlter 1000 Versuche, ich möchte wetten, dass Holger heute früh einen Tennisarm und Muskelkater im rechten Oberarm hat, sprang der Motor nicht an.

Tja, nun war guter Rat teuer, denn die Drift trug uns langsam in die Fahrrinne der Steena Line. Also schnell geankert und weiter probiert. Trotz weitere verzweifelter Versuche, sprang der kleine Motor nicht an.

Witziger Weise stieg natürlich genau in dem Moment, wo der Anker zu Wasser war, erneut ein untermaßiger Dorsch auf meine Montage ein. Und wie es so wollte, schwamm er natürlich zur Ankerkette.

Also, kurz den Anker hochgeholt, den Dorsch gelöst und wieder geankert.

Da der Motor weiterhin streikte, telefonierte Holger schon mit Gott und der Welt, um irgendwie Hilfe herbei zu bekommen. Die sollte auch kommen, aber noch nicht.

Nachdem Holger bei einem "Inspektion" der Motors festgestellt hatte, dass sich der Choke ausgehakt hatte, sprang der Kleine an und wir schipperten erneut Richtung Kante und ein großes Stück weg von der Fahrrinne.

Bei erreichen des Stopps, kamen wir schnell zur Überlegung, ob wir den Motor nicht lieber hätten laufen lassen sollen...... - wäre besser gewesen. Denn nach der kurzen Fahrt zum nächsten Spot ging nämlich wieder einmal nix mehr. Und wie es dann halt kommen soll, kommt's auch. Denn nach dem zweitausendsten Versuch den Motor zu starten, franste das Starterseil so extrem aus, dass auch jetzt klar wurde, dass wir ohne fremde Hilfe den Hafen nie erreichen würden.

ICH sah mich schon aufm Seenotrettungskreuzer umsteigen, um überhaupt nach hause zu kommen.

Holger hatte aber bei einem weiteren Telefonat erfahren, dass der liebe Kollege "Meckerpott" auch mit seinem Boot aufm Wasser war. Nach einem kurzen Gespräch und Übermittlung unserer Koordinaten, kam dann Jens mit "Charly" und nahm uns in Schlepptau.

Bis zum Heimathafen war es eine gefühlte Ewigkeit, und als wir am Steg ankamen, sahen wir auch in die lachenden Gesichter einiger "Skipper", die natürlich voller Schadenfreude an ihren Booten standen und uns "begrüßten".

So kamen wir aber wenigstens mit Fisch und heil im Hafen an und waren froh, dass es toll ist, wenn so schnell und so unkompliziert Hilfe zur Stelle ist.

Aus diesem Grund ein ganz dickes :danke: an Jens, der uns aus der unglücklichen Lage "gerettet" hat.

Gruß,

Sven

Bert
17.04.14, 10:00
Ah, Rätsel gelüftet! ;)

Ja, der Meckerpott auf dem Wasser erspart die Seenotrettung...

Schön, dass das am Ende doch noch alles so gut geklappt hat und Petri zu den Dorschen!

dorschgreifer
17.04.14, 10:03
Danke für den Bericht Sven.

Ich habe das ja auch alles schon per Telefon erfahren, echt blöde Geschichte, die zum Glück glimpflich ausging. Also gut, dass amn hier eineige Leute kennt, die dazu noch sehr hilfsbereit sind.:Daumen:

Die Sache schult aber für die Zukunft, denn da wird man zumindest auf die passierten Dinge vorbereitet sein, es zumindest versuchen. Gut auch, dass man immer einen Anker mit genügend Ankerleine an Board hat, womit man ein Abtreiben in die Fahrrine verhindern kann, was ja verherende Folgen haben könnte.

Auf jeden Fall Petri zu den Fischen und Jens ein großes Dankeschön, das er geholfen hat.

degl
17.04.14, 10:17
Auch wenns sich "vergnüglich" liest................Dank an den "Wassergott", das es so gesehen relativ glimpflich ausging:Daumen:

gruß degl

Heide63
17.04.14, 10:19
tolle Geschichte. Hatte das Gefühl, dabei gewesen zu sein. Vielen Dank dafür und Petri zu den Fischen.

Meckerpott30
17.04.14, 13:11
Gern geschehen! Auf dem Wasser ticken die Uhren eben noch anders. Da hilft eigentlich jeder.


Aber ohne die junge Dame an Bord hätte ich euch sicherlich erstmal 500 m rudern lassen. ;););)

Nordmann
17.04.14, 15:58
Noch mal alles gut gegangen.......

Rapante
17.04.14, 16:11
Seit mir mal auf der Eider bei einer Ausfahrt der Scherstift (?) durchgeknallt ist, und auf dem Kahn natürlich kein Paddel und nix an Board war, habe ich bei Ausfahrten mit motorisierten Booten auch immer Bammel das die Maschine verrrekt. Das mit dem Ankerseil ist muss ich mir dringend merken.

Toll das der nette Herr Jensemann euch "retten" konnte!

malling
17.04.14, 17:44
Zum Glück seit ihr noch gut reingekommen. War ja leider in Berlin und konnte euch deshalb nicht helfen. Naja ich schau mir die Tage ja mal den Motor an und dann wird das (hoffentlich) danach nicht mehr passieren.

Dorschjäger
17.04.14, 18:57
Moin

Na dann habt Ihr ja noch einmal Schwein gehabt.
Ich habe als stille Reserve immer einen kleinen 3,5Ps Yamaha mit Internen Tank dabei.
Der Yamaha paßt schön unter den Zwischenboden.
Damit gewinnt man zwar kein Rennen, man kommt aber immer nach hause.

Carsten Carstens
18.04.14, 11:49
Sehr schön geschrieben, Sven.
Das liest sich wirklich sehr gut und ist spannend geschrieben, so wie das Leben eben ist.

Und genau das ist das, wovor ich auch so einen Bammel habe. Der Motor springt nicht mehr an und Hilfe ist nicht erreichbar. Jens kann und ist ja nicht überall.
Aus diesem Grunde fahre ich auch ungerne alleine raus. Ich versuche immer noch einen weiteren Kameraden zu einer Tour zu überreden. Zu Zweit kann der eine dem anderen immer helfen.

Danke für deinen tollen Beitrag. Ich denke, dieser Beitrag wird sehr oft aufgerufen werden und regt zum Nachdenken an.

mardie
18.04.14, 15:24
Das vergisst man wenigstens nicht so schnell.
Am Fopu ist beschaulicher denkst du bestimmt;)

Andi
18.04.14, 18:49
Was ähnliches ist mir vor Jahren auch mal, sogar mit einem Ruderboot passiert.Ich war mit einem Kumpel
mit einem Mietboot auf dem Plöner See unterwegs,und als der Wind immer stärker wurde,beschlossen wir,
zusammen auf die Ruderbank,jeder ein Paddel und dann volle Kanne.Wir waren noch gar nicht lange unterwegs,
ein lautes knacken,und mein Kumpel fliegt nach hinten von der Ruderbank.Das Ruder sauber durchgebrochen.
Weil es so windig war,ist das Stück mit dem Ruderblatt so schnell abgetrieben,dass wir es nicht mehr rausfischen
konnten.Dann sind wir mit einem Affenzahn kilometerweit quer über den See getrieben.Zum Glück dann ,auch nach
einer gefühlten Ewigkeit, endlich an das Ufer.Ich bin dann bei dem Boot geblieben,und mein Kumpel war dann drei
Stunden unterwegs,ein neues Paddel zu besorgen.Seitdem ist immer ein drittes Ruder mit an Bord.:absolut:

Carsten Carstens
18.04.14, 18:52
Andi, andere haben gar keinen Paddel mit.

Andi
18.04.14, 19:08
Andi, andere haben gar keinen Paddel mit.

Nee,danke Carsten,ich bin geheilt.!!! :)

Carsten Carstens
19.04.14, 13:40
Gut so, ich bin nämlich auch so ein Muffengänger und bin eigentlich auch recht froh darüber. Lieber etwas vorsichtiger an die Sache gehen, kein Fisch an der Angel ist das Leben eines Menschen wert.