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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Desaster oder doch nur Pech



Carsten Carstens
27.09.15, 18:07
Oder Plattenangeln für Kurzentschlossene

Wir Angler sind nun einmal so, es muss auch mal für Kurzentschlossene losgehen.
Am Freitag wollte mein Sohn mit seiner Freundin, samt Hund, an den Büsumer Deich, ein wenig „Gassi gehen“
Warum auch nicht, etwas Seeluft hat noch keinem geschadet.
Was denkt sich jetzt ein Angler:
Wann ist Ebbe?
Kann ich morgen vielleicht zum Fischen?
Wie wird das Wetter?
Was will der Rest der Familie?

Ebbe war natüüürlich am Nachmittag, passte also irgendwie ganz genau.
Und Samstag zum Fischen? Klaaar, alle anderen hatten ja schon was vor, nur ich nicht.
Das Wetter ist doch Nebensache, war aber trotzdem perfekt, um mit Boot und Geraffel an die Ostsee zu fahren.
Was schert mich dann der Rest der Familie, die eh etwas vor hatten....

Also Grabeforke eingepackt und während der Rest der Familie den Hund ausführte, machte ich meinen Frühsport am Nachmittag.
Tief stechen und nicht weit schmeißen.
Etwas beschwerlich war es schon, aber ne gute halbe Stunde, da waren 100 Würmer raus.
Unterdessen waren dort bereits insgesamt 10 Buddler.
Den einen fragte ich noch, wo es denn hingehen sollte. Etwas wortkarg der Gute, aber Schönhagen konnte ich gerade noch verstehen.
Also den Guten nicht im Schnack aufhalten und ab nach Hause.

Der nächste Tag gestaltete sich dann doch etwas langatmiger. Ein Vorzeichen?
Mach mal dies, mach bitte das. Kannst Du noch mal und hast Du noch einmal Zeit.
So verging die Zeit und ich konnte noch auf die Schnelle hier im Forum nach dem Rechten schauen.
Malling hatte da einen Tipp, also mit Malling telefoniert.
Das hörte sich ja nach einem mehr als perfekten Angeltag an.
Also, sattelt die Pferde und los.

Gut gelaunt mussten erst einmal knapp 90 km Wegstrecke zurückgelegt werden. Gegen 11.00 Uhr kam ich in Wendtorf an.
Dort sollte ich mein kleine Boot zu Wasser bekommen, also slippen.
Dort, wo es eigentlich sein sollte, war jeden Falls abgesperrt, ein Absperrband verhinderte meine Weiterfahrt.
Zwei nette Leute von einem Boot gefragt, zeigten auf den „Chef“.

Freundlich wie ich nun einmal bin, stellte ich mich dem kurz vor und teilte mein Begehren mit.
Ich bekam ein Abfuhr, sprich ich sollte es woanders versuchen. Möltenort oder so.

Trotz der Bitte, weil eben bereits eine sehr lange Anfahrt schon zurückgelegt wurde, erklärte er mir unmissverständlich, dass dort nur seine Leute mit Jollen slippen dürften.

Na ja, Enttäuschung auf ganzer Linie.

Soviel zu einer gewissen Freundlichkeit, die mir von den beiden Bootsleuten zuvor bescheinigt wurde, die aber wiederum dieses Verhalten absolut nicht verstehen konnten...

Also ab nach Laboe.
Eine wirklich sehr nette junge Frau im Touristbüro wollte mich für 12 Euronen slippen lassen, nur Parkplätze für Auto und Trailer gibt es dort nicht.
Entweder im Ort suchen, oder die Parkuhr betätigen. Wo aber sollte ich zwei Teile derart parken?
Das wusste die junge Dame auch nicht.
Mein Geschleuder hatte ich bereits an der Slippe geparkt, was wohl andere störte, weil diese dort ja parkten und so nicht mehr wegfahren konnten. Jeder weiß doch, das ein Slippen nicht in 2 Minuten geschehen ist., oder?

Also weiter, aber nach Möltenort.
Gepestet, genervt, total niedergeschmettert, frustriert und fast auf 180 suchte ich erst einmal nach eine Parkmöglichkeit. Ein Auto, kein Problem, aber mit Boot im Schlepp?

Aber irgendwie konnte man mir das wohl ansehen.
Die Welt zeigte sich auf einmal von einer anderen Seite, man kann auch sagen, die Sonne ging auf.
Ein netter junger Mann fragte mich auf dem Parkplatz, ob er mir helfen könnte!!! Wirklich, er fragte mich tatsächlich.
Ich erzählte ihm von meiner Odyssee.

„Kein Problem, ärgere dich bloß nicht über die Wendtorfer....“
Da vorne kannst Du slippen. Kannst dem Hafenmeister etwas Geld in einen Umschlag packen und dein Auto samt Trailer hier kostenlos abstellen.
Dann fährst Du mit deinem Boot dahin, oder dort hin, oder eben ganz nach Heidkate. Wäre die beste Alternative.

Der Mann baute mich wieder auf. Alles andere war nun wieder ganz einfach und es lief perfekt.
Nun war es ja schon nach 12.00 Uhr und ganz nach Heidkate wollte ich nicht mehr fahren. Ich wollte angeln und nicht den ganzen Tag herumfahren.
Denn die Strecke soll ja auch wieder zurück gelegt werden...

Also probierte ich es erst einmal hier und dann da. So wie viele andere auch. Nur die anderen, die wollten Heringe haben. Ich aber nicht.
Ach was sollst, ab zum Leuchtturm und dort an die Sandbank, 6 m – Kante suchen und fischen.

Dort angekommen hatte ein anderer die gleiche Idee, nur der hatte die ganz Küste mit Netzen ausgelegt. Und ganz genau die Tiefe, von 4 auf 6 Meter.

Ich suchte und suchte eine kleine Ecke und konnte nur am Anfang der Netze kurz vor dem Leuchtturm ein freies Fleckchen finden.
6, 80 m und Anker raus.

Dann die Ruten bestückt mit Wattis und eine Rute mit Buttlöffel. Zweiter Wurf mit Löffel der erste Biss und eine Platte dick und rund.
Stetig kam dann noch die eine und andere dazu. Eine Platte ging an die Stellrute, 5 an den Löffel.

Dann stiegen auch noch zwei 50er Dorsche in der Stellrute ein. Der Tag war gerettet. Sonne pur und Fisch und eine Ruhe, für mich ganz alleine.
So konnte ich den Typen von Wentdorf doch vergessen, aber Werbung, werde ich für den Hafen sicher nicht machen.

malling
27.09.15, 18:30
Das tut mir leid das die da mittlerweile so bescheuert geworden sind. Der Besitzer vom Hafen in Wendtorf hat ja gewechselt und der ist s.. däml......
Deshalb hab ich ja auch den Hafen gewechselt. Der Slip gehört aber eigentlich nicht zum Hafen und war bis letztes Jahr immer frei und nicht abgesperrt.
Naja dann sind da wohl wirklich nur noch Idioten da oben. Der Hafenmeister von Möltenort ist einfach nur klasse. Ganz ganz netter entspannter Typ.
Aber schön das du trotz der Startschwierigkeiten noch einen erfolgreichen Tag hattest.

Carsten Carstens
27.09.15, 18:55
Ja Malling, nochmals vielen Dank für deine Bemühungen.
Den Hafenmeister habe ich nicht kennenlernen können, weil er unterwegs war. Aber kein Problem. Tütchen mit Stift liegen an seinem Häuschen parat. Kurz ausfüllen, Geld hinein und ab in seinen Briefkasten.
Kein Schranke, keine Kette, kein nichts kein gar nichts an Sicherung. Das nenne ich einmal Vertrauen. Ich jedenfalls bin hoch erfreut.
Obwohl beim nächsten Mal würde ich eine Slippe auf der anderen Seite der Förde nehmen, für lau. Nicht so konfortabel, aber völlig ausreichend.
Beim Ausslippen erzählte mir dieses ein netter Heikendorfer, mit dem ich auch noch ins Schnacken kam....

malling
27.09.15, 18:58
Ach stimmt ist da bei Strande nicht noch irgendwo ne kostenlose Slippe?

Carsten Carstens
27.09.15, 19:00
Friedrichsort, Skagerrakufer

kanalflunder
27.09.15, 20:41
Hallo Carsten,

die ist in einem saumäßigen Zustand.

Mit Petri Heil
Jürgen

Watt wär´n wa ohne Wattwurm?

dorschgreifer
28.09.15, 06:06
Danke für den Bericht Carsten.

Manchmal läuft alles und manchmal hat sich die Welt gegen einen verschworen..., das kenne ich auch. Muss man dann immer sehen, dass man das Beste daraus macht.

Immerhin hast du ja noch ein paar Fische gefangen, Petri dazu.:Daumen:

Frank Jig
28.09.15, 07:58
Petri, freut mich dass es noch geklappt hat. Hab ich schon erwähnt dass ich nach 7 Jahren Sportboot auf Kajak umgestiegen bin? In der Zeit in der du versucht hast zu Slippen bin ich schon in der Dänischen Südsee.

Gruß

Frank

Bert
28.09.15, 08:30
Moin Carsten,

das klingt tatsächlich nach einer kleinen Odyssee, um das Boot ins Wasser zu bekommen. Aber am Ende hat es ja geklappt und die Fische haben auch mitgespielt. Dickes Petri! :Daumen:

degl
28.09.15, 09:13
Hi Carsten.........abgesehen von der ganzen Fahrerei.........konntest du wenigstens auf dem Wasser sein:Daumen:

Ich hoffe mal auf Mittwoch :blob:

gruß degl

Carsten Carstens
28.09.15, 13:28
Hallo Carsten,

die ist in einem saumäßigen Zustand.

Mit Petri Heil
Jürgen

Watt wär´n wa ohne Wattwurm?

Oh, die muss ich mir dann ja mal angucken, vielen Dank.


Danke für den Bericht Carsten.

Manchmal läuft alles und manchmal hat sich die Welt gegen einen verschworen..., das kenne ich auch. Muss man dann immer sehen, dass man das Beste daraus macht.

Immerhin hast du ja noch ein paar Fische gefangen, Petri dazu.:Daumen:

Und darüber und den schönen Tag freue ich mich ganz besonders. Und außerdem konnte ich ja mal wieder einen Beitrag verfassen. Nächstes Mal vielleicht ja mit Bilder.


Petri, freut mich dass es noch geklappt hat. Hab ich schon erwähnt dass ich nach 7 Jahren Sportboot auf Kajak umgestiegen bin? In der Zeit in der du versucht hast zu Slippen bin ich schon in der Dänischen Südsee.

Gruß

Frank

Da wollte ich aber gar nicht ganz hin. Nee ist schon klar, Frank, aber mit einem Kajak ware mir doch zu heikel. Ich habe ja schon Muffe mit meinem kleinem Boot. Aber letztendlich hast Du ja auch einige Jahre Erfahrungen gesammelt. Danke auch dir.


Moin Carsten,

das klingt tatsächlich nach einer kleinen Odyssee, um das Boot ins Wasser zu bekommen. Aber am Ende hat es ja geklappt und die Fische haben auch mitgespielt. Dickes Petri! :Daumen:

Und ich hatte noch an dich gedacht, man wäre ich doch nach Olpenitz gefahren mit Bert als Deckmann....


Hi Carsten.........abgesehen von der ganzen Fahrerei.........konntest du wenigstens auf dem Wasser sein:Daumen:

Ich hoffe mal auf Mittwoch :blob:

gruß degl


Stimmt, Degl. Ich war auf dem Wasser und das tut so gut!
Habe deine PN gelesen. Ich melde mich auf jeden Fall, vielleicht können wir die ja zusammen ausprobieren...

Bert
28.09.15, 14:17
Und ich hatte noch an dich gedacht, man wäre ich doch nach Olpenitz gefahren mit Bert als Deckmann.....



Hättst man nicht nur gedacht, sondern angerufen.... ;)

Ich war dann nachmittags aber auch los, Bericht folgt...

Meckerpott30
28.09.15, 15:53
Petri Carsten!
Du bist ja Einer: Tipps für Damp abfragen und dann nach Kiel fahren. :-o

Sage mal, warum ankerst du beim Schleppangeln? Ich denke, ohne Anker hättest du das Dreifache gefangen.

Aale Dieter
28.09.15, 21:44
Petri zu dem schönen Tag :Daumen: aber so sind Angler nunmal wenn die sich was in den Kopf gesetzt haben zählen keine Kilometer und keine Hindernisse.
Gruß Aale Dieter

Carsten Carstens
29.09.15, 16:40
Hättst man nicht nur gedacht, sondern angerufen.... ;)

Ich war dann nachmittags aber auch los, Bericht folgt...

Ja, schöner Bericht.
Ich hätte auch, aber war ja letztendlich in der Kieler Ecke gelandet. Nächstes Mal.


Petri Carsten!
Du bist ja Einer: Tipps für Damp abfragen und dann nach Kiel fahren. :-o

Sage mal, warum ankerst du beim Schleppangeln? Ich denke, ohne Anker hättest du das Dreifache gefangen.

Ja, stimmt. Aber einer hat mich überredet und ich bin für Neues immer offen.
Ich hatte zuvor mich treiben lassen, Nullnummer. Außerdem war kaum Drift. Und schließlich wollte ich meine Ruhe haben (mich nicht mehr ärgern) und auf keinen Schiffsverkehr mehr achten, also Anker raus.


Petri zu dem schönen Tag :Daumen: aber so sind Angler nunmal wenn die sich was in den Kopf gesetzt haben zählen keine Kilometer und keine Hindernisse.
Gruß Aale Dieter

Stimmt. Wenn man schon unterwegs ist, dann ist nachher alles egal. Ob 90 km oder 120. Das ist dann auch egal. Der Weg zurück ist viel anstrengender.