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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stellnetze Abstand zur Küste?



Evil
13.12.15, 20:02
Hallo liebe Mefoangler

war heute in Hökholz und habe mein Glück versucht, kurz vor der Dämmerung legte ein Fischerboot sein netz komplett an der Uferkante lang im Abstand von ca. 100-150m von der Küste ab.
Es ist ja so das der Fischer von seinem Fang leben muss ja, aber in dem Abstand finde ich es echt unverschämt.
Weiss jemand ob es für den Abstand eine gesetzliche Vorschrift gibt? Wir sollten uns meiner Meinung mal ne Scheibe von den Dänen beipiel Fünen abschneiden.
Und ich denke, dass so nah an der Küste dem Fischer auch viele braune Mefos ins Netz gehen, die dann auch verarbeitet werden.
Habe auch lange keinen Grönländer mehr gesehen.

Wie seht Ihr solche Geschichten mit dicht an der Küste ausgebrachten Netzen?

Und Petri Heil

Frank Jig
13.12.15, 20:32
Stellnetze müssen in S-H einen Abstand von 200m vom Ufer haben. Ich habe sie vom Kajak aus jedoch mehrfach U-förmig in diesen Bereich hinein liegen sehen, so dass nur die Stöver, nicht aber das Netz selbst diesen Abstand innehielten. Dass der Fischer den du gesehen hast von seinem Fang leben muss ist unwahrscheinlich, hauptberufliche Fischer sind mit größeren Booten unterwegs und stellen ihre Netze selten flacher als 5-6m. Vermutlich handelt es sich um einen der über 300 Nebenerwerbsfischer in S-H die gerne am Wochenende, in ihrer Freizeit, fischen gehen. Daß Diese in ihren küstennahen Stellnetzen Forellen fangen ist zwar sehr warscheinlich. Sie müssen jedoch -im Gegensatz zu ihren hauptberuflichen Kollegen - ihre Fangmeldungen erst lange nach dem Anlanden und Verkauf Ihrer Fänge erstellen. Da ihr Fangerlös oben auf ihr Haupteinkommen hinzugezählt wird ist der Grenzsteuersatz darauf recht hoch. Sie verkaufen viel an privat und an Gastwirte, die ebenfalls gerne "Belegarm" wirtschaften da die Finanzbehörden aus den Wareneingangsbelegen Rückschlüsse auf den erzielten Umsatz ziehen.

Nebenerwerbler melden meines Wissens keine erheblichen Fänge an Großsalmoniden. Insofern können ihre Netze gar nichts mit deinen schlechten Meerforellenfängen zu tun haben. :-D

Viele Grüße

Frank

Achim reload
13.12.15, 20:36
Moin unbekannter Böser (Evil),

Die Netze müssen in einem Mindestabstand von 200 Metern zum Ufer gelegt werden. Steht in der KüFO, sollte man als Küstenfischer eigentlich wissen... ;)


§ 14
Stellnetz- und Reusenfischerei

(1) In den Küstengewässern der Ostsee ist in einem Streifen, dessen seewärtige Begrenzung in 200 m Abstand von der Uferlinie verläuft, die Fischerei mit Stellnetzen einschließlich Heringsstellnetzen verboten. Das Verbot nach Satz 1 gilt in der Flensburger Innenförde (westlich des Längengrades 09° 45, 22') in einem 100 m breiten Streifen.


Kaum ein Fischer hier an der Küste muss von seinem Fang leben. Fischfang mit Stellnetzen wird fast ausschließlich im Nebenerwerb betrieben. Es gibt keinen Grund, außer Gier, der einen Fischer dazu bewegt, sich nicht an die Regeln zu halten. Deshalb empfehle ich dir, in Zukunft bei so einem Fall die Wasserschutzpolizei anzurufen und den Fischer anzuzeigen. Aber vergewissere dich vorher, dass es sich um ein Stellnetz und nicht um eine Reuse handelt. Stellnetze haben rote Fahnen, Reusen schwarze. Reusen dürfen auch näher unter Land gelegt werden.


Viele Grüße!


Achim

Evil
13.12.15, 21:43
Damke dir für die Info, es waren rote Fahnene und somit wurden die 200m nicht eingehalten.Dann informier ich beim nächsten mal die Wasserschutzpolizei.
Nochmal danke für die Info.

dorschgreifer
14.12.15, 06:57
war heute in Hökholz und habe mein Glück versucht, kurz vor der Dämmerung legte ein Fischerboot sein netz komplett an der Uferkante lang im Abstand von ca. 100-150m von der Küste ab.


Was war dass denn für ein Boot? Gerade in Hökholz (Parkplatz inkl Bucht) ist es sehr flach (ca. 2,5m) mit großen Felsen im Wasser, da traut sich fast kein Boot drauf... und dieser Flache Bereich geht von links an der Spitze Boknis Eck) bis rechts nach Waabs... in sofern kann da eigentlich nur ein offenens Boot mit maximal 0,5m Tiefgang fahren.. Hoffentlich hast du dich mit der Entfernung nicht vertan..., dem würde ich ja schon in die Netze werfen...:(

Aber, wenn es wirklich so ist, dann hilft nur ein Anruf bei der Wasserschutzpolizei, wie Achim schon schrieb.

Rächerlachs
14.12.15, 11:30
Weiss man an welche Mindest-Maschengrösse sich die Nebenerwerbsfischer auf Mefo halten müssen? alles unter 45 wird ja wohl hoffentlich durchflutschen!!!

dorschgreifer
14.12.15, 13:14
Weiss man an welche Mindest-Maschengrösse sich die Nebenerwerbsfischer auf Mefo halten müssen? alles unter 45 wird ja wohl hoffentlich durchflutschen!!!

Das steht in der KüfO.


§ 10
Maschenöffnungen von Fanggeräten
In den Küstengewässern der Ostsee gelten über die Vorschriften der Europäischen Union
hinaus folgende Mindestmaschenöffnungen für jede Art von Stellnetzen zum Fang von
Dorsch und Forellen 110 mm, jede Art von Stellnetzen zum Fang von Plattfischen 120 mm,
Geräte zum Fang aller anderen Fischarten außer Aal und Köderfisch 32 mm.

Evil
15.12.15, 18:12
Was war dass denn für ein Boot? Gerade in Hökholz (Parkplatz inkl Bucht) ist es sehr flach (ca. 2,5m) mit großen Felsen im Wasser, da traut sich fast kein Boot drauf... und dieser Flache Bereich geht von links an der Spitze Boknis Eck) bis rechts nach Waabs... in sofern kann da eigentlich nur ein offenens Boot mit maximal 0,5m Tiefgang fahren.. Hoffentlich hast du dich mit der Entfernung nicht vertan..., dem würde ich ja schon in die Netze werfen...:(

Aber, wenn es wirklich so ist, dann hilft nur ein Anruf bei der Wasserschutzpolizei, wie Achim schon schrieb.


Ich war an der Steilküste wo mann die treppe runter geht und ja ich hätte den blinker auf das boot feuern können

dorschgreifer
16.12.15, 07:08
Ich war an der Steilküste wo mann die treppe runter geht und ja ich hätte den blinker auf das boot feuern können

Hammer....:(

Rächerlachs
16.12.15, 08:55
Vielleicht wähnte sich der gute Mann irrtümlich in Lübecker Gewässern :)