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Extrawurst
06.06.16, 13:05
----über das (vermeintliche) Wirrwarr von Begrifflichkeiten....


Gestern wollte ich mal statt zu meinem geliebten ELK an meinen Vereinsteich, um ein paar Aale zu fangen. Dieser Teich liegt am Hamburger Flughafen, allerdings noch auf Norderstedter (und damit Schleswig-Holsteiner) Gebiet, und wird bewirtschaftet vom SFV Norderstedt.

Der SFV Norderstedt gehört allerdings sowohl dem LSFV Schleswig-Holstein als auchdem Angelsportverband Hamburg an.

(Diese Informationen sind wichtig für das Verständnis der nachfolgenen Zeilen)

Nun traf ich gestern am besagten Teich zwei junge Männer an, die mit ziemlich - sagen wir mal unausgewogenem- Equipment blinkerten. Das kam mir schon ein wenig seltsam vor, zumal ich die beiden auch noch nie zuvor gesehen hatte. Ich sprach sie also an.

"Moin"

"Moin"

"Geht was?" fragte ich.

"Wir sind gerade erst angekommen" sagte der dunklere von den beiden.

"Ich hab Euch hier noch nie gesehen, seid ihr hier im Verein?"

"Wir sind im ASV" sagte er. Ich stutzte. "Im ASV?" fragte ich.

"Ja, im Angelsportverband Hamburg"

"Okay, aber in welchem Verein? Ganz offensichtlich nicht in diesem, im SFV Norderstedt"

"Nein", gab er zu. Aha, denke ich bei mir, die Jungs haben wohl die Rechtslage noch nicht so richtig auf dem Schirm (Viele "Alte Hasen" übrigens auch nicht!!)

Nun wollte ich den Jungs auch nicht unbedingt Ärger bereiten und beschloß, sie erst einmal aufzuklären.

"Also" hob ich an, "das Angeln ist an diesem Gewässer NUR und AUSSCHLIESSLICH den Mitgliedern des SFV Norderstedt gestattet. Wir erteilen für dieses Gewässer auch keine Gastkarten."

"Aber der eine Angler vorhin meinte, wir dürften hier angeln, Verbandsgewässer, sei kein Problem". Ich stutzte erneut. War mir irgend etwas auf der letzten Jahreshauptversammlung entgangen?
"Ich klär das eben ab", sagte ich und stiefelte zum Auto, darin lag mein Telefon. Die Jungs kamen in einigem Abstand hinterher.
Ich wählte die Nummer des Gewässerwartes. Tja, Pustekuchen. Telefonnummer war wohl veraltet...

"Also, wir wollen keinen Ärger", sagten die beiden, " aber ich weiß jetzt auch nicht, ob wir etwas unrechtes getan haben, wir haben gerade erst unseren Angelschein gemacht."

"Ich will Euch doch auch nicht an's Leder" beruhigte ich sie und ich zeigte ihnen den Sportfischerpass (den sie ja auch haben müssen, wenn sie einem Verein angehören, denn als Einzelperson kann man meines Wissens nach nicht Mitglied im Angelsportverband Hamburg werden.

Es stellte sich im Laufe des Gespräches heraus, daß die beiden wohl insgesamt so einige Begriffe nicht so recht auf dem Schirm hatten, daß sie zwar ihre Fischereischeinprüfung beim ASVHH abgelegt hatten, aber eben doch nicht in irgend einem Verein Mitglied waren.

"Ja schade, das war ja ein kurzer erster Angelausflug" sagten sie, "das Beste ist dann wohl, wir packen ein." -"Ja" sagte ich,"das wäre für alle das Beste. Aber wartet noch kurz, ich hab da etwas für Euch."

Ich erinnerte mich an die Gewässerkarte Hamburg, die ich mir vor 12 Jahren, als ich selbst neu nach Hamburg gezogen bin, gekauft hatte und die seitdem fast unbenutzt unter all den Strassenkarten (ich habe immer noch kein Navi mehr ;) )herumliegt, und auf der die Verhältnisse der meisten Hamburger Gewässer eingetragen sind.

Diese Karte gab ich den beiden mit, damit sie sich künftig nicht mehr unwissentlich in solch eine Situation begeben würden, und wünschte ihnen noch für die Zukunft Petri Heil und sagte, unser Verein nimmt übrigens noch Mitglieder auf.....


Ich versuche mal, mit kurzen Worten die Verwirrung perfekt zu machen ;-) :

Fischereischein: behördliches Dokument, was erst nach Bestehen einer Prüfung ausgehändigt wird. Ist sozusagen der "Angelführerschein".
Damit allein kann man meist noch nichts anfangen, es sei denn, man wohnt in Hamburg. Dort darf man an den freien Gewässern angeln. Aber nicht alle Hamburger Gewässer sind freie Gewässer!!

Fischereierlaubnis : Die eigentliche Erlaubnis für den Fischfang, meist in Form einer "Tageskarte", "Monatskarte", "Jahresgastkarte" da gibt es so viele Bezeichnungen und Gültigkeitszeiträume, daß einem schwindelig werden kann. Eine solche Erlaubnis wird vom Fischereiberechtigten (meistens ein Angelverein, der das Gewässer gepachtet hat und bewirtschaftet) ausgestellt. Die Voraussetzungen dazu legt der Fischereiberechtigte selbst fest. So kann es z.B. sein, daß manche Vereine z.B. für ihre Gewässer eine "Gastkarte" nur an Anglerinnen vergeben, die Mitglied in einem Angelverein sind und nicht organisierte Angler gucken in die Röhre.

Angelsportverband Hamburg (ASVHH) ist der Zusammenschluß der verschiedenen Hamburger Angelvereine zum Landesverband.
In Schleswig-Holstein ist es sinngemaß der LSFV Schleswig-Holstein.

Diese Verbände erheben Mitgliedsbeiträge von den ihnen angeschlossenen Vereinen. Mit dem eingenommenen Geld werden unter Anderem auch Gewässer bzw Gewässerstrecken gepachtet, an denen die Mitglieder dem Verband angeschlossenen Vereine dann angeln dürfen. (Verbandgewässer)

Beispiel: Ich bin Mitglied im SFV Norderstedt und dieser ist Mitglied im ASVHH. Mein Angelkumpel ist Mitglied im BAV (Bergedorfer Angelverein) und dieser Verein ist ebenfalls Mitglied im ASVHH.
Wir verabreden uns zum gemeinsamen Angeln an der Dove Elbe. Eine Strecke der Dove Elbe ist VERBANDGEWÄSSER, und da wir beide in einem VEREIN sind, der dem VERBAND angehört, dürfen wir an der Dove Elbe Angeln.
Nun ist aber ein Teil der Dove Elbe an den BAV verpachtet. Dort darf dann zwar mein Kumpel angeln, ich jedoch erst dann, wenn mir der Fischereiberechtigte (also der BAV) eine Fischereierlaubnis erteilt und mich damit zum FISCHEREIAUSÜBUNGSBERECHTIGTEN (tolles Wort) macht.

Noch ein Beispiel: Mein Kumpel findet es total aufregend, daß zwischen einer vielbefahrenen Straße und der Start-und Landebahn des Flughafen Hamburg Eisvögel, Graugänse, Kröten , Hechte, Forellen und Karpfen leben und möchte gerne auch einmal mitangeln. Dafür bräuchte er ebenfalls eine Fischereierlaubnis, die er jedoch nur erhält, wenn er Mitglied unseres Vereins wird, da unser Verein keine Erlaubnis an Gäste erteilt.

Ich hoffe nun sind alle Klarheiten beseitigt......:color::color:

dorschgreifer
06.06.16, 14:07
Schöne Geschichte..., aber ja, die Verwirrung ist manchmal nicht so ganz einfach zu scheuen.

Danke, dass du die beiden so sachlich aufgeklät hast, macht auch nicht jeder so.:Daumen:

kallex
06.06.16, 14:48
Ich empfand und empfinde das auch eher als größeres Chaos. Hier braucht man das, hier wieder das usw. usw.

Ich würde am liebsten ein SH-Erlaubnisschein kaufen der für alle Verbands- und/oder Vereins- Gewässer gilt, egal in welchem SH Verein man ist. Der darf dann 250 Euro/Jahr kosten und ich wäre glücklich und zufrieden.

Oder? Wäre doch ne nette Arbeit für den Verband sowas mal zu bauen. Das Geld wird dann unter den beteiligten Pächtern aufgeteilt. Fertig. Wahrscheinlich viel zu einfach um das umzusetzen :)

Beliebt
06.06.16, 14:59
Was bin ich froh dass mein Verein einen Zaun stehen hat und am Eingang noch steht dass nur Vereinsmitglieder angeln dürfen.
Leider versteht das aber auch nicht jeder und dann klingelt wieder mein Telefon wo der Gegenüber dann fragt warum er keinen Schlüssel zu dem Tor hat :ka:

Das ist immer die Sache wenn irgendwelchen Foren mehr vertraut wird als Vereinshomepages oder Aushänge am See. Einer ist sogar in den falschen Verein eingetreten und hat es erst bemerkt als er bei uns nicht aufs Gelände kam.

dorschgreifer
07.06.16, 18:29
Oder? Wäre doch ne nette Arbeit für den Verband sowas mal zu bauen. Das Geld wird dann unter den beteiligten Pächtern aufgeteilt. Fertig. Wahrscheinlich viel zu einfach um das umzusetzen :)

Ja, ist zu einfach...

Es ist nun einmal vielerorts so, dass schon in den Pachtverträgen festgehalten wird, dass dort nur Vereinsmitglieder Angeln dürfen, oder Maximalzaheln der auszugebenden Erlaubnisscheine usw. Da kann sich ein Verband auf den Kopf stellen, da wird er nichts regeln bzw. umsetzen können, wenn Pachtverträge so etwas ausschließen.

Dafür sind eben die speziellen Verbandsgewässer da, um einer großen Masse ein Angeln an einem Gewässer zu ermöglichen.

Übrigens, will man an allen LV-Gewässern Angeln, ist man für Jahreskarten schon über 430,-€ los und an 2 Gewässern gibt es nur Tages oder Wochenkarten. Da bist du mit deinen 250,-€ für alle SH-Gewässer meilenweit von realistischen Jahrespreisen entfernt, leider.:(

Gewässerunterhaltung, Pachtgebühren, Besatzkosten usw..., das will alles bezahlt werden

Apfelbaum01
07.06.16, 20:49
Die Idee ist trotzdem gar nicht so doof. Mit den Jahreskarten für über 430 Euro hast du zwar recht, aber das ist ja die Summe der Einzelkarten. Wenn man eine Jahreskarte für alle lv-Gewässer einführen würde, würden sicher viele Angler diese Karte kaufen, statt zwei oder drei Einzelkarten. Wir leben einfach heute in einer Flatrate-Gesellschaft. Schaut euch den Handymarkt an. Wie viele haben unnötige Leistungen in Flatrates, die er überhaupt nicht nutzt. Das müsste man mal ausrechnen... Viele Aktionen und Angebote der letzten Jahre erschienen auf den ersten Blick unmöglich. Denkt nur mal an die lebenslange Rückgabe bei IKEA...
Oder wie wäre es mit einer Wochenkarte für alle Gewässer. Dann könnten man die Karte besonders als Schnupperkarte nutzen, um sein Lieblingsgewässer zu finden. Wie gesagt, die Idee würde ich nicht gleich verwerfen. Das könnte viele Vorteile für alle Beteiligten bringen.

mardie
07.06.16, 21:59
Die Idee ist trotzdem gar nicht so doof. Mit den Jahreskarten für über 430 Euro hast du zwar recht, aber das ist ja die Summe der Einzelkarten. Wenn man eine Jahreskarte für alle lv-Gewässer einführen würde, würden sicher viele Angler diese Karte kaufen, statt zwei oder drei Einzelkarten. Wir leben einfach heute in einer Flatrate-Gesellschaft. Schaut euch den Handymarkt an. Wie viele haben unnötige Leistungen in Flatrates, die er überhaupt nicht nutzt. Das müsste man mal ausrechnen... Viele Aktionen und Angebote der letzten Jahre erschienen auf den ersten Blick unmöglich. Denkt nur mal an die lebenslange Rückgabe bei IKEA...
Oder wie wäre es mit einer Wochenkarte für alle Gewässer. Dann könnten man die Karte besonders als Schnupperkarte nutzen, um sein Lieblingsgewässer zu finden. Wie gesagt, die Idee würde ich nicht gleich verwerfen. Das könnte viele Vorteile für alle Beteiligten bringen.
Ich denke,wenn jeder Mitglied in allen Vereinen wäre würde man sich damit garnicht mehr identifizieren und ur noch Erwartungen haben .
was zur Folge hätte,das die ganzen Gewässer veröden würden.
Ich meine,sich alles nur noch auf einige wenige Gewässer konzentrieren würde oder umgekehrt.
Zuviel Auswahl mindert Übersicht.

Matjes Frank
08.06.16, 05:35
Ich empfand und empfinde das auch eher als größeres Chaos. Hier braucht man das, hier wieder das usw. usw.

Ich würde am liebsten ein SH-Erlaubnisschein kaufen der für alle Verbands- und/oder Vereins- Gewässer gilt, egal in welchem SH Verein man ist. Der darf dann 250 Euro/Jahr kosten und ich wäre glücklich und zufrieden.

Oder? Wäre doch ne nette Arbeit für den Verband sowas mal zu bauen. Das Geld wird dann unter den beteiligten Pächtern aufgeteilt. Fertig. Wahrscheinlich viel zu einfach um das umzusetzen :)

So etwas ist in den neuen* Bundesländern völlig normal.
Egal welchem Verein man angehört: man kann in ALLEN (Verbands)Gewässern Sachsens angeln. Und das für 90-100 € im Jahr.
Für weitere 3-5 € im Jahr, kann man das auch jeweils in Thüringen, Brandenburg, Sachsen Anhalt, Mek Pom**, und Berlin machen.
Im "schlechtesten" Fall ist man also insgesamt 125 € los und kann alle Verbandsgewässer zwischen Rügen und kruz vor Bayern beangeln.

* so neu sind die nun auch wieder nicht.
** Küste MekPom ist davon ausgeschlossen. Kostet 30€ im Jahr extra. Gilt dann aber ab polnischer Grenze Usedom inkl Rügen bis an die Grenze Mek Pom/ SH

Carsten Carstens
08.06.16, 10:09
Danke, Extrawurst. Alle Klarheiten sind beseitigt...

Aber wirklich ein interessantes Thema. Ich fühle mich jedes Mal unwohl, wenn ich an einem fremden Gewässer fische. Es sei denn, ich gehe mit einem Ortskundigen dorthin.
Oftmals sucht man nämlich auch vergebens Grenzen am Gewässer. Viele wissen auch gar nicht, wo sie sich eigentlich befinden. Verwechslungen von Gewässern sind an der Tagesordnung.

Es wist alles nicht mehr so einfach.

dorschgreifer
09.06.16, 10:06
So etwas ist in den neuen* Bundesländern völlig normal.
Egal welchem Verein man angehört: man kann in ALLEN (Verbands)Gewässern Sachsens angeln. Und das für 90-100 € im Jahr.
Für weitere 3-5 € im Jahr, kann man das auch jeweils in Thüringen, Brandenburg, Sachsen Anhalt, Mek Pom**, und Berlin machen.
Im "schlechtesten" Fall ist man also insgesamt 125 € los und kann alle Verbandsgewässer zwischen Rügen und kruz vor Bayern beangeln.

* so neu sind die nun auch wieder nicht.
** Küste MekPom ist davon ausgeschlossen. Kostet 30€ im Jahr extra. Gilt dann aber ab polnischer Grenze Usedom inkl Rügen bis an die Grenze Mek Pom/ SH


Ja, funktioniert dort...

Allerdings sind dort die Grundeigentumsverhältnisse und Preisverhältnisse teilweise komplett anders..., als die gewachsenen Strukturen in den alten Bundesländern, der Vergleich hinkt leider fast in allen Fällen.

Über irgendeinen preislichen Mittelwert könnte man aber durchaus nachdenken, zumindest bei den Verbandsgewässern, die in einer Hand sind, so dass es die Option gäbe, eine Gesamtkarte für alle Verbandsgewässer zu kaufen und dann einen Rabatt auf die Summe X bekommt, also irgendwie statt der eigentlich fälligen 430,-€ nur 300,-€ zahlt..., müsste mal jemand durchrechnen... Dafür müsste man aber wohl einen Erfahrungswert über Mehrfachgewässernutzer haben..., wird aber wohl wieder beim Datenschutz scheitern, weil der Verband ja nur die Namen derer hat, die ihre Fangmeldung abliefern..., bzw. die händisch gefüllten Ausgabelisten sichten und doppelnutzer identifizieren...

Wer meldet sich für so einen Job freiwillig?

Bert
09.06.16, 11:01
Wie immer sehr schön geschrieben, Extrawurst! :Daumen:

Apfelbaum01
09.06.16, 22:43
Ich sehe das genau wie dorschgreifer. Man müsste verschiedene Werte über Mehrfachnutzung erheben. Das Flatrateprinzip hat sich doch schon in so vielen Bereichen durchgesetzt. Im Grunde genommen geht es dabei auch gar nicht um die Ware, bzw. Leistung, die ge-/verkauft wird. Es geht viel mehr darum, dem Kunden das Gefühl zu geben, dass er alles unbegrenzt haben/machen kann. Und dafür wird bezahlt. In Zukunft werden wir diesen Wandel in der Wirtschaft sicher noch viel mehr erleben. Durch die technischen Veränderungen in der Wertschöpfungskette, wird das Geld an Wert verlieren, sodass Gefühle und Emotionen an Wert gewinnen. Naja, ihr merkt sicher, dass ich bei diesem Thema etwas beruflich vorbelastet bin. ...
Deshalb zurück zum Thema: Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Landesverband mit einem solchen Angebot viele Angler überzeugen würde, diese neue Karte zu kaufen, statt vielleicht zwei Jahreskarten und zwei/drei Wochenkarten und einige Tageskarten. Unsere Gesellschaft ist nun mal geprägt vom schnellen Wandel und stetiger Veränderung. Das Bild vom Angler als Rentner mit Hut, der jeden Tag an der gleichen Stelle des gleichen Sees sitzt, ist überholt.
Das einzige Problem, das ich sehe, sind vertraglich begrenzte Kontingente an Erlaubniskarten...

Matjes Frank
10.06.16, 08:45
Ja, funktioniert dort...

Allerdings sind dort die Grundeigentumsverhältnisse und Preisverhältnisse teilweise komplett anders..., als die gewachsenen Strukturen in den alten Bundesländern, der Vergleich hinkt leider fast in allen Fällen.

Über irgendeinen preislichen Mittelwert könnte man aber durchaus nachdenken, zumindest bei den Verbandsgewässern, die in einer Hand sind, so dass es die Option gäbe, eine Gesamtkarte für alle Verbandsgewässer zu kaufen und dann einen Rabatt auf die Summe X bekommt, also irgendwie statt der eigentlich fälligen 430,-€ nur 300,-€ zahlt..., müsste mal jemand durchrechnen... Dafür müsste man aber wohl einen Erfahrungswert über Mehrfachgewässernutzer haben..., wird aber wohl wieder beim Datenschutz scheitern, weil der Verband ja nur die Namen derer hat, die ihre Fangmeldung abliefern..., bzw. die händisch gefüllten Ausgabelisten sichten und doppelnutzer identifizieren...

Wer meldet sich für so einen Job freiwillig?


Prinzipiell geb ich dir Recht.
Am Ende ist es bei uns so, dass der See/Bach/Fluss irgendjemandem gehört.
Der Verband pachtet dann beim Eigentümer (privat/Bund/Land) das Gewässer.
Oftmals gibt es dann für dieses Gewässer einen betreuenden Verein.

Im Grunde habt IHR Vereinsmitglieder doch in der Hand, was Euer Verein mit den Geldern macht.
Ihr bestimmt doch den Vorstand, damit dieser in Eurem Interesse arbeitet.
Eure Vereine sind ja auch irgendwie alle in einem Verband.
Wozu der VERBAND (<-kommt von "verbinden") wenn euch nichts verbindet?
Was hindert die Vereinsvorsitzenden sich innerhalb einer Verbandssitzung mal zusammenzusetzen und im Interesse der zahlenden Mitglieder zu handeln?
Futterneid?

dorschgreifer
10.06.16, 11:40
Wozu der VERBAND (<-kommt von "verbinden") wenn euch nichts verbindet?
Was hindert die Vereinsvorsitzenden sich innerhalb einer Verbandssitzung mal zusammenzusetzen und im Interesse der zahlenden Mitglieder zu handeln?
Futterneid?

Der Verband verbindet und zusammengesetzt wird sich ebenso und im Interesse der Mitglieder sollten die Vorstände immer handeln..., also da liegt das Problem absolut nicht. Und einen Vorteil haben Verbandsmitglieder auch, indem sie nur 40,-€ statt Nichtmitglieder mit 124,-€ bezahlen.

Nur, wenn ein Verein für sein Gewässer horrende Pachtgebühren zahlen muss (nicht umsonst nehmen einige Vereine im Süden 600,-€ Jahresbeitrag), dann will er die auch wieder reinbekommen. Sei es durch die Mitgliedsbeiträge, oder eben durch Gastkartenverkauf. Jeder Verein muss für sich so rechnen, dass es am Jahresende auf "null" ausläuft.

Und genau so ist es beim Landesverband, der muss die Pachtkosten für seine Gewässer auch wieder reinholen und genau danach sind die Beiträge bemessen.

Man könnte als Verband natürlich sagen: "Wir geben alle Gewässer über eine Summe von 5,-€ im Jahr pro Angler frei". Nur dann (die Gewässerpacht muss ja wieder reinkommen und auch im LV am Ende eine "Null" stehen) müssen die normalen Beiträge pro Mitglied für den Verband eben von 7,50 auf 100,-€ steigen, damit sich das rechnet, damit erhöht sich dann der Jahresbeitrag für die Vereinsmitgliedschaft eben von 85,-€ auf 185,-€ für alle, auch für diejenigen, die nicht an den Verbandsgewässern Angeln... egal, wie man das dreht, irgendeiner wird dabei immer ungerecht behandelt.

Apfelbaum01
10.06.16, 15:46
Der Verband verbindet und zusammengesetzt wird sich ebenso und im Interesse der Mitglieder sollten die Vorstände immer handeln..., also da liegt das Problem absolut nicht. Und einen Vorteil haben Verbandsmitglieder auch, indem sie nur 40,-€ statt Nichtmitglieder mit 124,-€ bezahlen.

Nur, wenn ein Verein für sein Gewässer horrende Pachtgebühren zahlen muss (nicht umsonst nehmen einige Vereine im Süden 600,-€ Jahresbeitrag), dann will er die auch wieder reinbekommen. Sei es durch die Mitgliedsbeiträge, oder eben durch Gastkartenverkauf. Jeder Verein muss für sich so rechnen, dass es am Jahresende auf "null" ausläuft.

Und genau so ist es beim Landesverband, der muss die Pachtkosten für seine Gewässer auch wieder reinholen und genau danach sind die Beiträge bemessen.

Man könnte als Verband natürlich sagen: "Wir geben alle Gewässer über eine Summe von 5,-€ im Jahr pro Angler frei". Nur dann (die Gewässerpacht muss ja wieder reinkommen und auch im LV am Ende eine "Null" stehen) müssen die normalen Beiträge pro Mitglied für den Verband eben von 7,50 auf 100,-€ steigen, damit sich das rechnet, damit erhöht sich dann der Jahresbeitrag für die Vereinsmitgliedschaft eben von 85,-€ auf 185,-€ für alle, auch für diejenigen, die nicht an den Verbandsgewässern Angeln... egal, wie man das dreht, irgendeiner wird dabei immer ungerecht behandelt.

Natürlich muss sich das für den Verband rechnen, oder zumindest auf "Null". Das ist ja klar. Aber warum muss denn der Beitrag steigen?Man könnte es doch mit den Erlaubniskarten verrechnen. Außerdem sollte das all in one angebot ja auch nur ergänzend sein. Es wird doch sicher möglich sein, Daten über Mehrfachnutzung zu erheben. das ganze muss nur genauer berechnet und dann geplant werden. Es gibt doch genug Leute, die gerne mehr bezahlen, wenn sie dann weniger denken müssen... ;-)

dorschgreifer
13.06.16, 06:09
Natürlich muss sich das für den Verband rechnen, oder zumindest auf "Null". Das ist ja klar. Aber warum muss denn der Beitrag steigen?Man könnte es doch mit den Erlaubniskarten verrechnen. ... ;-)

Wenn die Beiträge nicht steigen sollen, dann müssen, wie du schon schreibst, bei Verrechnung auf die Erlaubniskarten, eben die Erlaubniskartenpreise zugunsten der der "All in one Karten" steigen, dann müsste man eventuell statt der 40,-€ für ne Jahreskarte 80,-€ für ne Jahreskarte zahlen...

Egal, wie man das dreht, dass, was man für die "All in one Karten" rabattiert, das muss man irgendwo aufschlagen und irgend jemand wird das dann mittragen müssen. Und auch da wird das dann mit dem Berechnen der Nutzer spannend, wieviele von den normalen Kartenkäufern kaufen sich dann in zukunft keine Jahreskarte mehr, weil die zu teuer geworden ist...

Gehen tut, wie ich schon anführte alles, nur es gibt immer den sogenannten entsprechenden Haken an der Sache, den die Allgemeinheit irgendwie tragen muss. Gibt es iregdnwo einen Rabatt, dann muss der an anderer Stelle wieder reingeholt werden.

Also ich möchte das Modell nicht rechnen, mit seinen ganzen "Unbekannten".. und Folgen für diejenigen, die das Rabbatsystem nicht wollen, aber tragen müssen.

Und eines darf man auch nicht vergessen, für so eine Gesamtkarte bedarf es sicher auch noch der Zustimmung des Wasser-Schiffahrtsamtes als Verpächter (zumindest bei NOK und ELK), die ja schon die zwangsweise Abgabe der Fangmeldungen geblockt haben...

Kai Hansen
13.06.16, 10:16
Ich sehe das rechnerisch nicht als Problem. Einnnahmen/ Anzahl der verkauften Karten= Preis für die Flatratekarte. Dafür würde ich den Durschschnittswert der letzten 5 Jahre nehmen. Die Rechnung würde ich sogar übernehmen ;-). Mit der Flatratekarte wird man sicherlich noch mehr Angler erreichen und dadurch eine Steigerung der Einnahmen erzielen können. Durch die Flatratekarte wird natürlich auch eine deutlich bessere Leistung angeboten, so dass man hier auch noch einen Aufschlag einkalkulieren kann und noch größere Einnahmen erzielt werden könnten. Auch spart man, da bei Mehrfachnutzung keine zusätzlichen Erlaubnisscheine/ Fanglisten gedruckt, verschickt und ausgewertet werden müssen. Bei 1000 Erlaubniskarten nehme ich auch nur noch 1000 Fanglisten in die Hand, nicht mehr z.B. 1200. Ich glaube die Idee "Flatratekarte LSFV SH" ist ausbaufähig :Daumen:. Eine Alternative wäre ein Bonisystem. 1.Karte 40.- Euro, 2.Karte 25%, 3.Karte 50% zum Beispiel. Auch so würde man mehr Gewässer interessant machen. Mich schrecken zum Beispiel die Preise für eine zweite Karte (z.B. ELK) ab. Meine Angelzeit ist begrenzt und ich würde das Gewässer nur selten befischen, obwohl ich Interesse hätte. Also sage ich dieses Jahr ELK, nächstes Jahr NOK etc. Da die Angelzeit bei den meisten Menschen begrenzt ist, würde in meinen Augen auch der Befischungsdruck insgesamt (bei gleichbleibender Anzahl der Angler) nicht zunehmen. Sitze ich am NOK, bin ich nicht zeitgleich am ELK. Eventuell würde der Befischungsdruck an Topgewässern wie dem NOK sogar leicht zurückgehen. Man müsste sich mal ernsthaft damit beschäftigen.

dorschgreifer
13.06.16, 11:37
Ich sehe das rechnerisch nicht als Problem. Einnnahmen/ Anzahl der verkauften Karten= Preis für die Flatratekarte.

Nur, damit ich die Rechnung vertsehe...

Beispiel:

Verkaufte Jahreskarten NOK = 100 Stück (zu 40,-€/Karte), somit 4000,-€

Verkaufte Jahreskarten ELK = 70 Stück (zu 34,-€/Karte), somit 2380,-€

Zusammen = 6380,-€ geteilt durch verkaufte Karten (170) = 37,53€

Die Flatratekarte würde also 37,53€ kosten, obwohl eine Einzelkarte nur für den NOK schon 40,-€ kostet..., also wird die Flatratekarte für 2 Gewässer billiger als ne normale Jahreskarte für 1 Gewässer....:denk: Ich nehm die auch.:Daumen:



Auch spart man, da bei Mehrfachnutzung keine zusätzlichen Erlaubnisscheine/ Fanglisten gedruckt, verschickt und ausgewertet werden müssen. Bei 1000 Erlaubniskarten nehme ich auch nur noch 1000 Fanglisten in die Hand, nicht mehr z.B. 1200.

Jo, dass kann klappen, es müssen dann aber alle Gewässer auf diese Fanglisten, weil man die Fangzahlen getrennt nach Gewässern für die Hegepläne benötigt.


Ich glaube die Idee "Flatratekarte LSFV SH" ist ausbaufähig .

Dem stimme ich ganz klar zu, die Option ist keine schlechte Idee.:Daumen:



Eine Alternative wäre ein Bonisystem. 1.Karte 40.- Euro, 2.Karte 25%, 3.Karte 50% zum Beispiel.

Die Rechnung passt eher als die erste, dass könnte eventuell funktionieren, denke ich.

Beim Rest folge ich dir auch, den Angeldruck wird es auch nach meiner Meinung nicht merklich erhöhen

Kai Hansen
13.06.16, 13:25
Nur, damit ich die Rechnung vertsehe...

Beispiel:

Verkaufte Jahreskarten NOK = 100 Stück (zu 40,-€/Karte), somit 4000,-€

Verkaufte Jahreskarten ELK = 70 Stück (zu 34,-€/Karte), somit 2380,-€

Zusammen = 6380,-€ geteilt durch verkaufte Karten (170) = 37,53€

Die Flatratekarte würde also 37,53€ kosten, obwohl eine Einzelkarte nur für den NOK schon 40,-€ kostet..., also wird die Flatratekarte für 2 Gewässer billiger als ne normale Jahreskarte für 1 Gewässer....:denk: Ich nehm die auch.:Daumen:



Das nennt man Mischkalkulation und funktioniert in der freien Wirtschaft schon immer. Warum auch nicht? Es entsteht niemandem ein Schaden, im Gegenteil- der Vorteil macht den Verband sogar attraktiver! Die Einnahmen könnten durch einen Verkauf von mehr Karten ja sogar noch steigen.

Dreh das ganz doch mal um:

Verkaufte Jahreskarten NOK = 70 Stück (zu 40,-€/Karte), somit 2800,-€

Verkaufte Jahreskarten ELK = 100 Stück (zu 34,-€/Karte), somit 3400.-€

Zusammen = 6200,-€ geteilt durch verkaufte Karten (170) = 36,47€

NOK Karte wird günstiger, ELK teurer. Aber wieder kein Schaden für den Verband erkennbar! Denn die Gegenrechnung kommt logischweise auf die gleiche Summe. Jetzt biete ich deutlich mehr Leistung an, somit wäre eine Erhöhung der Kartenpreise gut zu vermarkten. Also erhöhe ich den Kartenpreis für die Flatratekarte um z.B. 15%. Dann würde eine Karte bei meinem Beispiel 41,94 € kosten, in Deinem Beispiel 43,16 €. Kurz glattgemacht (43.-€) und lande bei 170 Karten (nach Deinem Beispiel) bei schlappen 7310.-€. Das sind knapp 1000€ (14,5%) mehr. Rechne das mal auf die tatsächliche Anzahl verkaufter Karten hoch! Da kann man viel Fisch von besetzen. Eventuell verkauft der Verband nur 5% mehr Karten und erreicht somit einen Umsatz in Höhe von 7700.- €. Das sind mal eben 20,6% mehr. Dazu dann noch die reduzierten Kosten für Kartenerstellung und der reduzierte Aufwand bei der Auswertung. Der Verwaltungsaufwand würde ja auch an den Verkaufsstellen und in den Vereinen abnehmen. Eine höhere Anzahl an Fischbesatz kann ja eventuell auch beim Einkauf Einsparungen zufolge haben. Ich finde die Idee cool!

dorschgreifer
13.06.16, 13:45
Das nennt man Mischkalkulation und funktioniert in der freien Wirtschaft schon immer. Warum auch nicht? Es entsteht niemandem ein Schaden, im Gegenteil- der Vorteil macht den Verband sogar attraktiver! Die Einnahmen könnten durch einen Verkauf von mehr Karten ja sogar noch steigen.

Dreh das ganz doch mal um:

Verkaufte Jahreskarten NOK = 70 Stück (zu 40,-€/Karte), somit 2800,-€

Verkaufte Jahreskarten ELK = 100 Stück (zu 34,-€/Karte), somit 3400.-€

Zusammen = 6200,-€ geteilt durch verkaufte Karten (170) = 36,47€

NOK Karte wird günstiger, ELK teurer. Aber wieder kein Schaden für den Verband erkennbar! Denn die Gegenrechnung kommt logischweise auf die gleiche Summe. Jetzt biete ich deutlich mehr Leistung an, somit wäre eine Erhöhung der Kartenpreise gut zu vermarkten. Also erhöhe ich den Kartenpreis für die Flatratekarte um z.B. 15%. Dann würde eine Karte bei meinem Beispiel 41,94 € kosten, in Deinem Beispiel 43,16 €. Kurz glattgemacht (43.-€) und lande bei 170 Karten (nach Deinem Beispiel) bei schlappen 7310.-€. Das sind knapp 1000€ (14,5%) mehr. Rechne das mal auf die tatsächliche Anzahl verkaufter Karten hoch! Da kann man viel Fisch von besetzen. Eventuell verkauft der Verband nur 5% mehr Karten und erreicht somit einen Umsatz in Höhe von 7700.- €. Das sind mal eben 20,6% mehr. Dazu dann noch die reduzierten Kosten für Kartenerstellung und der reduzierte Aufwand bei der Auswertung. Der Verwaltungsaufwand würde ja auch an den Verkaufsstellen und in den Vereinen abnehmen. Eine höhere Anzahl an Fischbesatz kann ja eventuell auch beim Einkauf Einsparungen zufolge haben. Ich finde die Idee cool!


Jo, kann klappen, wenn sich das Käuferverhalten tatsächlich so entwickelt..., wäre die positive Rechnung.

Kann aber auch das neagtive Beispiel bei rauskommen, wenn das Angebot nur Doppelkartenkäufer annehmen, die vorher jeweils einen NOK und eine ELK-Karte gekauft haben...

Extrem Beispiel:

Sprich 170 Angler mal 74,-€ könnten Einnahmen von 12580,-€ bedeuten, bekommt man dann aber nur deine 7700,-€ wäre das ein Verlust von 4880,-€...

Die Wahrheit würde dann wahrscheinlich irgendwo dazwischen liegen....

Ich glaube nicht an ein ganz so positives Annehmen deiner Kauffreudigkeitsrechnung.., denn die beiden Gewässer liegen weit auseinander und da sind es bei den Anglern eher regionale Vorlieben, wo der ELK-Angler nicht unbedingt an den NOK möchte und umgekehrt..., aber eine Prognose möchte ich da auch nicht abgeben, Angler reisen ja machmal durch die ganze Welt, also kann alles möglich sein.:) Für diejenigen, die aber ziemlich in der Mitte zwischen den Gewässern wohnen, sicherlich nicht gerade unatraktiv.

Aber auf keinen Fall würde ich mit zusätzlichem Fischbesatz locken, der ist gewässerbedingt nicht unbedingt durchführbar und muss an des Gewässer angepasst sein und wird über die Hegepläne von der Fischereibehörde genehmigt.


Und nach wie vor muss das WSA zustimmen.

Aber wie gesagt, alles nicht unmöglich, wie ich finde nach wie vor eine spannende Variante.

Bei uns im Verein sind immerhin auch 11,77% Doppelkanalnutzer.