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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Es muss doch mal klappen



Carsten Carstens
22.08.18, 21:07
Da jammert man immer rum, dass man ja nichts mehr fängt.
Wie oft bin ich dieses Jahr schon los gewesen. Klar, da waren auch schöne Fangtage dabei, keine Frage. Aber die Schneidertage häuften sich doch und ich machte mir merklich Gedanken.
Die Fangmeldungen hier im Forum ließen auch zu wünschen übrig. Wurde nun allgemein nicht so gut gefangen? Na ja, am Ende der Saison sind alle wieder zufrieden und berichten von Superfängen.

Dienstags ist eigentlich der Tag, an dem mein Kumpel Ulli die Zeit hat, angeln zu gehen. Ulli ist Rentner, das muss man wissen. Daher nur der eine Tag.
Ich mache es mir zu pass. Wenn es irgendwie geht, muss der Dienst zurückgestellt werden. Das geht nicht immer, aber immer öfter.

Nun nahte wieder der Dienstag, ich freute mich schon wie Bolle.
Ich glaube ein jeder kennt das:
Da freut man sich wie ein kleines Kind, das vor dem geschlossenen Weihnachtszimmer steht, und dann kommt so ein Niederschlag.

"Ich kann morgen nicht, muss ins Krankenhaus...."

Mein Kumpel wieder ins Krankenhaus, eine Welt brach zusammen. Was ist los und wie geht es ihm. Und schade, kein Angeln....
Entwarnung, nur ein Nachcheck nach seinen Schlaganfällen--Gott sei Dank.

Aber trotzdem, ich wollte doch angeln gehen. Mit dem Boot den Makrelen nachjagen.
Also kurzum mein Boot fertig gemacht (steht fertig unterm Carport!)
Aber wenn man sich ansonsten auf jemanden verläßt, braucht man sein Eigen nur fertig bereitstehen haben.

Dienstag Mittag, Feierabend. Schnell nach Hause, Boot ankoppeln, Geraffel ins Auto, Proviant nicht vergessen und 10 Euro fürs Slippen bereit halten.
Und los ging es.

Eckernförde ist ja eigentlich so mein Liebling, aber immer dieses Problem mit dem Slippen. Funtioniert das da nun oder nicht.
Nein darauf hatte ich keine Lust.

http://up.picr.de/33634851ag.jpg

Strande ist doch viel entspannter.


Hinfahren, Geld abgeben oder in den Briefkasten werfen, slippen und Auto gleich oben stehen lassen. Perfekt.

http://up.picr.de/33634852ae.jpg


So schipperte ich mit meiner kleinen Inka über den Ostseeteich und suchte so die Fische. Die schnellen, rasanten Jäger. Die machen Spass. Erst einmal an die tiefere Kante fahren.
Und wo ist der Fischfinder? Vergessen....sch.
Na ja, ein wenig kenne ich mich da schon aus. Der erste Wurf war schon einmal um das Kribbeln im Körper zu unterdrücken. Irgendwie nur so, hauptsache auswerfen.
Dann noch die zweite Rute fertig machen. Das Makrelenvorfach bummelte auf ca. 5 m Tiefe und wurde durch den Wellengang mächtig hoch und runter gehoben. Ideale Pilkbewegungen!
Die andere Rute sollte den Grund abtasten. Dabei natürlich die anderen Wasserschichten durchpflügen und Makrelen neugierig machen.

Und schon bog sich die erste Rute mächtig durch und die Schnur lief von der Spule.
Der Tanz der Makrele war wirklich atemberaubend. Welch eine Kraft doch so ein kleiner Fisch hat.
Der Anfang war gemacht.

Wenig später dann die andere Rute. Beim Durchpflügen machten sich gleich drei der kampfstarken Gesellen ans Werk und ließen meine Rute einen mächtigen Halbkreis machen.
Einfach nur toll. 4 schöne Fische in kürzester Zeit.

Nach einiger Zeit ruckte es am Grund. Aber der Fisch wollte nicht mit. Pilk wieder abgelassen, kurz angelupft und der nächste zaghafte Tock wurde quittiert. Rute hoch und der Anschlag saß. Spitz gehakt war er, ein Dorsch von 50 cm.
Ich war stolz auf mich selbst.
Kein Fischfinder macht das Finden schwer. Aber ich fuhr ein Stück zurück und ließ mich wieder durchtreiben. Über die Landmarken und Bojen musste ich in etwa die Stelle erreicht haben.
Und ja, wieder dieser Tock. Anhieb und Dorsch.
Ich spielte dieses Spiel immer wieder und fing nebenbei noch 2 weitere Makrelen auf der anderen Rute.
2 Dorsche, die etwas zu klein waren blieben in ihrem Element, die konnte ich abschütteln, so spitz hatte ich die gehakt.

Als dann Dorsch Nummer 5 im Eimer war, musste ich Schluss machen. So will man es ja. Der Angeltag war ein ganz toller, ich hätte sicher noch ein, zwei oder gar drei Fische mehr fangen können. Quasi als Entschädigung für 15 Mal ohne Dorsch.


http://up.picr.de/33634853zr.jpg

Aber man muss auch mal zufrieden sein, so wie ich an dem Tag.
So hatte ich noch Zeit, die Fische schön zu versorgen und auf Eis zu legen. Ganz gemütlich den Weg Rtg. Slippe einzulegen, alles ganz in Ruhe wieder fertig zu machen und nach Hause zu fahren.

Solche Tage, die sind die reinsten Urlaubstage. Wäre doch jeder Tag ein Urlaubstag.....

Meckerpott30
23.08.18, 00:49
Petri Heil, Carsten!
Hattest du mir nicht versprochen, mit so etwas nie auf See zu fahren??? :):):)

dorschgreifer
23.08.18, 06:36
Danke für den bebilderten Bericht und Petri zu den Fischen Carsten.:Daumen:

Carsten Carstens
23.08.18, 08:54
Petri Heil, Carsten!
Hattest du mir nicht versprochen, mit so etwas nie auf See zu fahren??? :):):)

Danke dir.

Hatte ich?
Und ja, du hast recht. Deshalb bleibe ich ja auch sehr dicht unter Land, quasi greifbar.
Bei Windstärken 3 ist das alles kein Problem, bei 4 und 5 macht es einfach keinen Spaß, aber es geht trotzdem. Aber wie gesagt, nur wirklich dicht unter Land. Der Motor bringt das Boot auf 36 km/h und man ist sehr schnell am schützenden Strand.
Ich verspreche dir aber weiterhin, damit nicht raus zu fahren! Eider, Schlei und wie gesagt, ganz dicht unter Land.

Bert
23.08.18, 09:48
Klasse, Carsten! Nicht die Geduld verlieren, irgendwann klappt das schon mal wieder!

Und Makrelen und Dorsche sind ja eine tolle Beute. Dickes Petri dazu und danke für den tollen Bericht! :Daumen:

Meckerpott30
23.08.18, 11:15
Mensch Carsten, ich will dir das Boot nicht schlecht reden. 😀
Ich weiß doch, dass du auch immer deine Rettungsweste griffbereit hast. Wir verstehen uns schon!

Carsten Carstens
23.08.18, 12:32
Mensch Carsten, ich will dir das Boot nicht schlecht reden. ��
Ich weiß doch, dass du auch immer deine Rettungsweste griffbereit hast. Wir verstehen uns schon!

Das weiß ich doch.
Du hast aber Recht,das möchte ich hier ganz deutlich betonen. So eine Nussschale hat auf der Ostsee nichts zu suchen. Viele werden schnell leichtsinnig und muten sich zu viel zu.
Ich bin nach wie vor ein Bangbüx und gucke mir immer die Wettervorhersagen an. Selbst bei Veränderungen suche ich sofort die Nähe einer Hafeneinfahrt oder breche vorzeitig ab.
Wenn ich dann mein Boot mit so einigen anderen vergleiche, habe ich ein Ozeanriesen....

Übrigens Rettungsweste:
Die trage ich immer, wenn ich mit meinem Boot oder mit dem vom Kumpel Ulli unterwegs bin. Mir ist aber aufgefallen, dass andere Sportsfreunde damit Probleme haben.
Äußerst selten habe ich Westen gesehen.

degl
23.08.18, 12:47
Petri Carsten............:Daumen:

Und es geht auch ohne "Fischfindedingsda";)

Strande.............darauf hoffe ich im Spätherbst:)

gruß degl

Carsten Carstens
23.08.18, 16:27
Stimmt!
Es geht immer, wenn man die Strukturen etwas kennt.
Dieses Teil hilft aber ungemein die Tiefen zu finden. Man ist so schnell ganz woanders und fischt dann im "Trüben".

Fisch zeigt das Teil eigentlich nur bedingt an. Herings- oder Wittlingsschwärme sind schon zu erkennen. Eventuel auch Ansammlungen von Dorschen und auch die größeren Einzelfische.
Zumindest mein recht einfaches und altes Gerät.
Aber wenn man aufstoppt und bis man dann den Köder zu Wasser hat, ist man schon weit weg.

Wie gesagt, die Tiefenanzeige ist viel wert und vor allen Dingen die Bodenstruktur mit seinen Kanten, Bergen und sonstigen Erhebungen.

In Norwegen hatte ich einmal ein schwarzes Bild von knapp unter der Wasseroberlinie bis ca. 15 m Tiefe. Darunter war dann fast 100 m nichts mehr. Das war ein riesiger Makrelenschwarm.
Normaler Weise werden Makrelen ja nicht angezeigt, aber bei einer derartigen Größe wird vermutlich unheimlich viel Luft frei. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Carsten Carstens
23.08.18, 16:30
Petri Carsten............:Daumen:

Strande.............darauf hoffe ich im Spätherbst:)

gruß degl

Ich denke, dass wir beide das auf jeden Fall im Auge behalten sollten. Ich buddel wieder Würmer und dann werden wir das mal ganz vorsichtig antesten.

Kanalbursche
23.08.18, 20:47
Moin
Petri Carsten sehr schöne Bilder und toller Bericht.:Daumen:

Gruss Kanalbursche

bauma
23.08.18, 22:03
Moinsen,

:Daumen: für den Bericht. Wir groß ist denn so eine Inka?

kanalflunder
24.08.18, 18:51
Hallo Carsten,

danke für deinen tollen Erlebnisbericht und die Bilder.
Schöne Tour und Fisch gab es auch.:Daumen:
Petri Heil dazu.

Mit Petri Heil
Jürgen

Watt wär´n wa ohne Wattwurm?

Carsten Carstens
24.08.18, 19:15
Moinsen,

:Daumen: für den Bericht. Wir groß ist denn so eine Inka?

410 X 150 und leider nur eine Höhe von 65 cm. Dadurch das sie drei Kiele hat, liegt sie ungemein ruhig im Wasser. Selbst beim Hin- und Hergehen schaukelt sie nicht. Ideal zum Zandertwistern auf der Eider.
An der Küste bleibe ich immer fein sitzen, da wird nicht gestanden oder gar im Boot gegangen.
Die Länge ist für mich alleine sehr, sehr gut, aber auch zu zweit ausreichend.
Stimmt´s Bert?

Der 10 PS Motor teibt das Boot sehr gut vorran und wie gesagt, bringt das Teil aufgrund seiner geringen Tiefe richtig auf Fahrt.

Bert
27.08.18, 08:44
Moin!

Das kann ich absolut bestätigen, sehr bequemes Böötchen, in dem man auch entspannt die Fahrt zu den Fischgründen genießen kann... :-D


http://www.anglerforum-sh.de/gallery/files/1/3/4/2/k-img_2238.jpg

Aber die Erinnerung verblasst langsam, Carsten... ;)

ditschi
28.08.18, 08:18
Petri zu den Makrelen und den Dorschen:Daumen:
Und Danke für den Bericht

Gr. Stephan

Carsten Carstens
31.08.18, 13:36
Danke euch allen.

Ja, Detlef, jetzt wo ich das Bild sehe. Was du so alles rauszauberst. Vielleicht wird es ja noch mal was. Buttangeln ware so schlecht nicht.