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  1. Mitglied Avatar von Michael Kuhr
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    Angler am digitalen Haken

    Hier ein Vorabbericht von mir aus den Zeitungen von Samstag, 27. Januar 2018, des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (Seite 4) und Kommentar (Seite 2).

    Land will Angler digital überwachen

    Um die Fänge zu kontrollieren, soll die Fahrt von Booten aufgezeichnet werden – Kritik von der Datenschutzbeauftragten

    Kiel Für den Fang von Dorschen in der Ostsee müssen Hobby-Angler künftig offenbar tiefer in die Taschen greifen – und sich „gläsern“ machen. Sie sollen per Landesgesetz verpflichtet werden, den Fahrtverlauf ihres „Wasserfahrzeugs“ elektronisch aufzuzeichnen und bei Kontrollen zu belegen. Ein sogenannter „Karten-Plotter“ kostet ab 500 Euro aufwärts. Die Landesdatenschutzbeauftragte Marit Hansen liest in dem Papier einen Vorstoß des Umweltministeriums: „Das ist ein unverhältnismäßiger Eingriff in das informelle Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen.“
    Derzeit ist eine entsprechende Änderung des Landesfischereigesetzes im Umweltministerium in Vorbereitung. Sie soll der im EU-Fischereirecht aufgenommenen „Regelung zur Begrenzung der Freizeitfischerei“ dienen und das Risiko einer sogenannten Anlastung der EU mindern. Denn: Mit Hilfe der erforderlichen elektronischen Aufzeichnungen soll die von der EU erst im vergangenen Jahr verhängte Fangbeschränkung von fünf Dorschen pro Angeltag kontrolliert werden.

    Den Anglern wird nämlich nachgesagt, dass sie in gleichem Maße am Niedergang der Dorschbestände in der Ostsee beteiligt sind, wie die Erwerbsfischerei. Die Hobby-Angler bestreiten das heftig. Denn seit zwei Jahren, also vor Einführung der Fangbeschränkungen, wächst ein großer Dorschbestand nach.

    Das Umweltministerium in Kiel erwartet, dass Verstöße gegen die Tagesfangbegrenzungen zunehmen werden. Deshalb sollen die Kontrollen der Angler verschärft werden. Marit Hansen dürchtet damit eine Einsicht in Daten der persönlichen Lebensführung der Angler – ob auf Plotter oder Handy. Sie empfiehlt in einem Brief ans Umweltministerium eine deutliche Abgrenzung der Hobby-Angler zur gewerblichen Fischerei.

    Sanktionen gegenüber Anglern regelt das EU-Fischereirecht nicht. Das müssen die Länder selbst vornehmen. Um nun eine effektive Kontrolle und Durchsetzung des EU-Rechts zu gewährleisten müsse das Gesetz geändert werden, so das Umweltministerium in einem unserer Zeitung vorliegenden Papier. Und als Nachweis will sich das Land Schleswig-Holstein eben der elektronischen Aufzeichnungen der Angler bedienen.

    Bisherige Regelungen im Landesfischereirecht seien dazu nicht tauglich, heißt es in dem Papier weiter. Eine nachhaltige Nutzung biologischer Ressourcen lasse sich nur erreichen, wenn die Fänge der Freizeitfischerei in das Fischereimanagement einbezogen werden. Und es wird sogar nicht ausgeschlossen, das Regelungslimit auf andere Fischarten auszuweiten. Das könnte im Angelurlauberland Schleswig-Holstein vor allem die Angelei auf Lachse und Meerforellen treffen. Für Wolfsbarsche gilt sie schon seit 2016.
    „Wenige Einzelfälle“ gibt das Ministerium bei den Verstößen gegen das Tagesfanglimit bei Dorschen bisher an. Es seien aber auch nur wenige Dorsche da gewesen. Doch das soll sich ändern. Zur Kontrolle der Angler stehen dann neben den 15 Fischereiaufsichtsbeamten ab April zur geplanten Einführung des Gesetzes zusätzlich noch 42 ehrenamtliche Fischereiaufseher in den Startlöchern. Sie sollen die digitalen Daten der Angler kontrollieren.

    „Ein viel zu hoher Aufwand für nur wenig Wirkung“, sagt Robert Vollborn, Geschäftsführer des Landessportfischerverbandes (LSFV) Schleswig-Holstein. Die Entwicklung des Dorschbestandes sei von vielen Umwelteinflüssen abhängig und nicht vorhersehbar. Deshalb sollten aktionistische Verschärfungen der Angelkontrollen unterbleiben.

    „Die geplanten Änderungen gefährden wesentlich mehr Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte der Angler als Angler die Dorsche“, so Vollborn. Und: „Wenn trotzdem die Aufzeichnungspflicht eingeführt wird, dann muss der Entwurf wenigstens festlegen, ob schon Luftmatratzen und Badeschlauchboote solche Wasserfahrzeuge sind. Dann hätten die Kontrolleure gut zu tun“.

    Das Umweltministerium rudert schon zurück: „Keiner ist verpflichtet, sich wegen dieser Vorschrift ein elektronisches Aufzeichnungsgerät anzuschaffen, um seine Fahrten zu belegen“, sagte Sprecherin Nicola Kabel gestern. Aber falls eine elektronische Aufzeichnung existiere, könnte man anhand dieser theoretisch auch prüfen, ob sich Freizeitfischer in einem Schutzgebiet aufgehalten haben.

  2. #2
  3. Mitglied
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    AW: Angler am digitalen Haken

    Ja macht voll Sinn....
    Besser sollte man eine Dorsch Schule gründen, und den Dorschen beibringen nur zu beißen wenn sie maßig sind. Mal grob geschätzt... Ne ich nenne lieber keine Zahlen, aber die Anzahl der untermaßigen Dorsche welche so tief geschluckt haben, das sie nur noch Möwen Futter waren, übersteigt die Zahl der verwertbaren...
    Gruß Jan

  4. #3
  5. Mitglied Avatar von kanalflunder
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    AW: Angler am digitalen Haken

    Hallo Angelfreunde,

    wer denkt sich nur solche Schweinereien aus ?
    Will man den ganzen Angeltourismus zum erliegen bringen?
    Scheinbar ja. Haben sich diese Typen mal Gedanken über
    die wirtschaftlichen Folgen gemacht??
    Hier geht es doch nur um die Unterdrückung Schwächerer
    durch die herrschenden Eliten.
    Und was ist mit den Strandanglern??

    Mit Petri Heil
    kanalflunder

    Watt wär´n wa ohne Wattwurm?
    SAV Kanalfreunde e. V. Kiel

    Der Müll muß mit !!

  6. #4
  7. AW: Angler am digitalen Haken

    Keine Sorge, die Watangler und Brandungsangler werden mit einem GPS-Tracker gechipt, dann zeichnet das Land direkt auf.

    ...unglaublich was sich da Leute (Volksvertreter) ausdenken. Mein Vorschlag: Die Freizeitkapitäne bekommen vom Land Schleswig Holstein einen Kartenplotter spendiert :-)

    Über die Jahre betrachtet wandelt sich doch der Fischbestand hin und her, in den 80ern haben wir nie einen Dorsch vom Strand aus gefangen, nur Plattfische. Als ich nach einer Angelpause (die 90er) so um 2000 wieder angefangen habe in der Brandung zu angeln, hatte ich nur ganz selten mal einen Plattfisch. Zur Zeit kann man ja über Plattfischfänge nicht meckern und so wird es auch weiter hin und her gehen, wenn die "bösen Angler" nicht alle Fische wegfangen...

    Manchmal kann man gar nicht soviel essen wie man brechen möchte...

    Kartenplotter-Taschengruß

    Volker

  8. #5
  9. AW: Angler am digitalen Haken

    Übrigens ist der Artikel fachlich nicht ganz korrekt. Der Entwurf sieht keine Verpflichtung zur Nachrüstung von Kartenplottern vor, sondern "lediglich" den Fischereiaufsichtsbeamten den Fahrtverlauf zu belegen, zum Beispiel mit elektronischen Seekarten. Und das macht den Entwurf noch gefährlicher, denn viele Angler auf Kelinbooten nutzen hierfür private Smartphones oder Tablets. Somit hätten die Fischereiaufsichtspersonen Zugriff auf meine privaten Daten. Das ist der entscheidende Punkt, der von den Datenschutzbeauftragten kritisiert wird.

  10. #6
  11. Mitglied Avatar von Meckerpott30
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    7

    AW: Angler am digitalen Haken

    Was sind Hobby-Angler? Hobby-Fischer kenne ich.

    Fragt doch mal das LLUR wieviele Angler mit mehr als fünf Dorschen 2017 festgestellt wurden....
    Immer diese Unterstellungen.
    Gruß, Jens

  12. #7
  13. AW: Angler am digitalen Haken

    Ja mal einfach schön alle unter Generalverdacht stellen. Ist wirklich nen Witz was die sich da ausdenken.

  14. #8
  15. Mitglied Avatar von Carsten Carstens
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    AW: Angler am digitalen Haken

    Das Umweltministerium rudert schon zurück: „Keiner ist verpflichtet, sich wegen dieser Vorschrift ein elektronisches Aufzeichnungsgerät anzuschaffen, um seine Fahrten zu belegen“, sagte Sprecherin Nicola Kabel gestern. Aber falls eine elektronische Aufzeichnung existiere, könnte man anhand dieser theoretisch auch prüfen, ob sich Freizeitfischer in einem Schutzgebiet aufgehalten haben.

    Ja oder nein, was denn nun. Erst einmal alle unter Generalverdacht stellen. Alle Angler sind ja so schlecht, die fangen alle Fische weg und reißen mit den Pilkern den Meeresboden auf. Immer diese Schnellschüsse....

    Zumindest werden wir ja durch Robert vertreten.
    Gruß Carsten

  16. #9
  17. Mitglied Avatar von Michael Kuhr
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    AW: Angler am digitalen Haken

    Ich gehe davon aus, Carsten, dass die kritische Datenschutzbeauftragte das Umweltministerium mit seinem Vorhaben wieder eingefangen hat. Die Anhörung an die Verbände mit dem formulieren Kontrollvorhaben ist ja schon lange raus.

  18. #10
  19. Mitglied Avatar von Carsten Carstens
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    AW: Angler am digitalen Haken

    Das hoffe ich mal. Denn wenn man weiß, wie die uns kontrollieren und welche Steine die uns in den Weg legen zur Straftatenverfolgung, dann kann es eigentlich nur so laufen.
    Gruß Carsten

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