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  1. ICES veröffentlicht Fangempfehlung für die Ostsee 2019 / Ende der Heringsangelei?

    Wie wir bereits im letzten Jahr veröffentlicht haben, erholen sich die Dorschbestände in der westlichen Ostsee weiter und werden innerhalb des nächsten Jahres bei den Elterntieren den sogenannten sicheren Bereich (Limit-Referenzpunkt) überschreiten. Bereits jetzt hat sich die Zahl der Elterntiere gegenüber 2013 mehr als verdoppelt. Der ICES empfiehlt somit eine Erhöhung der Quote für den Dorsch für die Gebiete 22 bis 24 in der westlichen Ostsee um 137%.

    Was bedeutet das für uns Angler? Normalerweise müsste – wie von uns gefordert – das Baglimit spätestens zum 01.Januar 2019 aufgehoben werden. Aufgrund der empfohlenen Anhebung der Quote wäre ein Baglimit von 12 Dorschen pro Angler pro Tag das Minimum, doch wie wenige Angler erreichen diese Fangmenge überhaupt? Benötigen wir dann wirklich noch ein Baglimit? Wir haben diese Menge doch im Durchschnitt auch vor Einführung des Baglimits 2017 nicht erreicht! Da das Baglimit nur „zum Wiederaufbau der Dorschbestände“ eingeführt wurde, kann es nur eine Entscheidung durch die die europäischen Fischereiminister auf ihrer Ratssitzung im Oktober geben- das Baglimit muss abgeschafft werden und so hoffen wir, dass wir bei dieser Forderung auch Unterstützung durch die Angelverbände erhalten werden! Keine Kompromisse und keine anderen neuen Einschränkungen - weder eine Schonzeit noch eine Erhöhung des Mindestmaßes - darf es geben.

    Und was erwartet uns beim Hering? ICES empfiehlt hier tatsächlich einen mindestens einjährigen Fangstopp in der Ostsee. Davon wären sicherlich auch wir Angler betroffen! Ist das dann das Ende der Heringsangelei?

    Es bleibt spannend und wir können jetzt nur gemeinsam die Politik sensibilisieren, hier vernünftige Entscheidungen und Lösungen für alle Betroffenen anzubieten!

    Hierzu werden wir in Kürze Gespräche mit verschiedenen Politikern auf Bundes- und EU- Ebene führen. Das war ein kurzer Überblick und wir werden natürlich weiter berichten!

    Viele Grüße von der Küste

    Team Anglerdemo

  2. #2
  3. Mitglied Avatar von Meerelb
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    AW: ICES veröffentlicht Fangempfehlung für die Ostsee 2019 / Ende der Heringsangelei?

    OK dann gehen wir halt NOK Hering und Dorsch angeln ^^.
    Aber Spass bei Seite. Können die wirklich einen kompletten Fangstop für Heringe einführen? Was machen dann die ganzen Dänischen Heringskonservernfapriken?
    https://ezigarettenleben.de/ezigaret...-nicht-schuld/ an Zigarettenstummel in der Umwelt.

  4. #3
  5. Mitglied Avatar von Meckerpott30
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    AW: ICES veröffentlicht Fangempfehlung für die Ostsee 2019 / Ende der Heringsangelei?

    Was hast du gegen eine Schonzeit?
    Gruß, Jens

  6. #4
  7. AW: ICES veröffentlicht Fangempfehlung für die Ostsee 2019 / Ende der Heringsangelei?

    Zitat Zitat von Meckerpott30 Beitrag anzeigen
    Was hast du gegen eine Schonzeit?
    Beim Dorsch? Relativ einfach erklärt- die Fänge der Freizeitfischerei in der Schonzeit sind für die Bestandsentwicklung eher zu vernachlässigen, hätte jedoch das Ende der Hochseeangelschiffe als Folge und steht somit in keinem Verhältnis. Die Kleinboote stehen in den Hallen, die Brandungsangler fangen keine Laichdorsche und die Kutter können wegen des Wetters nur an wenigen Tagen in die Laichgebiete bzw. fahren die ja auch nicht immer gezielt an. Die von Thünen errechneten Fänge in der Laichzeit sind linear ermittelt, also nicht die tatsächlichen Fangmengen, denn die sind nur ca. ein zehntel der genannten Fänge. Da greift ein Schleppnetzfischer am 31.Januar oder 01.April mit einem Hol mehr Laichdorsche ab, als die Freizeitfischerei im gesamten Zeitraum.


    Ich werde (vermutlich) morgen noch einmal ein paar detaillierte Zahlen veröffentlichen.

  8. #5
  9. AW: ICES veröffentlicht Fangempfehlung für die Ostsee 2019 / Ende der Heringsangelei?

    Wir können froh sein wenn es in Zukunft noch ein Mindestmaß gibt und keinen Anlandungszwang analog Berufsfischerei - wie von denen gefordert.

    Nicht nur solange das Baglimit gilt würden die meisten Angler die ich kenne ein höheres Schonmaß als 35cm eher begrüßen. Warum ist Anglerdemo dagegen?

  10. #6
  11. Mitglied Avatar von Meckerpott30
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    AW: ICES veröffentlicht Fangempfehlung für die Ostsee 2019 / Ende der Heringsangelei?

    Hallo Kai,
    Selbst nicht allen Berufsfischern war es erlaubt, während der Schonzeit jenseits der 20 m zu fischen. Wir reden hier von zwei Monaten,. In denen wir die Dorsche in ihren Laichgebieten in Ruhe lassen. Der Kutterkapitän kann in derzeit Urlaub, oder Werftarbeiten oder Plattfischtouren anbieten.
    Ich meine, wir sollten alle ein wohlwollendes Zeichen setzen.
    Gruß, Jens

  12. #7
  13. AW: ICES veröffentlicht Fangempfehlung für die Ostsee 2019 / Ende der Heringsangelei?

    Sehe das auch so, dass eine Schonzeit im Bezug auf Gewässertiefen ab 20m vollkommen ok ist. Im Flachwasserbereich fängt man eh so gut wie keine Laichdorsche und die Kutterkapitäne die die Laichgebiete anfahren und mit Dickdorsch werben sägen doch leider auch seit Jahren an ihrem eigenen Ast. Diese 2 Monate kann man wirklich anders überbrücken.

  14. #8
  15. AW: ICES veröffentlicht Fangempfehlung für die Ostsee 2019 / Ende der Heringsangelei?

    So einfach ist das nicht!

    Leider wird immer wieder die Forderung nach einer Schonzeit für den Dorsch für uns Angler laut, jedoch ohne wissenschaftliche Begründung, sondern in der Regel aufgrund einer persönlichen Meinung. Damit kommen wir jedoch nicht weiter, sondern sollten uns mit den Fakten beschäftigen.

    Dazu sollten wir uns erst einmal die Entnahmemenge der Freizeitfischerei in diesem Zeitraum berücksichtigen. Thünen nennt hier 330 Tonnen, doch schaut man sich diese Zahl genauer an, muss man leider feststellen, dass diese Menge lediglich linear errechnet wurde. In den Monaten Februar und März sind so gut wie keine Kleinboote auf der Ostsee unterwegs, die Küstenangler erreichen keine Laichgebiete. Die Kutter haben in diesem Zeiträumen mit vielen Ausfällen durch das Wetter zu rechnen und fahren ja nicht jeden Tag gezielt in diese Laichgebiete. Wie hoch ist die Entnahmemenge an Laichdorschen der Angler jetzt wirklich? Wir haben uns dieses Jahr die Fänge mal ein wenig intensiver angeschaut und gehen von einer Zahl unter 30 Tonnen aus. 30 Tonnen sind für den Einfluss auf die Bestände sicherlich zu vernachlässigen und stehen in keinem Verhältnis zu den Folgen für den Angeltourismus. Die Laichzeit beginnt in der westlichen Ostsee in der Regel Mitte Februar und geht bis in den April rein, die Dorsche versammeln sich jedoch bereits im Januar in den Laichgebieten. So kann man schön beobachten, wir Schleppnetzfischer bis zum 31.Januar und im April diese Gebiete gezielt anfahren und jeder Kutter mit einem Hol sicherlich mehr Laichdorsche entnimmt, als die Angler im gesamten Zeitraum. Somit sind sicherlich hier gezielte Maßnahmen zwingender erforderlich, als Angler einzuschränken und den Hochseeangelschiffen den Dolchstoß zu verpassen. Ansonsten wäre hier sicherlich der Satz "mit Kanonen auf Spatzen schiessen" passend. Bitte hierbei auch berücksichtigen, dass viele Ausfahrten bei den Kuttern in den Monaten Dezember und Januar aufgrund der Wetterlage ausfallen. So könnte eine Schonzeit unter Umständen 4 Monate Zwangspause ohne finanziellen Ausgleich (im Gegensatz zur komerziellen Fischerei) bedeuten. Welcher Betrieb kann das überstehen?

    Zur Erhöhung des Mindestmaßes sollten wir auch keine zusätzlichen Einschränkungen fordern. Ein Mindestmaß von 38cm ist gerade für Küstenangler ein angemessenes Maß, Dorsche unter 45cm machen ca.50% der Fänge auf Kleinbooten und Angelkuttern aus. Sollen diese 50% zukünftig ohne Fisch bleiben? Ich denke hier sollten wir lieber die Entscheidung zur Entnahme den Anglern überlassen, als neue Einschränkungen zu fordern und auch die Angler respektieren, die einen 38'er Dorsch entnehmen. Auch aus diesen Dorschen kann man eine schönes Filet zaubern und Dorsche in dieser Größe sind für die Küche prima Kochfisch. Die Berufsfischer haben übrigens für die Vermartung ein Maß von 35cm.

    Übrigens sind die Forderungen nach einem erhöhten Mindestmaß und einer Schonzeit grundsätzlich und zur Zeit nur in den Bundesländern als zusätzliche Maßnahme zur EU- Verordnung umzusetzen, da die EU (speziell Dänemark) hier nicht mitspielen wird.

    Über eine Erhöhung des Mindestmaßes müssen wir ab 2019 eh nicht mehr diskutieren, da nach jetzigem Stand und gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1380/2013 ab 2019 eine Anlandeverpflichtung beim Dorsch auch für die Freizeitfischerei gilt.

  16. #9
  17. Mitglied Avatar von Meckerpott30
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    AW: ICES veröffentlicht Fangempfehlung für die Ostsee 2019 / Ende der Heringsangelei?

    Würde Ich gerne alles verstehen, sehe in deiner Argumentation allerdings auch viel unternehmerisches Risiko. Eben weil die meisten Kleinboote im Februar und März an Land stehen würde es nicht sonderlich weh tun eine Schonzeit zu begrüßen.
    In vielen Fischarten kennen wir im Binnenbereich Schonzeiten und akzeptieren diese. Weil aber Fischer gezielt auf Laichdorsche gehen, müssen wir doch nicht hinterher fahren.
    Für unsere Argumentation täte uns eine freiwillige Schonzeit gut.
    Gruß, Jens

  18. #10
  19. AW: ICES veröffentlicht Fangempfehlung für die Ostsee 2019 / Ende der Heringsangelei?

    Man darf aber den Dorsch in der Ostsee nicht mit einem Zander o.ä. als Nestbewacher vergleichen. Das ist wie mit Äpfel und Birnen.

    Für unsere Argumentation ist das auch eher schlecht, denn jeder entnommene Dorsch laicht nicht mehr. Wenn also die Entnahme durch Angler in der Laichzeit dem Bestand schädigt, gilt das für jeden von Anglern entnommenen Dorsch.

    Die Schonzeit für die kommerzielle Fischerei gibt es, da die ansonsten mit den Schleppnetzen den gesamten Bestand an Elterntieren in der Lacihzeit gezielt vernichten. Das darf man nie miteinander vergleichen und trifft ja auf Angler nicht zu.

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