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    #1
  1. Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

    Quelle Anglerdemo

    Das wir Angler immer mehr im Fokus der EU- Kommission stehen, sollte uns spätestens seit der Einführung des Baglimits 2017 klar sein. Die Festlegung für 2019 steht zwar noch aus, jedoch ist nach aktuellen heutigen Informationen eine Erhöhung für die Freizeitfischerei in 2019 NICHT vorgesehen, sondern lediglich eine Erhöhung der Fangmengen für die kommerzielle Fischerei um 137%! Dieses ist aber noch unbestätigt und wir warten ab. Auch beim Hering droht uns ein Angelverbot ab 2019. Dazu kommt ein Rückwurfverbot, das ebenfalls ab 2019 auch für die Freizeitfischerei gelten soll.

    Wir haben diese Meldungen noch nicht einmal alle verdaut und ausführlich bewerten und kommunizieren können, so erreichte uns am 30.Mai 2018 der nächste Hammer aus der EU.

    Die Ziele der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) sollen ja sicherstellen, dass Fischerei und Aquakultur auf lange Sicht umweltverträglich sind und so bewirtschaftet werden, dass wirtschaftliche, soziale und beschäftigungspolitische Vorteile erzielt werden.

    Um diese Ziele zu erreichen, plant die EU die Einführung einer Fischereikontrollverordnung, die Verordnung zur Errichtung einer Europäischen Fischereiaufsichtsagentur (EFCA, die Verordnung zur Einführung eines Systems zur Bekämpfung der illegalen, nicht gemeldeten und unregulierten Fischerei (IUU-Verordnung) und die Verordnung über die nachhaltige Bewirtschaftung der externen Fischereiflotten (SMEF). Der Vorschlag zielt auf eine Überarbeitung des FCS mit Ausnahme der kürzlich geänderten KMU-Verordnung ab.


    Was bedeutet das jetzt für uns Angler?

    Dazu müssen wir uns speziell den Artikel 55 des Entwurfes dieser Verordnung in Verbindung mit dem Artikel 93a anschauen.

    Im Artikel 55 heißt es u.a. „Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die Freizeitfischerei auf ihrem Hoheitsgebiet und in Unionsgewässern in einer Weise betrieben wird, die mit den Zielen und Regeln der Gemeinsamen Fischereipolitik vereinbar ist“. Das erklärt schon einmal, dass wir zukünftig in alle Quotierungen mit einbezogen werden. Das muss natürlich auch kontrolliert werden und so geht es dann mit den Maßnahmen weiter.

    Zu diesem Zweck müssen nämlich die Mitgliedstaaten die Einrichtung einer Registrierung oder eines Lizenzsystems zur Überwachung der Anzahl der natürlichen und juristischen Personen in der Freizeitfischerei einrichten und die Erhebung von Daten über Fänge aus solchen Fischereien durch Fangmeldungen oder andere Datenerhebungsmechanismen sicherstellen und der Kommission übermitteln

    Weiter heißt es dann „Für Bestände, Bestandsgruppen und Arten, die den Quotenregelungen der EU (GFP) unterliegen müssen die Mitgliedstaaten als Bestandserhaltungsmaßnahme auch Fangbeschränkungen festlegen und alle natürlichen und juristischen Personen müssen täglich oder nach jeder Angeltour die Fangmeldungen elektronisch an die zuständige Behörde übermitteln. Die Mitgliedstaaten müssen die Einrichtung einer Registrierungs- oder Lizenzstelle für Schiffe der Freizeitfischerei, zusätzlich zum Registrierungs- oder Lizenzsystem für natürliche und juristische Personen gemäß Absatz 1, einrichten.“

    Einen positiven Punkt haben wir auch unter Punkt 3 gefunden „Der Verkauf der Fänge der Freizeitfischerei ist verboten“

    Doch dann folgt gleich wieder „Die Mitgliedstaaten müssen nationalen Kontrollprogramme gemäß Artikel 93a für die Freizeitfischerei einführen.“

    5. Die Kommission kann im Wege von Durchführungsverordnungen detaillierte Vorschriften erlassen über:
    (a)Die Reglementierung oder Lizenzierung von Arten und Beständen für die Freizeitfischerei
    (b)die Sammlung von Daten und die Aufzeichnung/ Übermittlung der Fangdaten,
    (c)die Verfolgung von Schiffen, die für die Freizeitfischerei verwendet werden
    (d)die Kontrolle und Kennzeichnung von Fanggeräten für die Freizeitfischerei.
    Diese Durchführungsverordnung wird mit der Prüfung erlassen.

    Dieser Artikel gilt für jegliche Freizeitfischerei, einschließlich der Fischerei von kommerziellen Betrieben im Tourismussektor.

    Jetzt noch die Zusammenfassung des Artikel 93a „Nationale Kontrollprogramme und Berichtswesen“

    1.Die Mitgliedstaaten erstellen nationale Kontrollprogramme
    2.Die Programme müssen jährlich an die aktuellen EU-Verordnungen angepasst werden
    3.Diese Anpassung muss bis zum 31.12. eines Jahres der Kommission übermittelt werden
    4.Bis zum 30. Juni jedes Jahres legen die Mitgliedstaaten der Kommission einen Bericht über die Ergebnisse der Kontrollen aus dem Vorjahr vor und belegen die Übereinstimmung mit der aktuellen Verordnung.
    5.Die Kommission wird ermächtigt, per Verordnung Mindestanforderungen gemäß Artikel 119a für nationale Kontrollprogramme festzulegen.


    Begründet wird das durch die EU- Kommission mit dem Mangel an Mindestkontrollmaßnahmen für die Freizeitfischerei und daraus resultierenden Hauptursache für die heute erhebliche und inakzeptable Informationslücke, sowohl hinsichtlich des genauen Pools der Teilnehmer an diesen Fischereien (Anzahl der Schiffe, Anzahl der Fischer) als auch hinsichtlich der relevanten Fangdaten. Schließlich sei die Freizeitfischerei in den EU-Mitgliedstaaten auf dem Vormarsch.
    Die Hauptgründe für die unzureichende Datenlage liegen in den zahlreichen Ausnahmen und Ausnahmeregelungen, insbesondere für bestimmte Schiffskategorien sowie für die Freizeitfischerei, die derzeit von der Bereitstellung von Fischereidaten befreit sind.

    Da die Fänge aus der Freizeitfischerei jedoch weitgehend unberücksichtigt bleiben und somit nicht vollständig erfasst und berücksichtigt werden können, verzögert das die Erholung der Umwelt und die Erzielung der vollen wirtschaftlichen und sozialen Vorteile einer allgemeinen Fischerei auf nachhaltigem Niveau. Dies untergräbt demnach nicht nur die Rechtmäßigkeit der Fangtätigkeiten, sondern gefährdet auch die Überwachung der Quoten.

    Das Fehlen einer EU-Kontrolle für die Freizeitfischerei würde auch weiterhin die Qualität der Fangdaten beeinträchtigen, ebenso wie falsche oder fehlende Wiegepraktiken bei der Anlandung. Dies würde zu Unzulänglichkeiten bei der Quotenüberwachung führen und die ökologische Nachhaltigkeit gefährden. Probleme würden auch darin bestehen, die Motorleistung auf (Angel-) Schiffen korrekt mit Kapazitätsobergrenzen zu versehen bzw. zu zertifizieren, die für die Gewährleistung der ökologischen Nachhaltigkeit von Fischbeständen jedoch wichtig sind.

    Die Ziele dieser Verordnung sind demnach die Verfügbarkeit, Qualität und Austausch von Daten von Daten zu verbessern sowie eine Datenverwaltung und Datennutzung auf EU- Ebene.

    Wir haben diesen Entwurf aus dem englischen übersetzt. Das Original findet Ihr bei Interesse unter

    https://ec.europa.eu/…/fishe…/files/...018-368_en.pdf

    Euch ein schönes Wochenende und sonnige Grüße von der Küste!

  2. #2
  3. Mitglied Avatar von dorschgreifer
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    AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

    Ich bin auf die Umsetzung gespannt...

    Aber im Grunde nichts anderes als die Fangmeldungen, die die Mitglieder in ihren Vereinen an den Vorstand melden müssen..., für diese Angler wäre das nichts sonderlich neues...

    Für alle anderen Angler ein derber ungewohnter Einschnitt...

    Und wenn man der EU immer vorwirft, dass deren Daten und Erhebungsmethoden nichts taugen oder nicht stimmen, dann muss man sich am Ende nicht wundern....., wenn das genauer wird.
    Gruß Dorschgreifer Angeln in der Stör


  4. #3
  5. AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

    Wenn das mit der selben Effizienz und Präzision geschieht wie bei der Nebenerwerbsfischerei wird man die Quote der Freizeitfischerei drastisch korrigieren müssen

    Zum Glück unterliegt die Meerforelle keiner Quotierung da ihr Bestand keine wirtschaftliche Relevanz besitzt. Es trifft also mehr die Heringsangler. Die Trinkerszene an der Hörn wird sich also morgens vor dem Angeln am PC einloggen und abends ihre Fänge einmelden.

    Sonst drohen Bußgelder die von ihrem Pfändungsschutz-Konto abgebucht werden! HAHAHAHAHA

  6. #4
  7. AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

    Das mit der Mefo könnte allerdings in SH ab 2019 ein ernsthaftes Problem für uns Angler werden. Wenn nämlich auch der Lachs reguliert wird und ggf. ein Fangverbot kommt. Dann spielt die Auslegung des MELUND wieder eine Rolle. Gezieltes Angeln auf Lachs ist dann verboten, Angelmethode Lachs und Mefo ist identisch = Angelverbot auf Mefo. Siehe Dorsch nach erreichen des Baglimit oder Wolfsbarsch...

  8. #5
  9. AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

    Zitat Zitat von Kai Hansen Beitrag anzeigen
    Angelmethode Lachs und Mefo ist identisch = Angelverbot auf Mefo.
    Ist das dein Ernst? Ich schätze ja deinen Einsatz für die Kutterfischerei aber Einiges was du so von dir gibst kann ich wirklich nicht nachvollziehen.

  10. #6
  11. AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

    Das sehe nicht ich so, sondern der liebe Dr. Lemcke vom MELUND, der die Regeln hier in SH definiert und nach diesen Regeln finden die Kontrollen statt.

  12. #7
  13. AW: Will die EU unser Hobby zerstören? Überwachung total in Planung!

    Das heißt ich dürfte in der Treene keinen Wurm an der Pose anbieten weil ein Lachs darauf beißen könnte? Und in der Ostsee keinen Blinker schleppen? Oder gar die Fliegenrute schwingen?

    Glaubt ihr Fischereiaufseher wirklich ihr werdet noch ernst genommen wenn ihr euch vor diesen Karren spannen laßt? Dein Chef hat merkwürdige Ansichten. Aber darüber haben wir ja schon diskutiert, kein Wiederholungsbedarf von meiner Seite.

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