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    Dorschfangverbot östliche Ostsee ab sofort

    Dieses Fangverbot gilt derzeit erst einmal nur für gewerbliche Fischer und bis zum Jahresende, ob da Angelkutter drunter fallen, wage ich nicht zu sagen. Von Anglern steht dort momentan noch nichts.....

    http://europa.eu/rapid/press-release...19-4150_de.htm

    Bestand in Gefahr: Sofortiges Fangverbot für Dorsch in der Ostsee

    Ab sofort gilt für alle gewerblichen Fischer ein Fangverbot für Dorsch in weiten Teilen der Ostsee. Das hat die Europäische Kommission heute (Dienstag) beschlossen. Der Dorschbestand in der östlichen Ostsee schrumpft laut aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen dramatisch; ihm droht der Zusammenbruch. Das Verbot tritt sofort in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 2019.

    23/07/2019


    EU-Fischereikommissar Karmenu Vella erklärte: „Ein Zusammenbruch der Dorschbestände hätte katastrophale Auswirkungen auf die Existenz vieler Fischer und Küstengemeinden im gesamten Ostseeraum. Wir müssen rasch handeln, um den Bestand zum Wohl der Fische und im Interesse der Fischer wieder aufzufüllen. Deshalb hat die Kommission als rasche Reaktion auf diese unmittelbare Bedrohung Sofortmaßnahmen erlassen. Eine weitere Aufgabe besteht jedoch darin, den Bestand und seinen Lebensraum langfristig angemessen zu bewirtschaften.“

    Das Verbot gilt für alle Fischereifahrzeuge und in allen Gebieten der Ostsee, in denen der größte Teil des Bestands vorkommt (d. h. die Unterdivisionen 24-26), mit Ausnahme einiger spezifischer gezielter Ausnahmeregelungen.

    Zuvor hatten einige Mitgliedstaaten bereits Maßnahmen ergriffen. Da diese jedoch keine einheitliche Herangehensweise in allen betroffenen Gebieten gewährleisten, und nicht alle Mitgliedstaaten beabsichtigen, nationale Maßnahmen zu ergreifen, sind nach Ansicht der Kommission weitere Sofortmaßnahmen erforderlich.

    Das Fangverbot ist ein grundlegender erster Schritt, um den gefährdeten Bestand zu schützen, doch werden die Kommission und die Mitgliedstaaten auch langfristigere Maßnahmen in Betracht ziehen, wenn die Ministerinnen und Minister im Herbst zusammenkommen, um über die Fangmöglichkeiten im nächsten Jahr zu entscheiden. Aus Wissenschaftskreisen wird neben der Fangtätigkeit auch auf viele andere Faktoren hingewiesen, die den Bestand bedrohen und gesondert behandelt werden müssen, darunter der zu niedrige Salzgehalt, die zu hohen Wassertemperaturen und zu wenig Sauerstoff sowie Parasitenbefall.

    Hintergrund

    Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen haben die Besorgnis im Hinblick auf den Dorschbestand in der östlichen Ostsee noch verstärkt. Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, könnte das dramatische Schrumpfen des Bestands zu dessen Zusammenbruch führen.

    Internationale wissenschaftliche Gremien haben deshalb ein komplettes Fangverbot gefordert, um das Ruder herumzureißen.

    Die zulässigen Fangmengen für Dorsch in der östlichen Ostsee sind seit 2014 bereits jedes Jahr gesenkt worden, und zwar von 2014 noch fast 65.000 Tonnen im Jahr 2014 auf etwa 24.100 Tonnen im Jahr 2019. Davon nahmen die Fischer in den vergangenen Jahren nur zwischen 40-60 Prozent der zulässigen Gesamtfangmenge in Anspruch, was vermutlich auf einen Mangel an Fischen in Handelsgröße zurückzuführen ist.

    Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge ist das Volumen von handelsüblich großem Dorsch (mindestens 35 cm) derzeit auf dem niedrigsten Stand seit den 1950er-Jahren. Dieses Jahr haben die Fischer bisher rund 21 Prozent ihrer verfügbaren Quote ausgeschöpft.

    Über 7000 Fischereifahrzeuge aus allen acht Anrainermitgliedstaaten fangen Dorsch in der östlichen Ostsee.

    Im Rahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik kann die Kommission auf begründeten Antrag eines Mitgliedstaats oder von Amts wegen Sofortmaßnahmen zur Minderung einer ernsthaften Bedrohung der Erhaltung der biologischen Meeresressourcen erlassen. Diese Maßnahmen dürfen höchstens sechs Monate lang gelten. In der Vergangenheit hat die Kommission bereits Sofortmaßnahmen zum Schutz gefährdeter Bestände ergriffen, insbesondere zum Schutz der Sardellen im Golf von Biskaya und des nördlichen Wolfsbarschs.

    Weitere Informationen

    Fragen und Antworten zu Sofortmaßnahmen für den Dorsch in der östlichen Ostsee

    Pressekontakt: Claudia Guske (link sends e-mail) , +49 (30) 2280-2190

    Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail(link sends e-mail) oder telefonisch unter (030) 2280 2900.
    Europäische Kommission - Factsheet

    Fragen und Antworten – Sofortmaßnahmen für den Dorsch in der östlichen Ostsee

    Brüssel, 23. Juli 2019

    Warum hat die Kommission Sofortmaßnahmen getroffen?

    Wissenschaftler haben kürzlich festgestellt, dass es um den Dorschbestand viel schlechter bestellt ist als erwartet. Seit zwei Jahren liegt er unterhalb sicherer biologischer Grenzen und dies wird auch ohne jegliche Fischerei zumindest mittelfristig so bleiben. Der Bestand ist in der gesamten Ostsee verbreitet und alle Mitgliedstaaten in der Region sind an der Befischung beteiligt. Anfang dieses Jahres hatte die Kommission die Mitgliedstaaten aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen. Einige kamen dieser Aufforderung nach, andere nicht. Angesichts der Dringlichkeit und in Anbetracht der jüngsten wissenschaftlichen Bewertung hat die Kommission beschlossen, Maßnahmen auf EU-Ebene zu ergreifen.

    Um welche Sofortmaßnahmen handelt es sich?

    Die gezielte Dorschfischerei ist in den Gebieten, in denen Dorsch in der östlichen Ostsee vorkommt, d. h. in den ICES-Gebieten 24-26, verboten. Dagegen unterliegen Gebiete mit geringem Dorschbestand in der östlichen Ostsee, d. h. die Gebiete 27-32 und die flachen Küstengewässer des Gebiets 24, nicht dem Verbot.

    Wir haben verhältnismäßige Maßnahmen mit Ausnahmeregelungen für Beifänge in zwei Arten von Fischereien vorgeschlagen. In der pelagischen Fischerei kommen sehr geringe unvermeidbare Beifänge von Dorsch vor, die nicht an Bord sortiert werden können. Daher gilt für diese Fischereien eine Ausnahme vom Fangverbot, da sie sonst überhaupt nicht fischen könnten. Auch in der handwerklichen Küstenfischerei mit stationären Fanggeräten, in der überwiegend auf Plattfische wie Scholle, Flunder und Steinbutt gefischt wird, kommt es zu Beifang von Dorsch. Die Anlandung einiger Beifänge sollte gestattet sein, sodass auch hier eine Ausnahme vom Verbot gilt. Die Fischereien sollten jedoch bestrebt sein, solche Beifänge so gering wie möglich zu halten, und der Gesamtfischereiaufwand sollte nicht zunehmen. Daher werden ihre Beifänge auf 10 % der Fänge begrenzt und die Zahl der Schiffe, die solche Beifänge anlanden dürfen, sollte im Vergleich zu den letzten 18 Monaten stabil bleiben.

    Unter das Verbot fallende Fischereien, für die keine Ausnahmeregelung gilt, müssen alle Fänge von Dorsch in der östlichen Ostsee zurückwerfen.

    Auf welcher Grundlage kann die Kommission solche drastischen Maßnahmen treffen?

    Gemäß Artikel 12 der Verordnung (EU) Nr. 1380/2013 über die Gemeinsame Fischereipolitik kann die Kommission im Falle einer nachweislichen ernsthaften Bedrohung der Erhaltung eines Bestands und aus Gründen äußerster Dringlichkeit Sofortmaßnahmen zur Minderung dieser Bedrohung erlassen. Desgleichen ist die EU nach dem Mehrjahresplan für die Fischereien in der Ostsee verpflichtet, Abhilfemaßnahmen zu ergreifen, wenn die Biomasse eines Bestands unterhalb sicherer biologischer Grenzen liegt. Bei diesen Abhilfemaßnahmen kann es sich um die Aussetzung der gezielten Fischerei und die Annahme von Sofortmaßnahmen durch die Mitgliedstaaten und/oder die Kommission handeln.

    Es ist bereits Juli – warum hat die Kommission die Sofortmaßnahmen nicht früher ergriffen?

    Die Kommission kann nur aufgrund wissenschaftlicher Nachweise tätig werden. Der wissenschaftliche Nachweis der Lage wurde vom Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) am 29. Mai veröffentlicht und die Kommission hat daraufhin rasch gehandelt.

    Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) weist darauf hin, dass die Auswirkungen der Sofortmaßnahmen marginal sind. Ist es daher überhaupt sinnvoll, Sofortmaßnahmen für das Jahr 2019 zu erlassen?

    Der ICES stellt fest, dass das Ergreifen von Sofortmaßnahmen im Jahr 2019 im Vergleich zu einem Szenario, in dem keine Maßnahmen ergriffen werden, zu einem geschätzten Anstieg der Biomasse des Bestands um etwa 4 % im Jahr 2020 führen wird. Ohne diese Maßnahmen würde die Biomasse des Bestands 2020 nach Schätzungen des ICES um 2 % zurückgehen. Darüber hinaus macht der ICES deutlich, dass sich jedwede Fischereitätigkeit auf die geringen verbleibenden Mengen von Dorsch in Handelsgröße (> 35 cm) auswirken würde, wodurch sich die Bestandsstruktur weiter verschlechtern und ihr Reproduktionspotenzial weiter verringert würde. Abwarten ist daher keine Option, sondern würde die Ausgangsposition im Jahr 2020 nur weiter verschlechtern.

    Der ICES weist darauf hin, dass die Sterblichkeit von Dorsch in der östlichen Ostsee vor allem auf andere Faktoren als die Fischerei zurückzuführen ist – welchen Nutzen bringt also die Schließung der Fischerei?

    Der ICES geht in der Tat davon aus, dass sich die natürliche Sterblichkeit, also andere Mortalitätsfaktoren als die Fischerei, etwa dreimal so stark auswirkt wie die fischereiliche Sterblichkeit. Daher ist es offensichtlich notwendig, einen umfassenderen und langfristigeren Ansatz zu verfolgen. Dies sollte jedoch nicht als Vorwand dafür dienen, nicht auf den Faktor Einfluss zu nehmen, den wir vollständig kontrollieren können und der im Lauf der Jahrzehnte zum Erreichen des gegenwärtigen Stands beigetragen hat – die Fischerei.

    Im Hinblick auf den Dorschbestand sind langfristige Maßnahmen erforderlich – was sind die nächsten Schritte nach dem Auslaufen der Sofortmaßnahmen am Jahresende?

    Die Lage des Dorschbestands in der östlichen Ostsee bedarf in der Tat eines langfristigen und umfassenden Ansatzes. Nach den geltenden Rechtsvorschriften dürfen Sofortmaßnahmen nur höchstens sechs Monate dauern. Anschließend können sie einmal um weitere sechs Monate verlängert werden, wenn die Voraussetzungen weiterhin erfüllt sind.

    Der bestehende Mehrjahresplan aus dem Jahr 2016 enthält die längerfristig erforderlichen Vorschriften für die Fischerei. Solange ein Bestand unterhalb sicherer biologischer Grenzen liegt, müssen alle geeigneten Abhilfemaßnahmen ergriffen werden, um die rasche Rückkehr des Bestands auf das für die Erhaltung notwendige Niveau sicherzustellen. In einem solchen Fall müssen die jährlichen Quoten im unteren Bereich der auf wissenschaftlichen Gutachten basierenden Spannen festgelegt und weitere Abhilfemaßnahmen ergriffen werden. Bei den zusätzlichen Maßnahmen kann es sich um weitere Quotenkürzungen, saisonale Schonzeiten oder dauerhafte Schließungen der Fischerei sowie Änderungen der zulässigen Fanggeräte oder Fangtechniken handeln.

    Wie viele Flotten und Schiffe sind von diesen Sofortmaßnahmen betroffen?

    Alle Anrainermitgliedstaaten der Ostsee beteiligen sich – in unterschiedlichem Umfang – an der Dorschfischerei in der östlichen Ostsee. Die Sofortmaßnahmen erstrecken sich auch auf Gebiete mit bedeutenden Dorschvorkommen im südlichen Teil der Ostsee. Insgesamt dürften die wirtschaftlichen Auswirkungen moderat ausfallen, da die Abhängigkeit von Dorsch in der östlichen Ostsee insgesamt gering ist. Es gibt jedoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten und zwischen einzelnen Flottensegmenten. Am stärksten betroffen sind diejenigen, die in der Regel auf Dorsch fischen, nicht flexibel genug sind, um ihre Fischerei anders auszurichten, und bereits mit Strukturproblemen konfrontiert sind.

    Gibt es Möglichkeiten, die Fischer für ihre wirtschaftlichen Verluste zu entschädigen?

    Der Europäische Meeres- und Fischereifonds (EMFF) sieht die Möglichkeit vor, unter bestimmten Voraussetzungen und bis zu bestimmten Grenzen wirtschaftliche Einbußen auszugleichen, die entstehen, weil es vorübergehend nicht möglich ist, Fischfang zu betreiben (sogenannte „vorübergehende Einstellung“). Ist es aufgrund von Sofortmaßnahmen eines Mitgliedstaats oder der Kommission nicht möglich, Fischfang zu betreiben, so ist die Ausgleichsregelung anwendbar.
    Gruß Dorschgreifer
    https://www.anglernord.de

  2. #2
  3. AW: Dorschfangverbot östliche Ostsee ab sofort

    Was heisst denn überhaupt "östliche Ostsee"? Von Rügen bis Fehmarn? Wo sind die Grenzen?
    ...come to our beach and watch us perform.

  4. #3
  5. Mitglied Avatar von degl
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    AW: Dorschfangverbot östliche Ostsee ab sofort

    Zitat Zitat von Rächerlachs Beitrag anzeigen
    Was heisst denn überhaupt "östliche Ostsee"? Von Rügen bis Fehmarn? Wo sind die Grenzen?
    In etwa Rügen - Bornholm und dann rüber Richtung Schweden.....alles davor ist die westliche Ostsee und ich befürchte die wird es zu spüren bekommen

    Und wie ich das sehe stirbt man immer den gleichen "Tod", entweder durch Verbote oder wie es derzeit aussieht durch zu wenig Fisch

    Gut das ich davon nicht leben muß, so brauch ich nur um mein Hobby trauern

    gruß degl
    möge der Fisch mit euch sein

  6. #4
  7. Mitglied Avatar von dorschgreifer
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    AW: Dorschfangverbot östliche Ostsee ab sofort

    Gruß Dorschgreifer
    https://www.anglernord.de

  8. #5
  9. Mitglied
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    AW: Dorschfangverbot östliche Ostsee ab sofort

    Oder Hier bei Fisch und Fang.
    Gruß,
    Ingmar

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