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  1. Fischereiaufseher
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    Tag des Meeres am 8. Juni. WWF schlägt Alarm

    Bericht aus der Welt-online vom 7. Juni 2007


    Viele Fischarten um 90 Prozent dezimiert
    Thunfisch, Marlin, Schwertfisch, Hai und Kabeljau: Zum Tag des Meeres am 8. Juni schlägt die der WWF Alarm: Der globale Meeresschutz entwickelte sich im Schneckentempo, während zeitgleich die Plünderung und Zerstörung immer neue Dimensionen erreiche.

    Das Artensterben und die Vernichtung bedeutender Lebensräume in den Ozeanen konnte bislang trotz zahlreicher nationaler und internationaler Schutzinitiativen nicht gebremst werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Umweltschutzorganisation WWF in einem Bericht, den sie in Hamburg anlässlich des Tags der Ozeane am Freitag veröffentlicht hat. Demnach sind die Meere von Überfischung, Klimawandel, Rohstoffhunger, Meeresverschmutzung, Schifffahrt und der Verbauung der Küsten bedroht.

    Der WWF zeigt sich besonders besorgt darüber, dass die Artenvielfalt zurückgehe. In ihrem „Living Planet Index“ beobachtet die Organisation bei 274 Meeresarten einen Rückgang um mehr als 25 Prozent seit 1970. Die Bestände großer Fische wie Thunfisch, Marlin, Schwertfisch, Hai oder Kabeljau seien um rund 90 Prozent geschrumpft. Alle Meeresschildkrötenarten seien vom Aussterben bedroht. Auch wertvolle Lebensräume würden schwinden. Binnen zehn Jahren seien fast die Hälfte aller südamerikanischen und ein Viertel aller asiatischen Mangrovenwälder zerstört worden, um beispielsweise Platz für Fischfarmen zu machen.
    Laut WFF werden jedes Jahr 150 Millionen Tonnen Fisch und andere Meerestiere durch legale und illegale Fischerei sowie als Beifang aus dem Meer gezogen. Über drei Viertel der weltweiten Fischbestände seien bis an ihre Grenzen oder darüber hinaus geplündert. Bis zum Jahr 2050 droht nach einer Studie kanadischer Forscher der Zusammenbruch der wirtschaftlich genutzten Fischbestände, wie der WWF hervorhebt. Zerstörerische Fischereipraktiken richteten komplette Ökosysteme zugrunde.
    Ein weiteres Problem bestehe darin, dass die Meere sich durch den Ausstoß von Treibhausgasen erwärmten und übersäuerten. Dadurch würden tropische Korallenriffe verwüstet, hieß es in dem WWF-Bericht. Bis Mitte des Jahrhunderts könnte demnach das australische Great Barrier Reef zu 95 Prozent geschädigt sein. Der prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels um 56 Zentimeter bis Ende des Jahrhunderts gefährde artenreiche Küstenregionen. Die indischen Sunderbarns, die größten Mangrovensümpfe der Welt, könnten völlig verschwinden.

    Laut WWF wächst auch der Druck auf die Rohstoffvorräte im Meer. Bereits ein Drittel des Rohöls stamme aus Offshore-Anlagen. Ökologisch empfindliche Regionen wie die Küsten Ost- und Westafrikas, die Barentssee oder der Nordostatlantik seien „im Visier der Öl- und Gasindustrie“. Ein neues Kapitel der Rohstoffausbeutung drohe im Pazifik, wo am Meeresboden riesige Vorkommen von Mangan, Kupfer, Nickel und Kobalt lagern.
    Der WWF fordert ein globales Rettungsprogramm, um die Artenvielfalt der Ozeane zu bewahren. 80 Prozent der artenreichen Korallenriffe, Mangroven- und Küstenfeuchtwälder, Flussmündungen, Seegraswiesen und Seeberge müssten vollständig geschützt werden. Bislang seien lediglich 0,6 Prozent der Meere unter Schutz gestellt. Auf 40 Prozent der Hochseegebiete müssten zudem Öl- und Gasförderung sowie Fischerei verboten werden. Zudem müsse der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 weltweit um die Hälfte verringert werden. Der „Tag der Ozeane“ wurde beim UN-Erdgipfel in Rio 1992 ins Leben gerufen.
    Viele Grüße Marco

    "Zum Glück gehört, dass man irgendwann beschließt, glücklich zu sein." -Klaus Löwitsch-

  2. #2
  3. Mitglied Avatar von Michi
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    AW: Tag des Meeres am 8. Juni. WWF schlägt Alarm

    Hallo Marco, danke für den Bericht. Ja, es ist traurig das es soweit gekommen ist
    und die Politik schaut zu. Siehe G8 Heiligendamm: wir erwägen bis 2050...........,oder die Fachpresse stellt fest: Dorschbestand vor dem Kollaps, die EU schweigt...... usw. Ich mag es nicht mehr lesen und hören. Wahrscheinlich wird in wenigen Jahren ein Angler am Strand verhaftet und beschuldigt, durch den Fang von 3 Butts an der Ausrottung dieser Fischart maßgeblich beteiligt zu sein. Mein Fazit: solange nur erwogen und nicht gehandelt wird, ändert sich nichts, leider, egal wer regiert.
    Liebe Grüße, Michi, und immer schön fröhlich bleiben

  4. #3
  5. Mitglied Avatar von Meerelb
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    AW: Tag des Meeres am 8. Juni. WWF schlägt Alarm

    Erster Großer Erfolg:
    Heute gelesen auf ww w.20min.ch
    Coop will Roten Thunfisch,Rochen, Zackenbarsch und Beryx aus dem Sortiment nehmen.
    Desweiteren will die Coop zusammen mit der WWF Seafood Group,eine Ökologisch Lösung einfallen lassen, wie man überfischten(Kabeljau,Heilbutt) und langsam fortpflanzenden Arten (Seeteufel und Rotbarsch) helfen kann.
    Geändert von Meerelb (08.06.07 um 05:21 Uhr)

  6. #4
  7. Fischereiaufseher
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    AW: Tag des Meeres am 8. Juni. WWF schlägt Alarm

    Hier noch mal eine kleine Zusammenfassung.


    Bilanz der Weltartenschutzkonferenz CITES in Den Haag (3.-15. Juni)

    WWF: Viele Erfolge für den Artenschutz. Aussichten für Tropenholz, Haie und Rote Koralle bleiben aber düster

    Der WWF ist überwiegend mit den Ergebnissen der Weltartenschutzkonferenz in Den Haag zufrieden. „Es war eine großartige Konferenz für die Zukunft der Aale, Tiger und Störe“, sagt WWF-Experte Volker Homes. „Aber nach diesen zwei Wochen sind die Aussichten für Haie und Tropenholz weiterhin erschreckend düster.“ Gerade bei wirtschaftlich relevanten Themen wie Fisch und Holz habe es meist geheißen: viel Politik, wenig Artenschutz. Für einige Arten wie die Rote Koralle könne es bis zur nächsten Weltartenschutzkonferenz 2009 schon zu spät sein.


    Die großen Gewinner der Weltartenschutzkonferenz aus WWF-Sicht:


    Europäischer Aal: Der Antrag Deutschlands im Namen der EU, den Aal künftig nur noch streng kontrolliert zu handeln, wurde mit großer Mehrheit angenommen. Der Europäische Aal ist als Speisefisch so beliebt, dass seine Bestände drastisch zurückgegangen sind – in einigen Gebieten um bis zu 99 Prozent seit 1980. Jährlich werden etwa 30.000 Tonnen Aal gefangen und gehandelt. In Deutschland wird der Aal seit 1998 auf der Roten Liste als „gefährdet“ geführt.

    Sägefische: Die stark bedrohten, mit Haien verwandten Fische dürfen künftig überhaupt nicht mehr gehandelt werden. Ausgenommen wurde lediglich eine der sieben Sägefisch-Arten, die nur in Australien vorkommt und hauptsächlich lebend an Aquarien verkauft wird.

    Nashörner: Seit 2000 hat die Wilderei von Nashörnern in einigen Staaten Afrikas so stark zugenommen, dass die Bestände bedroht sind. In Simbabwe und der Demokratischen Republik Kongo wurden zwischen 2003 und 2005 insgesamt 60 Prozent der Nashornbestände für den illegalen Handel getötet. Nun sollen die Schutzmaßnahmen und Kontrollen verstärkt werden. Unter anderem soll das begehrte Horn registriert werden, um illegalen Handel schneller aufdecken zu können.

    Tiger: Die Staaten haben sich zum Schutz der höchstens noch 7.000 wilden Tiger weltweit bekannt. Dazu gehört, dass die Zucht von Tigern im großen Stil auf so genannten Tiger-Farmen eingeschränkt werden soll. Außerdem betonten die Staaten, wie wichtig das nationale Handelsverbot in China für das Überleben der letzten wilden Tiger ist. „Dies ist das heiß ersehnte Signal zum Tigerschutz“, freut sich WWF-Experte Volker Homes. Der internationale Handel mit Tigern und Tigerprodukten ist seit 1975 verboten. Vor 14 Jahren hat China zusätzlich ein nationales Handelsverbot ausgesprochen. Laut WWF ist es diesem Verbot zu verdanken, dass es überhaupt noch wild lebende Tiger gibt. China erwägt allerdings derzeit, es aufzuheben.

    Stör: Der „Kaviarlieferant“ wird besser geschützt: Das Label für legalen Kaviar wird verbessert, Kaviar muss in dem Jahr verkauft werden, in dem er auch gewonnen wurde, und ein wissenschaftliches Gremium wird über Höchstquoten entscheiden. „Alle drei Punkte tragen dazu bei, die Ausbeutung der Störe für illegalen Kaviar zu bekämpfen“, so WWF-Experte Homes.

    Die Verlierer der Artenschutzkonferenz
    :

    Dorn- und Heringshai: Die unter anderem in der Nord- und Ostsee heimischen Dorn- und Heringshaie bleiben der Überfischung ausgeliefert. Zwei Schutz-Anträge Deutschlands im Namen der EU wurden abgelehnt. Beide Haiarten gelten weltweit als Delikatesse. In Deutschland sind vor allem Schillerlocke und Seeaal beliebt, die vom Dornhai stammen. „Die Entscheidung ist fatal“ kritisiert WWF-Experte Volker Homes. „Im Nordatlantik sind die Heringshai-Bestände in den vergangenen 40 Jahren um 89 Prozent eingebrochen, vom Dornhai gibt es dort heute sogar 95 Prozent weniger Tiere als noch vor zehn Jahren. Wir brauchen unbedingt einen internationalen Schutz für die Haie.“

    Tropenholz: Drei Jahre Schonfrist für die Holzmafia: Das in Europa und Nordamerika sehr beliebte Tropenholz Cedro, auch bekannt als Spanische Zeder, wird nicht besser geschützt. Auch dieser Antrag Deutschlands fand keine Zustimmung. „Das ist eine Katastrophe“, kommentiert WWF-Experte Volker Homes. „Es wird viel zu viel Cedro geschlagen, auch illegal und sogar in Schutzgebieten.“ Das wertvolle Holz, das zur Familie der Mahagonigewächse gehört, erzielt auf dem Weltmarkt hohe Preise und wird überwiegend nach Mexiko, in die USA, Kanada und Belgien importiert. Aus dem Holz werden hauptsächlich Möbel hergestellt.

    Rote Koralle: Die als Schmuck und Souvenir populäre Rote Koralle darf doch weiterhin beliebig verkauft werden. Dies entschied die Vollversammlung in letzter Abstimmung, nachdem einige Tage zuvor zuerst der Schutz der Koralle beschlossen worden war. Aufgrund der hohen Nachfrage gibt es heute fast nur noch kleine, zum Teil nicht mehr fortpflanzungsfähige Kolonien der Meerestiere. Im Mittelmeer sind die Bestände zwischen 1986 und 2001 um 66 Prozent zurückgegangen.


    Weder eindeutiger Verlierer noch Gewinner

    Afrikanischer Elefant: Zwar haben sich die afrikanischen Staaten erstmals seit 1989 auf einen Kompromiss zum Handel mit Roh-Elfenbein verständigt. Aber ausgerechnet die so wichtige Bekämpfung der Wilderei und des illegalen nationalen Elfenbeinhandels in West- und Zentralafrika, wo es die wenigsten Elefanten gibt, sind auf der Konferenz nach Ansicht des WWF viel zu kurz gekommen.

    Der Elfenbein-Kompromiss sieht vor, dass Botswana, Namibia, Südafrika und Simbabwe sämtliches Elfenbein aus Staatsbesitz, das bis zum 31. Januar 2007 registriert worden ist, in einem so genannten Einmalverkauf handeln dürfen. Anschließend soll der Elfenbeinverkauf für diese Länder neun Jahre ruhen. „Es ist hervorragend, dass sich die afrikanischen Staaten auf eine gemeinsame Lösung verständigt haben“, sagt WWF-Experte Homes. „Aber wir sind skeptisch, ob Simbabwe in der derzeitigen politischen Lage die Voraussetzungen für den Handel mit Elfenbein erfüllt.“



    Infoquelle: h ttp://www.wwf.de/presse/ vom 16:06.07
    Viele Grüße Marco

    "Zum Glück gehört, dass man irgendwann beschließt, glücklich zu sein." -Klaus Löwitsch-

  8. #5
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    AW: Tag des Meeres am 8. Juni. WWF schlägt Alarm

    Finger weg von wildem Dornhai, Rotbarsch und Kabeljau

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    28.07.2007 16:08 Uhr aus dem " Der Tagesspiegel"

    84,5 Millionen Tonnen Fisch verspeist die Weltbevölkerung jährlich, rund 60 Millionen Tonnen davon kommen bereits aus dem Zuchtbecken. Aber der übermäßige Fang beliebter Arten wie Kabeljau, Thunfisch, Scholle, Heilbutt oder Seezunge hat dazu geführt, dass fast 90 Prozent der Bestände aus den Weltmeeren verschwunden sind,

    wie die Welternährungsorganisation FAO in ihrem Fischereibericht schreibt. Ein Grund dafür ist, dass viele mit modernster Technik gefangen werden, bevor sie sich fortpflanzen und ablaichen können. Andere, wie kleine Schollen, verenden oft als Beifang in riesigen Schleppnetzen. Was also kann man noch guten Gewissens kaufen? Eine kleine Anleitung.



    Der Fisch-Einkaufsführer des Worldwide Fund for Nature (w ww.wwf.de/fisch; Bestell-Telefon: 069/79144-142) unterscheidet zwischen drei Kategorien: annehmbar, bedenklich und bedrohlich. Als „annehmbar“, also nicht überfischt, werden nur sechs Arten bewertet: Hering, Makrele, Zander, Seelachs, Neuseeländischer Hoki (das ist ein Seehecht) und Wildlachs aus dem Pazifik.



    Als „bedenklich“ stuft der WWF neben Goldbrasse, Nordseekrabbe, Miesmuschel und Tintenfisch auch den beliebtesten Speisefisch der Deutschen, den Alaska-Seelachs, ein. Kaufen sollten Sie ihn nur, wenn er das Öko-Siegel „Marine Stewardship Council“ (MSC) trägt. Es garantiert, dass die Fische aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen stammen. Das Zertifikat wurde 1997 von WWF und Fischstäbchenproduzent Unilever eingeführt.



    Finger weg dagegen von Dornhai (Schillerlocke), Rotbarsch, Kabeljau und Flussaal aus Wildfang, die der WWF als „bedroht“ einstuft.



    Auch unabhängig davon sollten Sie auf die Herkunft achten. Seit 2002 müssen frische, gefrorene, geräucherte Fische sowie Matjes und rohe Garnelen besser gekennzeichnet werden. So muss ersichtlich sein, woher der Fisch kommt, ob er wild gefangen oder gezüchtet wurde (etwa: „Kabeljau, Nordatlantik, gefangen“).



    Wenn Sie ganz sichergehen wollen, dass Lachs und Shrimps aus Aquakultur nicht mit Antibiotika oder anderen Zusätzen belastet sind und umweltfreundlich produziert wurden, sollten sie nur Tiere mit Bio-Siegel kaufen. Der Öko-Verband Naturland zum Beispiel vergibt das Siegel nur, wenn die Besatzdichte höchstens zehn Kilo Fisch pro Kubikmeter Wasser beträgt. In konventioneller Zucht sind es bis zu 30 Kilo (w ww.naturland.de).pet
    Viele Grüße Marco

    "Zum Glück gehört, dass man irgendwann beschließt, glücklich zu sein." -Klaus Löwitsch-

  10. #6
  11. Mitglied Avatar von Meerelb
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    AW: Tag des Meeres am 8. Juni. WWF schlägt Alarm

    Zitat Zitat von prophet12 Beitrag anzeigen
    Wenn Sie ganz sichergehen wollen, dass Lachs und Shrimps aus Aquakultur nicht mit Antibiotika oder anderen Zusätzen belastet sind und umweltfreundlich produziert wurden, sollten sie nur Tiere mit Bio-Siegel kaufen. Der Öko-Verband Naturland zum Beispiel vergibt das Siegel nur, wenn die Besatzdichte höchstens zehn Kilo Fisch pro Kubikmeter Wasser beträgt. In konventioneller Zucht sind es bis zu 30 Kilo (w ww.naturland.de).pet
    Zu diesen Thema habe ich noch etwas entdeckt.
    Aber lest selbst . http://www.welt.de/welt_print/articl...Fischfarm.html

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