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    #1
  1. Größe entscheidend: Kieler Forscher zeigen Weg zu nachhaltiger Fischerei

    Der Druck auf Fischbestände wäre bis zu siebenfach geringer, wenn die Fischerei sich auf das Fangen erwachsener Tiere beschränken würde. So lautet die Schlüsselbotschaft einer neuen Studie unter Federführung des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel. Die europäische Fischerei könnte von diesen Erkenntnissen erheblich profitieren, wenn sie die Fische in einer Lebensphase fängt, in der Wachstumsrate und Biomasse das Maximum erreicht hat. Erst dann ist der Fortbestand der Population dauerhaft gesichert und eine Fischerei ökologisch verträglich und ökonomisch sinnvoll. Die internationale Studie ist in der Fachzeitschrift "Fisheries Research" erschienen.

    Zum Bericht: http://idw-online.de/pages/de/news266175
    Gruß und Petri Uwe

  2. #2
  3. AW: Größe entscheidend: Kieler Forscher zeigen Weg zu nachhaltiger Fischerei

    Tja, und nun seht mal hier. Da wird bewiesen, warum die Großen geschont werden sollen.
    Gruß Rosi

  4. #3
  5. Fischereiaufseher
    des LSFV-SH
    Nord Ostsee Kanal

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    AW: Größe entscheidend: Kieler Forscher zeigen Weg zu nachhaltiger Fischerei

    Quelle: Kieler Nachrichten vom 19.06.08

    Forscher fordern Fang großer Fische

    Kiel – Wenn – bei gleichen Erträgen – nur noch große, ausgewachsene Fische gefangen würden, könnte das bereits innerhalb weniger Jahre die Bestände bis zu siebenfach erhöhen. Das ist zumindest das Ergebnis einer internationalen Studie unter Federführung des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR in Kiel, die jetzt in der Fachzeitschrift „Fisheries Research“ veröffentlicht wurde.
    In der Diskussion zur Überfischung der Meere sei immer wieder darauf verwiesen worden, es gebe keine wissenschaftlichen Hinweise auf die Schädlichkeit des Fangs junger Fische, erinnert sich Rainer Froese, Fischereibiologe am IFM-GEOMAR und Erstautor der Studie: „Das hat mich geärgert und zu der Studie motiviert.“ Die Forschergruppe hat jetzt die Daten für neun Fischarten in Nord- und Ostsee ausgewertet und die Auswirkungen derzeitiger Fischerei mit verschiedenen Szenarien verglichen. Wenn wie von der EU vorgeschlagen weniger Fisch gefangen wird, sei das zwar gut, meint Froese, aber „wesentlich besser wäre es, wenn man nur noch Fische mit der richtigen Größe fängt“. Je nach Art könnte die Umstellung auf den Fang größerer Tiere innerhalb von drei bis acht Jahren zu den höheren Beständen führen. Dann sei der Fortbestand der Population dauerhaft gesichert und die Fischerei ökologisch verträglich und ökonomisch sinnvoll. „Dann würden alle mehr verdienen als jetzt“, meint Froese. Während der Übergangszeit müsse es allerdings Hilfen für die Fischer geben.
    Der Fischereibiologe Rainer Froese setzt sich schon seit Jahren dafür ein, dass nur noch bereits geschlechtsreife Fische gefangen werden, die schon eine Chance zur Vermehrung hatten. Das am IFM-GEOMAR entwickelte Fischlineal, das kostenlos bei der Verbraucherzentrale erhältlich ist, lässt beim Einkauf erkennen, ob die jeweilige Fischart die erforderliche Größe hat. Derzeit ist eine Neuauflage in Arbeit. Weitere Informationen bietet das Projekt „Fisch im Handy“, das derzeit laut Froese 1500 Anfragen pro Monat erhält. chr
    Viele Grüße Marco

    "Zum Glück gehört, dass man irgendwann beschließt, glücklich zu sein." -Klaus Löwitsch-

  6. #4
  7. Moderator Avatar von Martin Purps
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    AW: Größe entscheidend: Kieler Forscher zeigen Weg zu nachhaltiger Fischerei

    Es zeigt sich erneut, dass zwischen zwei "Tatsachen" getrennt werden sollte:

    1. Größere Fische haben den besseren Nachwuchs als kleinere Fische (der selben Art).
    2. Um einen Bestand optimal zu bewirtschaften, fängt man nur Fische die schon reproduziert haben.

    Hühn (2007) weist auf ein Problem mit 1. hin, dass sich bei intensiver Angelei einstellen kann. Es handelt sich nicht um ein Ergebnis der Arbeit von Hühn sondern um eine Zusammenfassung der von Hühn zitierten Arbeiten.
    So kann es bei hohem Angeldruck von hoher Bedeutung sein, Fische, die nicht geschützt oder geschont sind, zum Teil zurückzusetzen (selektive Entnahme). Das Mindestmaß hat die Aufgabe, den Fischen die Möglichkeit einzuräumen, die nötige Größe zur Geschlechtsreife zu erlangen und sich mindestens einmal fortpflanzen zu können. Jedoch wirkt das Mindestmaß sehr selektiv auf alte und große Fische, so dass die Fischbestände bei hoher fischereilicher Mortalität eine geringere Variabilität in der Altersklassen- und Längenzusammensetzung aufweisen können
    Die eigenen Forschungsarbeiten von Hühn beschäftigen sich mit der Frage der tödlichen (letalen) und nichttödlichen (subletalen) Effekte des Zurücksetzens von Fischen, nicht mit dem Effekt des Zurücksetzens auf den Bestand. Dazu zitiert er fremde Arbeiten.

    Froese beschäftigt sich dagegen direkt mit dem Einfluss der Größe der gefangenen Fische auf den Bestand und kommt durch eigene Foschungsergebnisse zu dem Schluss, dass bei neun Fischarten die kleinen Tiere geschont und die Großen gefangen werden sollten. Es handelt sich um heimische Arten.

    Um welche Arten, aus welchen Teilen der Erde, handelt es sich bei den von Hühn ziterten Arbeiten (Conover etc.)? In welchen Gewässern (hier bei uns) ist der Angeldruck so hoch, dass es zu einem spürbaren Effekt von 1. kommen kann?

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