Nach schwierigen und langwierigen Verhandlungen verabschiedete der Fischereirat am 12. Juni 2007 in Luxemburg einvernehmlich einen Mehrjahresplan zur Bewirtschaftung der Dorschbestände.

Grundsätzlich gilt für den westlichen Bestand eine Schließungszeit von einem Monat im April und für den östlichen Bestand eine Schließungszeit von zwei Monaten in den Monaten Juli und August. Darüber hinaus wird die Zahl der Fangtage, die schiffsindividuell bewirtschaftet werden, begrenzt. Die Fangtage werden jährlich im Rahmen der Quotenverordnung für die Ostsee festgelegt. Zur Berücksichtigung der besonderen Situation der Fischerei zwischen 8 m und 12 m dürfen diese Schiffe im Westen während der Schließungszeit fünf Tage und im Osten zehn Tage der Fischerei auf Dorsch nachgehen. Diese zusätzlichen Tage werden von den übrigen Fangtagen abgezogen. Hierdurch wird diesem Flottenbereich ermöglicht, während der Schließungszeiten ein gewisses Einkommen zu erzielen, ohne die Ziele des Mehrjahresplanes in Frage zu stellen. Dies ist deshalb wichtig, da diese Schiffe während der Schließungszeiten keine Ausweichmöglichkeiten auf andere Fanggebiete haben. Ganz ausgenommen vom Anwendungsbereich der Verordnung wurden grundsätzlich alle Schiffe unter acht Meter, da einerseits ihr Fanganteil am Dorsch vernachlässigbar ist, andererseits der administrative Aufwand bei Erfassung dieser Schiffe unverhältnismäßig gewesen wäre.

Ergänzt wird der Mehrjahresplan durch strengere Kontrollbestimmungen, um dem Problem der illegalen Fischerei, die insbesondere beim östlichen Bestand ein großes Problem darstellt, Herr zu werden. So dürfen nur solche Schiffe eine gezielte Fischerei auf den Dorsch ausüben, die im Besitz einer speziellen Fangerlaubnis sind. Die Führung von Logbüchern wird bei den Dorschfängern auf alle Schiffe über 8 m ausgeweitet. Der in der Ostsee ausgeübte Fangaufwand wird erfasst und durch die Kontrollbehörden überwacht. Ab 2009 wird eine Fangreise nur noch ohne Dorsch an Bord begonnen werden dürfen. Nach Beendigung der Fangreise muss ein Fischereifahrzeug unmittelbar einen Hafen zum Löschen des Fangs anlaufen, bevor es neue Fangaktivitäten aufnehmen kann. Ab einer bestimmten Menge Dorsch müssen festgelegte Häfen angelaufen werden und die zu löschende Fangmenge angemeldet werden. Angelandeter Dorsch muss vor einem Abtransport gewogen werden.

Die Bundesregierung sieht diese Verordnung daher als einen großen Erfolg ihrer Präsidentschaft im Bereich der Fischerei an. Durch eine Annahme der Verordnung noch im Juni wurde dabei gleichzeitig eine Kürzung der Dorschquoten um 15 %, die automatisch eingetreten wäre, wenn bis Ende Juni kein Bewirtschaftungsplan beschlossen worden wäre, verhindert.
Dieser Bewirtschaftungsplan wird - auch wenn er vorübergehend mit Einschnitten für die Fischer verbunden ist - durch eine Erholung der Dorschbestände langfristig zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen der Ostsee-Fischerei führen.

Quelle: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz